Wolfram, Antimon und Seltene Erden — fünf Rohstoff-Aktien zwischen Produktion und Versprechen
Chinas Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen verschärfen sich, Wolframpreise haben sich seit 2025 mehr als verdoppelt, und westliche Regierungen überbieten sich mit Förderprogrammen für heimische Lieferketten. Genau in diesem Umfeld bewegen sich fünf Unternehmen, die unterschiedlicher kaum sein könnten — vom frisch angelaufenen Minenbetrieb bis zum Explorationsunternehmen mit erstem Bohrergebnis. Die entscheidende Frage: Wer liefert 2026 echte Fortschritte?
Almonty Industries: Sangdong produziert — Analysten erhöhen Kursziele
Die Sangdong-Wolframmine in Südkorea hat am 16. März die Inbetriebnahme der Phase 1 abgeschlossen. Damit ist Almonty das am weitesten fortgeschrittene Unternehmen in dieser Gruppe — und das einzige, das bereits produziert. Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein: China kontrolliert geschätzte 75–80 % des globalen Wolframangebots und hat die Exportrestriktionen Ende 2025 massiv verschärft. Laut BMO Capital Markets kamen bestimmte chinesische Wolframexporte zeitweise vollständig zum Erliegen.
Die Folge: Wolframpreise sind 2025 um über 160 % gestiegen und ziehen auch Anfang 2026 weiter an. Analysten sprechen von einer Versorgungskrise. D.A. Davidson hat das Kursziel von 18 auf 25 US-Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt. Oppenheimer erhöhte auf 19 US-Dollar, B. Riley Financial auf 23 US-Dollar. Der durchschnittliche Zielkurs der acht Analysten liegt bei 23,71 CAD — das höchste Einzelziel beträgt 36 CAD.
Die Aktie notierte zuletzt bei 20,28 CAD und hat in den vergangenen 90 Tagen rund 140 % zugelegt. Für 2027 plant das Management die Phase-II-Erweiterung von Sangdong. Parallel sollen weitere Wolframprojekte evaluiert werden — unterstützt durch Beziehungen zu westlichen Regierungen und Rüstungskunden.
Arafura Rare Earths: Offtake-Deadline und der Countdown zur Investitionsentscheidung
Für Arafura läuft die Uhr. Bis Ende März sollen die verbleibenden Abnahmeverträge für das Nolans-Projekt in Australien stehen — eine zentrale Voraussetzung für die finale Investitionsentscheidung (FID), die im zweiten Quartal 2026 fallen soll. Bereits gesichert sind Verträge mit Hyundai/Kia und Siemens Gamesa, die zusammen 66 % des Abnahmeziels von 4.440 Tonnen NdPr-Oxid pro Jahr abdecken.
Neu hinzugekommen ist ein bindender Vertrag mit dem Handelshaus Traxys Europe über mindestens 100 Tonnen jährlich — mit der Option auf bis zu 300 Tonnen. Das deckt bis zu acht Prozent des Gesamtziels ab.
Der Markt honoriert die Fortschritte. Die Aktie legte in den vergangenen 30 Tagen rund 27 % zu und profitierte zusätzlich von der Aufnahme in den S&P/ASX 300 zum 23. März. Über zwölf Monate beträgt das Plus knapp 84 %. Der Analystenkonsens liegt bei 0,33 AUD — oberhalb des letzten Schlusskurses von 0,255 AUD.
Auf der Finanzierungsseite bleiben offene Punkte:
- Rund 134 Mio. US-Dollar an zusätzlichem Eigen- und Fremdkapital werden noch benötigt
- Bedingte Kreditzusagen für Senior-Debt-Fazilitäten über 775 Mio. US-Dollar und eine 80-Mio.-Dollar-Kostenüberschreitungsfazilität stehen
- Eine 100-Mio.-Euro-Beteiligung aus dem deutschen Rohstofffonds befindet sich nach der Bundestagswahl wieder in Verhandlung
- Der NdPr-Oxidpreis hat die Marke von 100 US-Dollar pro Kilogramm überschritten — ein Plus von über 80 % in zwölf Monaten
Für 6,75 Mio. AUD hat Arafura zudem ein Arbeiterlager mit über 200 Zimmern erworben. Eine Investition, die nur Sinn ergibt, wenn das Management fest mit einer positiven FID rechnet.
European Lithium: Tanbreez-Beteiligung dominiert die Bewertungsstory
Die österreichische Wolfsberg-Lithiummine liegt auf Eis — der Lithiumpreis gibt das derzeit nicht her. Stattdessen hat sich European Lithium strategisch neu ausgerichtet. Im Zentrum steht die 37,5-%-Beteiligung an der Tanbreez-Seltenerdenlagerstätte in Grönland, gehalten über Critical Metals Corp. Der Wert dieser Beteiligung lag Anfang Februar 2026 bei rund 769 Mio. AUD — mehr als das 2,5-Fache der gesamten Marktkapitalisierung von European Lithium.
Critical Metals hat im März ein 30-Mio.-Dollar-Beschleunigungsprogramm genehmigt, um Tanbreez zügig in Richtung Produktion zu treiben. Ziel: Erster Erzabbau im vierten Quartal 2028 oder ersten Quartal 2029. Jüngste Bohrergebnisse aus der Hill Zone bestätigten einen gewichteten Durchschnitt von 0,44 % TREO+Y, wobei schwere Seltenerden 26–27 % der Funde ausmachten. Strategisch wertvolle Begleitelemente wie Gallium, Hafnium und Niob sind ebenfalls nachgewiesen.
Die politische Dimension wächst. CEO Tony Sage traf Donald Trump Jr. in Singapur, um über Tanbreez' Potenzial zur Reduzierung der chinesischen Dominanz bei schweren Seltenerden zu sprechen. Die Aufnahme in den S&P/ASX All Ordinaries Index im März 2026 bringt zusätzliche Nachfrage durch passive Indexfonds.
