Bei Warner Bros. Discovery geht es derzeit nicht nur um die Zukunft eines Medienkonzerns, sondern um zwei völlig unterschiedliche Strategien für dessen Zerschlagung oder Weiterführung. Auf der einen Seite steht Netflix mit einem reinen Barangebot für die Premium-Assets, auf der anderen ein feindliches Komplett-Angebot von Paramount Skydance. Im Kurs spiegelt sich dieser Machtkampf bereits deutlich wider – und der Ausgang ist alles andere als trivial.

Zwei konkurrierende Angebote, zwei Szenarien

Netflix hat ein Angebot über 82,7 Milliarden US‑Dollar auf den Tisch gelegt. Dabei geht es nicht um den gesamten Konzern, sondern gezielt um die Filetstücke: Streaming und die großen Studios wie Warner Bros. Pictures, HBO und DC Studios. Co‑CEO Greg Peters stellte klar, dass Netflix die HBO‑Teams nach einem Deal behalten und ihnen Zugang zu einem „größeren Publikum“ verschaffen will.

Paramount Skydance verfolgt einen völlig anderen Ansatz. Der Konkurrent hat eine feindliche Übernahme des gesamten Unternehmens strukturiert und bewertet Warner Bros. Discovery mit 108,4 Milliarden US‑Dollar bzw. rund 30 US‑Dollar je Aktie. Trotz des nominell höheren Preises sehen viele Marktteilnehmer die Finanzierung kritisch: Das Angebot ist stark fremdfinanziert, sieht rund 55 Milliarden US‑Dollar an Schulden vor und stützt sich zusätzlich auf eine persönliche Garantie von Oracle‑Gründer Larry Ellison in Höhe von 40,4 Milliarden US‑Dollar.

Der Markt preist diese Unterschiede bereits ein: Die Aktie notiert aktuell unterhalb des Paramount‑Gebots, aber über dem impliziten Wert des Netflix‑Asset‑Deals. Das signalisiert Skepsis gegenüber der Durchsetzbarkeit der Paramount‑Offerte bei gleichzeitigem Grundvertrauen in das Netflix‑Szenario.

Aktionäre stellen sich gegen Paramount

Besonders deutlich wird die Ablehnung des Paramount‑Plans bei den bisherigen Annahmequoten. Das Konsortium sah sich gezwungen, sein Übernahmeangebot bis zum 20. Februar 2026 zu verlängern, weil die Unterstützung der Anteilseigner bislang äußerst gering ausfiel.

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Die zentralen Punkte:

  • Rund 93 % der stimmberechtigten Aktionäre haben das Paramount‑Angebot bisher abgelehnt.
  • Nur etwa 7 % bzw. 168,5 Millionen Aktien wurden bisher angedient – ein sehr überschaubares Volumen.
  • Die hohe Verschuldung des Paramount‑Deals und die persönliche Garantie Ellisons gelten als zentrale Risikofaktoren.

Anleger bevorzugen derzeit die höhere Planungssicherheit und Liquidität des Barangebots von Netflix (rund 27,75 US‑Dollar je Aktie für die Assets) gegenüber dem höher bepreisten, aber stark schuldenfinanzierten Komplettkauf durch Paramount. Die klare Absage der Mehrheit der Aktionäre wird von Marktbeobachtern als Signal zugunsten der von Netflix angestrebten strategischen Aufspaltung gewertet.

Aufsicht und Recht: Bremsklotz für Netflix

Parallel zum Übernahmekampf wächst der regulatorische Druck. Am 24. Januar 2026 äußerte FCC‑Vorsitzender Brendan Carr deutliche wettbewerbsrechtliche Bedenken gegenüber einer Kombination aus Netflix’ Distributionsmacht und der umfangreichen Content‑Bibliothek von Warner Bros. Discovery. Eine solche Konstellation könnte nach Ansicht der Behörde zu einer zu starken Marktstellung führen.

Für die bevorzugte Netflix‑Transaktion bedeutet das: Der Weg ist steinig, obwohl Verwaltungsrat und Aktionäre diese Lösung klar unterstützen. Das Prüfverfahren nach dem Hart‑Scott‑Rodino‑Gesetz könnte sich über 9 bis 12 Monate hinziehen. Zusätzlich erschwert eine Klage von Paramount, die sich gegen die Exklusivität der Verhandlungen mit Netflix richtet, die Lage weiter und schafft zusätzliche rechtliche Unsicherheit.

Wichtige Wegmarken im aktuellen Prozess sind:

  • Paramount‑Annahmefrist: 20. Februar 2026
  • Erwartete Aktionärsabstimmung: April 2026

Kursbild und Perspektive

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Übernahmefantasie, Schuldenrisiko und Regulierungsmacht im Kursverlauf wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 24,08 Euro und liegt damit deutlich unter dem Paramount‑Gebot, aber weiterhin klar über dem Niveau vor Beginn des Bietergefechts.

Die massive Ablehnung des Paramount‑Angebots durch rund 93 % der Aktionäre stützt aktuell eine Untergrenze im Kurs, da der Markt sich zunehmend am Netflix‑Szenario orientiert. Gleichzeitig setzen die kritischen Aussagen der FCC dem kurzfristigen Aufwärtspotenzial Grenzen, weil sie das Risiko eines langwierigen und möglicherweise auflagenreichen Genehmigungsprozesses erhöhen. Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob Paramount den Baranteil oder die Struktur seines Angebots vor Ablauf der Frist am 20. Februar noch einmal nachschärft oder ob sich der Fokus endgültig auf die regulatorische Hürde für den Netflix‑Deal verlagert.

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