ABO WIND AG Aktie: Fortlaufendes Zwiespaltdrama?
Die ABO Energy steht vor einer Wegmarke: Nachdem die erste Gläubiger-Abstimmung am Quorum scheiterte, entscheidet sich am 9. März, ob die Restrukturierung der Unternehmensanleihe gelingt. Gleichzeitig meldet der Wiesbadener Projektentwickler neue Solar-Zuschläge – ein Zeichen, dass das operative Geschäft trotz der finanziellen Schieflage weiterläuft.
170 Millionen Euro Verlust belasten
Der Hintergrund ist ernst: ABO Energy rechnet für 2025 mit einem Jahresverlust von 170 Millionen Euro – dem ersten Minus in der Unternehmensgeschichte. Noch im November 2025 lag die Prognose bei 95 Millionen Euro Verlust, bevor die Geschäftsführung am 15. Januar 2026 erneut deutlich nach unten korrigieren musste.
Verantwortlich für die Schieflage ist ein Mix aus internen und externen Faktoren. Besonders der deutsche Heimatmarkt bereitet Probleme: Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen führten zu drastisch reduzierten Einspeisevergütungen und erodierten Margen. Hinzu kommen Wertberichtigungen auf Projekte sowie negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn. Projektverschiebungen ins laufende Jahr 2026 verschärften die Lage zusätzlich.
Erste Abstimmung verfehlt Quorum
Die Vorschläge zur Anpassung der Anleihebedingungen fanden bei der „Abstimmung ohne Versammlung" zwar die notwendige Stimmenmehrheit. Allerdings beteiligten sich nur rund 38 Prozent des ausstehenden Kapitals – das erforderliche Quorum von 50 Prozent wurde verfehlt.
Nun lädt ABO Energy zur Präsenzversammlung am 9. März 2026 in die IHK Wiesbaden. Bei diesem zweiten Anlauf gilt ein reduziertes Quorum von 25 Prozent. Im Zentrum steht die Anpassung der sogenannten Negativverpflichtung („Negative Pledge"), die aktuell die Aufnahme besicherter Kredite blockiert. Das Management benötigt hier freie Hand, um frische Finanzierungsmittel für die Sanierung aufzunehmen.
Zudem soll das Kündigungsrecht der Gläubiger bei Aufnahme von Umschuldungsverhandlungen entfallen. Weitere Kündigungsrechte will das Unternehmen befristet bis Ende Mai 2026 aussetzen, um ausreichend Zeit für die Umsetzung des Sanierungskonzepts zu gewinnen.
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Solar-Zuschläge als Lebenszeichen
Während die Finanzrestrukturierung läuft, sicherte sich ABO Energy Zuschläge für drei Solarparks mit insgesamt 50 Megawatt Leistung in Schlangenbad (20 MWp), Ober-Olm (18,9 MWp) und Schieder-Schwalenberg (10,55 MWp). Die Projekte sollen ab Herbst 2026 gebaut werden und sind Teil eines Hybrid-Portfolios mit 100 MWp Solarkapazität und rund 80 MW Batteriespeicherleistung.
Die Bundesnetzagentur-Ausschreibung war stark überzeichnet: 5.247 MW Gebote standen 2.328 MW ausgeschriebenem Volumen gegenüber. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 5,00 Eurocent pro Kilowattstunde. ABO Energy konnte damit in allen drei Solar-Ausschreibungen 2025 Zuschläge erzielen – insgesamt für rund 107 MW. Nach eigenen Angaben führt das Unternehmen Gespräche mit Investoren über eine Portfolio-Übernahme.
Aktie unter massivem Druck
Der Kurs spiegelt die schwierige Lage deutlich wider. Im Verlauf des letzten Jahres brach die Aktie um rund 86 Prozent ein. Seit Jahresbeginn 2026 beträgt das Minus etwa 49 Prozent. Das Allzeittief von 4,21 Euro wurde am 17. Februar erreicht. Aktuell notiert die Aktie bei rund 6,02 Euro.
Die Geschäftsführung verweist auf das Projektportfolio mit einer Pipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten. Mehr als ein Drittel davon entfällt auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich. Das laufende Effizienz- und Transformationsprogramm soll bereits 2026 wieder zu einem positiven Konzernergebnis führen.
Die Präsenzversammlung am 9. März markiert den nächsten kritischen Meilenstein. Das gesenkte Quorum von 25 Prozent erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Abstimmung deutlich. Gelingt die Zustimmung, kann das Management die blockierte Finanzierung neu ordnen und den Sanierungskurs fortsetzen.
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