ABO Energy steht am Scheideweg: Am 9. März stimmen die Anleihegläubiger in Wiesbaden über zentrale Änderungen der Anleihebedingungen ab – der zweite Anlauf nach einem gescheiterten ersten Versuch. Diesmal wurde die Hürde deutlich gesenkt. Ohne Zustimmung droht die Handlungsfähigkeit des Projektierers weiter blockiert zu bleiben.

Zweiter Versuch mit niedrigerer Schwelle

Der erste Abstimmungsversuch scheiterte im Februar am Quorum: Zwar votierte die Mehrheit für die Beschlussvorschläge zur Anleihe 2024/29, doch mit 38 Prozent Beteiligung wurde die erforderliche Schwelle von 50 Prozent verfehlt. Bei der neuen Präsenzversammlung in der IHK Wiesbaden genügen nun 25 Prozent des ausstehenden Kapitals – eine erhebliche Erleichterung.

Die geplanten Änderungen sind weitreichend: Die Negativverpflichtung soll aufgehoben werden, da sie neue Kredite und Bürgschaften blockiert. Kündigungsrechte bei Umschuldungsverhandlungen entfallen, weitere werden befristet bis Ende Mai ausgesetzt. Ein gemeinsamer Vertreter soll künftig die Interessen der Gläubiger bündeln und im Restrukturierungsprozess handlungsfähig vertreten.

Rekordverlust als Krisenauslöser

ABO Energy durchlebt die schwerste Krise seiner knapp 30-jährigen Geschichte. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro – das erste Minus überhaupt. Die Konzerngesamtleistung liegt voraussichtlich bei 230 Millionen Euro.

Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland drückten die Einspeisevergütungen massiv. Wesentliche Windprojekte verschoben sich ins laufende Geschäftsjahr. Hinzu kommen erhebliche Sonderabschreibungen wegen gesunkener Erwartungen an künftige Zuschlagsniveaus. Negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn belasteten zusätzlich.

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Die Finanzpartner stimmten am 23. Januar einer Stillhaltevereinbarung zu und verzichten vorerst darauf, mögliche Kündigungsgründe geltend zu machen. Das verschafft Zeit zur Entwicklung eines tragfähigen Sanierungsplans. Für die operative Umsetzung holte das Unternehmen Hübner Management an Bord.

Solargeschäft mit Lichtblicken

Parallel meldet ABO Energy operative Erfolge: Am 16. Februar gab es Zuschläge für drei Solarparks mit zusammen rund 50 Megawatt. In den ersten beiden Solarrunden 2025 kamen bereits fünf Parks mit insgesamt 57 Megawatt hinzu. Der aktuelle Projektblock ist Teil eines Hybrid-Portfolios mit acht Standorten, insgesamt 100 MWp Solarkapazität und rund 80 MW Batteriespeicher. Baubeginn ist für Herbst geplant, 2027 sollen zusätzliche Batteriespeichersysteme folgen.

Das angekündigte Effizienz- und Transformationsprogramm soll bereits 2026 wieder zu einem positiven Konzernergebnis führen. Mit einer Projektpipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten setzt das Unternehmen auf die Umstellung zum unabhängigen Stromproduzenten.

Die Gläubigerversammlung am 9. März schafft die formale Basis für Restrukturierungsgespräche und Finanzierungsflexibilität. Die operative Stärke im Solarsegment zeigt: Die Projektentwicklungsfähigkeit bleibt trotz Finanzkrise intakt. Der Jahresabschluss 2025 folgt am 22. Juni, die Hauptversammlung am 13. August.

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