Volkswagen Aktie: Turnaround-Test
Volkswagen liefert überraschend starke Cashflow-Zahlen – und setzt gleichzeitig in China auf einen technologischen Neustart. Das klingt nach Rückenwind. Doch der Konzern steht weiter unter Erwartungsdruck, weil ausgerechnet die früher wichtigste Gewinnregion zur Problemzone geworden ist.
Der Markt spiegelt diese Gemengelage zuletzt eher nüchtern: Am Freitag schloss die Aktie bei 102,70 Euro (-0,72%). Auf 7-Tage-Sicht liegt sie 2,19% im Minus. Auffällig: Der RSI (14 Tage) steht bei 27,8 – ein Hinweis auf kurzfristig stark abgekühlte Stimmung.
Cashflow-Überraschung verschafft Luft
Am 21. Januar meldete Volkswagen für 2025 in der Automobilsparte einen Netto-Cashflow von rund 6 Milliarden Euro. Laut Reuters lag das etwa 1 Milliarde Euro über dem Vorjahr – und vor allem deutlich über der eigenen Erwartung, die ursprünglich bei „etwa null“ gelegen hatte.
Als Treiber nennt das Unternehmen zwei Punkte:
- Abbau von Lagerbeständen zum Jahresende
- niedrigere Investitionen in Werke und Forschung
Passend dazu sank die Investitionsquote im Automobilgeschäft auf rund 12% des Umsatzes (Vorjahr: 14,3%). Kurz gesagt: Mehr Mittelzufluss, weil weniger gebunden und weniger ausgegeben wurde – das verschafft Spielraum, löst aber nicht automatisch die strategischen Baustellen.
China-Architektur startet – mit Tempo
Am 28. Januar folgte der nächste Baustein: der Produktionsstart der „China Electronic Architecture“ (CEA). Die zonale Elektronikarchitektur wurde gemeinsam mit XPENG und CARIAD China entwickelt und kommt erstmals im VW ID. UNYX 07 zum Einsatz.
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Wichtige Eckpunkte der CEA:
- rund 30% weniger elektronische Steuergeräte
- vollständige Over-the-Air-Update-Fähigkeit
- einsetzbar für alle Antriebsarten (Elektro, Hybrid, Verbrenner)
- Entwicklungszeit: 18 Monate (laut Volkswagen Rekord)
Volkswagen verbindet damit klare Effizienzversprechen: Durch lokalisierte Entwicklung sollen Entwicklungszyklen um bis zu 30% kürzer werden, die Entwicklungskosten in ausgewählten Projekten um bis zu 50% sinken. Gerade im chinesischen Wettbewerb, wo Tempo und Software-Features zählen, ist das eine zentrale Stellschraube.
Druck auf Blume – und klare Messpunkte
Laut Reuters fordern Investoren Fortschritte beim Turnaround. Nach dem Ende seiner Doppelrolle als Chef von Volkswagen und Porsche AG erhielt Oliver Blume eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre – gleichzeitig bleibt die Erwartung, dass er liefert.
Im Fokus stehen dabei laut Bericht zwei Themen:
- China-Geschäft: Der frühere Gewinnanker wird zur Herausforderung.
- Software-Kompetenz: Die Rivian-Partnerschaft (Investitionsvolumen: 5 Mrd. US-Dollar) gilt als kritischer Hebel für westliche Märkte.
Kann Volkswagen die Cashflow-Stärke in operative Fortschritte übersetzen? Genau dafür werden die nächsten Termine zum Prüfstein.
Am 10. März 2026 stehen Jahrespressekonferenz und Geschäftsbericht 2025 an – dort dürften neben den vollständigen Zahlen vor allem der Ausblick für 2026 sowie Signale zur Profitabilität in China und zum Fortschritt der Rivian-Partnerschaft im Mittelpunkt stehen.
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