Adidas Aktie: Expertenstreit eskaliert
Die Schweizer Großbank UBS hält zwar an ihrer Kaufempfehlung fest, kürzt aber das Kursziel von 274 auf 256 Euro. Zeitgleich verschärft die Bank of America ihre ohnehin negative Haltung: Das neue Kursziel liegt bei nur noch 160 Euro – und damit deutlich unter dem aktuellen Handelsniveau. Der Grund für die gespaltenen Einschätzungen liegt in einer fundamentalen Frage: Kann Adidas seine operative Stärke in nachhaltige Marktgewinne ummünzen?
Die Eckdaten im Überblick:
- UBS: Kursziel 256 Euro, Rating "Buy" (gesenkt von 274 Euro)
- Bank of America: Kursziel 160 Euro, Rating "Underperform"
- Q3-Umsatz: 6,63 Mrd. Euro (+12 % währungsbereinigt)
- Operatives Ergebnis Q3: 736 Mio. Euro (+23 %)
Die beiden Lager: Optimisten gegen Pessimisten
UBS-Analyst Robert Krankowski sieht in Adidas weiterhin einen "Superstar in der Mache". Seine Korrektur des Kursziels begründet er mit einer vorsichtigeren Bewertung der Ertragsdynamik, nicht aber mit einem Bruch der Wachstumsstory. Die soliden Quartalszahlen – das operative Ergebnis kletterte um 23 Prozent auf 736 Millionen Euro – untermauern aus seiner Sicht die grundsätzliche Kaufthese.
Die Bank of America argumentiert diametral entgegengesetzt. In einer drastischen Doppelabstufung stufen die US-Analysten die Aktie direkt auf "Underperform" herab. Ihre These: Der jahrelange Trend zur "Casualisierung" von Sportschuhen neige sich dem Ende zu. Konkurrenten wie On Running oder Hoka gewännen aggressiv Marktanteile. Adidas sei deshalb der "am wenigsten attraktive Titel im Sektor".
Alarmsignal aus Indien
Besonders brisant wird die Lage durch aktuelle Zahlen aus dem indischen Markt. Dort wuchs Adidas 2025 nur noch um 5 Prozent – ein drastischer Rückgang gegenüber dem Vorjahresplus von 20 Prozent. Die Konkurrenz zieht derweil davon:
- Nike: +14 % Wachstum in Indien
- Uniqlo: +45 % Wachstum in Indien
Dieser Einbruch in einem der wichtigsten Zukunftsmärkte nährt die Befürchtung, dass die Marke mit den drei Streifen in strategisch kritischen Regionen an Durchschlagskraft verliert.
Marketing-Offensive mit ungewissem Ausgang
Um gegenzusteuern, setzt Adidas auf prominente Kooperationen. Für Frühjahr/Sommer 2026 ist eine Kollektion mit Influencerin Molly-Mae Hague geplant. Die erste Resonanz in sozialen Medien fällt jedoch verhalten aus – Kritiker bemängeln die "langweiligen, beigen" Designs der geleakten Entwürfe.
Ob diese Partnerschaft ausreicht, um die von der Bank of America prognostizierte "Sneaker-Müdigkeit" zu kompensieren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen müssen.
Was die Zahlen bedeuten
Die operative Performance gibt den Optimisten Recht: Mit einem Ergebnis je Aktie von 2,57 Euro im dritten Quartal übertraf Adidas die Markterwartungen deutlich. Der Umsatz erreichte mit 6,63 Milliarden Euro einen Rekordwert. Die Börse handelt jedoch die Zukunft – und hier klaffen die Einschätzungen auseinander.
Das Kursziel der Bank of America bei 160 Euro markiert eine kritische Marke. Sollte die Aktie dieses Niveau unterschreiten, dürfte weiterer Verkaufsdruck entstehen. Auf der anderen Seite sieht die UBS bei 256 Euro noch immer deutliches Aufwärtspotenzial von rund 60 Prozent.
Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen müssen, ob sich die Wachstumsschwäche in Indien als temporäres Phänomen erweist oder ob sich hier ein struktureller Trend manifestiert. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball zwischen den widerstreitenden Expertenlagern.
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