XRP: Spannende Divergenz
XRP steckt zum Wochenbeginn in einer interessanten Zwickmühle. Während institutionelle Investoren ihre Engagements über ETFs deutlich zurückfahren, nutzen viele direkte Halter den jüngsten Rücksetzer offenbar zur Aufstockung. Gleichzeitig arbeitet das Ökosystem an neuen Anwendungen rund um tokenisierte Vermögenswerte und Banklizenzen. Wie belastbar ist dieser Mix aus schwächerem Kapitalzufluss und wachsendem Fundament?
Kursbild und Technik
Nach einem volatilen Start ins Jahr 2026 hat sich XRP zuletzt in einer engeren Spanne eingependelt. Auf Wochensicht liegt der Token mit gut 13 % im Plus, auf Monatssicht ist die Bilanz nahezu unverändert. Mit rund 2,13 US‑Dollar je Coin notiert XRP aktuell spürbar unter seinem 52‑Wochen-Hoch, aber klar über dem jüngsten Tief.
Charttechnisch zeigt sich ein klassisches Konsolidationsmuster nach der Rally zu Jahresbeginn. Zuvor war der Kurs auf ein Jahreshoch um 2,41 US‑Dollar gestiegen und hat diese Bewegung anschließend um etwa 14 % korrigiert. Entscheidend ist nun die Zone um den kurzfristigen Durchschnitt: Der Bereich um 2,00 bis gut 2,03 US‑Dollar gilt als erste Verteidigungslinie, die vom 50‑Tage-Durchschnitt untermauert wird.
Auf der Oberseite drückt hingegen der 200‑Tage-Durchschnitt um 2,56 US‑Dollar. Zwischen 2,14 und 2,15 US‑Dollar liegt zudem ein spürbarer Angebotsbereich, in dem nach On-Chain-Daten rund 1,88 Milliarden XRP liegen – ein Widerstand, an dem kurzfristige Anläufe vorerst ausgebremst werden können.
Technisch fällt zudem ein mögliches Warnsignal auf: Analyst Ali Martinez verweist auf ein „Gravestone Doji“ im Wochenchart, ein Kerzenmuster, das häufig für nachlassende Aufwärtsdynamik steht. Der RSI liegt mit einem Wert unter 30 im überverkauften Bereich, was zwar weiteren Druck nicht ausschließt, aber prinzipiell auch Raum für Gegenbewegungen eröffnet.
ETF-Gelder versus On-Chain-Käufe
Auffällig ist derzeit vor allem die Diskrepanz zwischen den Kapitalflüssen in regulierte Produkte und dem Verhalten direkter XRP-Halter.
- US-Spot-ETFs auf XRP verzeichnen die niedrigsten Nettozuflüsse seit Auflage
- Die wöchentlichen Mittelzuflüsse sind gegenüber dem November-Peak um rund 84 % eingebrochen
- On-Chain stieg der Netto-Bestandsaufbau von XRP-Haltern binnen eines Tages um knapp 300 %
- In Summe wurden dabei rund 239,5 Millionen XRP zusätzlich akkumuliert
Während ETF-Investoren sich damit deutlich zurückhalten und eher eine abwartende Haltung einnehmen, erhöhen aktive Netzwerkteilnehmer und mutmaßlich größere Adressen ihre Bestände. Die jüngste Schwächephase unterhalb von 2,10 US‑Dollar wird auf der Blockchain-Seite klar als Kaufgelegenheit genutzt.
Parallel dazu hat Ripple am 5. Januar turnusgemäß 500 Millionen XRP aus dem Treuhandkonto abgerufen. Solche Freigaben dienen in der Regel der Liquiditätssteuerung und gehören zum etablierten operativen Vorgehen des Unternehmens.
Ökosystem: Tokenisiertes Gold und Banklizenz
Abseits der Kursdiskussion arbeiten Entwickler und Unternehmen weiter an neuen Anwendungen auf dem XRP Ledger (XRPL), vor allem im Bereich realer Vermögenswerte (Real World Assets, RWA).
Am 9. Januar kündigte Phil Kwok von EasyA an, dass „tokenisiertes Gold auf den XRP Ledger kommt“ – unterstützt von Netzwerkteilnehmern und Validatoren. Ziel ist es, die hohe Geschwindigkeit und Verfügbarkeit des XRPL für den Handel mit Edelmetallen zu nutzen. Damit tritt das Netzwerk in Konkurrenz zu etablierten Anbietern wie Paxos und Tether, die bisher den Markt für tokenisierte Metalle dominieren. Fachleute wie Pano Mekras weisen zwar darauf hin, dass die wirtschaftlichen Anreize für Emittenten noch weiter ausgearbeitet werden müssen, doch technisch werden bereits die Grundlagen gelegt, um Gold perspektivisch auch in DeFi-Anwendungen einzubinden.
Auf regulatorischer Ebene gibt es ebenfalls Bewegung: Ripple hat in den USA eine vorläufige Genehmigung für eine nationale Trust-Bank-Charter erhalten. Eine solche Banklizenz kann mittelfristig neue Geschäftsfelder im Verwahr- und Zahlungsverkehr eröffnen. Zudem wurde XRP jüngst als Wrapped-Token (wXRP) in das Solana-Ökosystem integriert. Damit soll die hohe Transaktionsgeschwindigkeit von Solana für DeFi-Anwendungen mit XRP nutzbar gemacht und die Reichweite des Tokens über den eigenen Ledger hinaus erweitert werden.
Einordnung und Ausblick
Trotz der jüngsten Korrektur zählt XRP im Mehrjahresvergleich nach wie vor zu den stärkeren Altcoins. Seit Anfang 2022 steht ein Wertzuwachs von rund 170 % zu Buche, womit der Token in diesem Zeitraum Schwergewichte wie Solana und Cardano übertrifft.
Kurzfristig dürfte sich der Blick der Marktteilnehmer vor allem auf zwei Faktoren richten: Hält die Unterstützungszone um 2,00 bis gut 2,03 US‑Dollar, würde dies das derzeitige Konsolidationsszenario stützen und das potenzielle bärische Kerzenmuster im Wochenchart entschärfen. Ein klarer Bruch darunter könnte hingegen weitere Schwankungen nach unten auslösen. Parallel bleibt spannend, ob die starke On-Chain-Nachfrage und die laufenden Ökosystem-Initiativen ausreichen, um die aktuelle Zurückhaltung der ETF-Investoren in den kommenden Wochen zu kompensieren.
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