Die Adidas-Aktie erlebt am Dienstag einen rabenschwarzen Tag. Der Titel sackt um über 6 Prozent auf 159,15 Euro ab – Auslöser ist eine drastische Neubewertung durch die Bank of America. Analyst Thierry Cota stuft den DAX-Konzern gleich um zwei Stufen herunter: von "Buy" direkt auf "Underperform". Das Kursziel wird von 213 auf 160 Euro zusammengestrichen.

Die Botschaft ist eindeutig: Die Turnaround-Story ist auserzählt. Was Anleger monatelang nach oben trieb, ist nun weitgehend eingepreist.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Adidas?

Wachstum bricht ein – Margen unter Druck

Die Bank of America rechnet vor: Ab 2027 wird Adidas nur noch mit rund 5 Prozent organisch wachsen – deutlich weniger als die zuvor erwarteten 7 bis 8 Prozent. Die Gewinnprognosen für 2027 wurden um 7 Prozent gekappt, für die Folgejahre fallen die Kürzungen noch härter aus.

Das Problem liegt auf der Hand. Die Bruttomargen normalisieren sich. Der schwache Dollar, niedrige Frachtkosten und geringe Rabattaktionen – all diese Rückenwindfaktoren verschwinden. Gleichzeitig flacht das Markenwachstum ab. Im vierten Quartal liegt die Expansion zwar noch über dem Branchenschnitt, doch ein großer Teil davon stammt aus dem temporären WM-Effekt.

Was kommt nach der Weltmeisterschaft 2026?

Genau diese Frage treibt die Analysten um. Für 2026 sind die Erwartungen an zweistellige EBIT-Margen und solides Wachstum noch realistisch – getrieben durch die Fußball-WM in der ersten Jahreshälfte. Doch danach? Die Bank of America sieht die Dynamik deutlich nachlassen.

Das zugrunde liegende Geschäft außerhalb des WM-Boosts zeigt bereits Schwäche. Sequenziell verlangsamt sich das Wachstum der Kernmarke Adidas spürbar. Die operative Hebelwirkung lässt nach.

Konkurrenz schläft nicht

Während Adidas in die Normalisierungsphase eintritt, dürften andere Sportartikelhersteller ins Rampenlicht rücken. Die Analysten nennen Namen: On und Asics bieten nachhaltigere Wachstumsprofile. Zudem könnte eine Erholung bei Nike – dem größten Wettbewerber – oder bei Puma zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Die Bewertung spiegelt diese neue Realität wider. Die Bank of America führt wieder einen Bewertungsabschlag von 10 Prozent gegenüber Vergleichsunternehmen ein – historisch üblich, wenn Wachstum und Margen auf Branchenniveau zurückfallen.

Der Sektor insgesamt steht unter Druck. Auch JD Sports wird am selben Tag auf "Neutral" heruntergestuft. Der Grund: Der seit dem zweiten Quartal 2023 anhaltende Abwärtszyklus im Sportartikelsektor setzt sich fort. Der jahrzehntelange Trend zur Casualwear scheint gebrochen. Das Branchenwachstum halbiert sich auf mittlere einstellige Prozentsätze.

Für Adidas-Aktionäre bleibt eine ernüchternde Erkenntnis: Der Höhenflug ist vorbei. Was jetzt kommt, ist Normalität.

Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 07. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adidas: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...