Die Aktie notiert bei 0,225 AUD. Der Analystenkonsens-Zielkurs liegt bei 0,14 AUD — deutlich unter dem aktuellen Kurs. Das Unternehmen selbst sieht den Schlüssel zur Neubewertung in der Inbetriebnahme der Tanbreez-Pilotanlage Mitte 2026.
Graphite One: US-Lieferkette auf Papier — Jahresbericht liefert Fahrplan
Die USA importieren 100 % ihres Graphitbedarfs. Graphite One will das ändern — mit einer integrierten Lieferkette vom Abbau in Alaska bis zur Verarbeitung in Ohio. Der frisch veröffentlichte Jahresbericht 2025 konkretisiert diesen Plan erheblich.
Das Kernkonzept: zwei Standorte. Die Graphite-Creek-Lagerstätte in Alaska liefert das Rohmaterial, eine Verarbeitungsanlage in Ohio produziert Anodenaktivmaterial für Lithium-Ionen-Batterien. Der Start der Ohio-Anlage ist für 2028 geplant — zunächst mit zugekauftem Graphit. Ab 2031 soll eigenes Material aus Alaska verarbeitet werden, bei einer Zielkapazität von 175.000 Tonnen jährlich.
Die Finanzierung stützt sich auf unverbindliche Absichtserklärungen der US-Export-Import-Bank (EXIM) über insgesamt 2,07 Mrd. US-Dollar. Die EXIM-Zusage für die Ohio-Anlage beläuft sich auf 1,4 Mrd. US-Dollar mit 15 Jahren Laufzeit. Die fehlenden 30 % des Projektkapitals sind noch offen. Im Februar 2026 brachte eine Aktienplatzierung 35 Mio. CAD an Bruttoerlösen ein.
Die Genehmigung läuft über das beschleunigte FAST-41-Verfahren. Die Umweltprüfung soll bis September 2026 abgeschlossen sein. Ein Baubeginn in Alaska wäre ab 2027 möglich — vorausgesetzt, die formellen EXIM-Anträge werden 2026 eingereicht.
Der Nettoverlust stieg im Geschäftsjahr 2025 auf 9,14 Mio. US-Dollar, nach 6,8 Mio. im Vorjahr — bedingt durch höhere Entwicklungsausgaben. Die Aktie notiert bei 0,74 Euro und liegt damit rund 25 % unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs über 37 % verloren. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 2,12 US-Dollar.
Antimony Resources: Bohrergebnisse erweitern Mineralisierungszone
Antimony Resources meldet fortlaufend neue Funde am Bald-Hill-Projekt in New Brunswick, Kanada. Am 26. März bestätigte das Unternehmen, dass Grabungen 30 Meter südlich des ursprünglichen Entdeckungsblocks massive Stibnit-Mineralisierung im Grundgestein freigelegt haben. Die neu entdeckte Marcus-(West)-Zone erweitert das bekannte Mineralisierungsgebiet.
Die Hauptzone erstreckt sich über rund 700 Meter Länge bis etwa 350 Meter Tiefe. Die Breiten liegen durchschnittlich bei 3–4 Metern mit Gehalten von rund 3–4 % Antimon. Vom geplanten 10.000-Meter-Bohrprogramm sind bisher 6.500 Meter abgeschlossen. Der Rest soll bis Ende April fertig sein — die Grundlage für eine erste Ressourcenschätzung.
Die Aktie notierte zuletzt bei 1,45 CAD bei einer Marktkapitalisierung von rund 150 Mio. CAD. Am 17. März erreichte sie ihr bisheriges Allzeithoch von 1,65 CAD. Die Performance über zwölf Monate: ein Plus von über 927 %. Analysten sehen ein Kursziel von 1,82 CAD, mit einem Spitzenwert von 2,76 CAD.
Fünf Rohstoffe, fünf Reifegrade — 2026 als Schlüsseljahr
Was diese fünf Unternehmen verbindet, ist der geopolitische Rückenwind. China kontrolliert schätzungsweise 90 % der globalen Verarbeitung kritischer Mineralien. Exportkontrollen bei Graphit, Wolfram und Seltenerden zwingen westliche Abnehmer zu Alternativen. Was sie trennt, ist der Reifegrad:
- Almonty produziert bereits und profitiert direkt vom Wolframpreis-Anstieg. Die Phase-II-Erweiterung bis 2027 ist der nächste Meilenstein
- Arafura steht vor der wohl wichtigsten Entscheidung in der Unternehmensgeschichte — die FID im zweiten Quartal könnte ein Milliardenprojekt auslösen oder verzögern
- European Lithium bietet über die Tanbreez-Beteiligung eine ungewöhnliche Bewertungssituation, muss aber erst geologische und metallurgische Meilensteine liefern
- Graphite One hat einen detaillierten Fahrplan, steckt jedoch noch tief in der Genehmigungs- und Finanzierungsphase
- Antimony Resources befindet sich im frühesten Stadium, zeigt aber mit der Zonenexpansion am Bald Hill vielversprechende Ergebnisse
Die Nachfrage nach Graphit — dem größten Einzelbestandteil in Lithium-Ionen-Batterien — soll sich bis 2030 im Vergleich zu 2023 vervierfachen. Für Seltene Erden treiben Robotik und künstliche Intelligenz die Preise. Wolfram und Antimon sind als Rüstungsmaterialien unverzichtbar. Der strategische Rahmen stimmt für alle fünf Unternehmen. Die Kluft zwischen Narrativ und nachgewiesener Produktion bleibt jedoch die entscheidende Variable — und genau diese Lücke beginnt sich 2026 zu schließen.
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