Am Montag steht ABO Energy vor dem möglicherweise entscheidenden Termin der Unternehmenskrise: In Wiesbaden stimmen die Anleihegläubiger erneut über die Restrukturierung der Anleihe 2024/2029 ab. Diesmal mit deutlich niedrigerer Hürde – der erste Versuch scheiterte nicht an fehlender Zustimmung, sondern schlicht an zu geringer Beteiligung.

Der Projektentwickler für Wind- und Solarparks kämpft mit einem historischen Verlust von rund 170 Millionen Euro für 2025 – dem ersten Minus in der knapp 30-jährigen Firmengeschichte. Hauptverantwortlich dafür sind überzeichnete deutsche Windauktionen mit drastisch gesunkenen Vergütungen sowie Wertberichtigungen auf Projekte in mehreren europäischen Märkten.

Zweiter Anlauf mit 25 Prozent Quorum

Beim ersten Abstimmungsversuch stimmte zwar die Mehrheit der anwesenden Gläubiger für die Restrukturierung, doch mit 38 Prozent Beteiligung wurde das erforderliche Quorum von 50 Prozent verfehlt. Bei der Präsenzversammlung in der IHK Wiesbaden am 9. März genügen nun 25 Prozent – eine erhebliche Erleichterung für das Management.

Im Zentrum steht die Anpassung der sogenannten Negativverpflichtung, die aktuell die Aufnahme besicherter Kredite blockiert. Die Geschäftsführung benötigt diese Flexibilität, um frische Finanzierungsmittel für die Sanierung aufzunehmen. Zudem sollen Kündigungsrechte der Gläubiger befristet bis Ende Mai ausgesetzt werden, um Zeit für die Umsetzung des Sanierungskonzepts zu gewinnen.

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Von 95 auf 170 Millionen Euro Verlust

Die Krise verschärfte sich in mehreren Wellen: Noch im November 2025 prognostizierte ABO Energy 95 Millionen Euro Verlust, bevor die Führung am 15. Januar 2026 auf 170 Millionen Euro nach unten korrigieren musste. Die Konzerngesamtleistung liegt voraussichtlich bei 230 Millionen Euro.

Besonders der deutsche Heimatmarkt bereitet Probleme. Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen führten zu drastisch reduzierten Einspeisevergütungen und erodierten Margen. Hinzu kommen negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn sowie Projektverschiebungen ins laufende Jahr 2026. Die Aktie stürzte vom 52-Wochen-Hoch bei 45,20 Euro im Juli 2025 auf ein Tief von 4,25 Euro im Februar ab.

Lichtblicke im operativen Geschäft

Trotz der finanziellen Schieflage sicherte sich ABO Energy kürzlich Zuschläge für drei Solarparks mit insgesamt 50 Megawatt Leistung in Schlangenbad, Ober-Olm und Schieder-Schwalenberg. Ende Januar wurden zudem drei Solarprojekte in Frankreich veräußert – für Projektentwickler ein wesentlicher Mechanismus zur Liquiditätsgenerierung.

Das Management verweist auf das Projektportfolio mit einer Pipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten. Ein umfassendes Effizienz- und Transformationsprogramm soll Prozesse und Strukturen anpassen. Ziel ist es, bereits 2026 wieder ein positives Jahresergebnis zu erzielen. Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 ist für den 22. Juni geplant, die Hauptversammlung für den 13. August.

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