Siemens investiert mehr als 165 Millionen Dollar in neue Fertigungswerke in North und South Carolina — und schafft dabei 350 Arbeitsplätze. Hinter der Expansion steckt ein klares Kalkül: Der Konzern will zum zentralen Strominfrastruktur-Lieferanten für den KI-Rechenzentrum-Boom in den USA werden.

Vier Werke, ein Markt

Die neuen Standorte verteilen sich auf beide Bundesstaaten. In Raleigh entsteht ein 131.000 Quadratfuß großes Werk für vorgefertigte Stromsysteme mit 100 neuen Stellen, in Wendell eine Anlage für Automatisierungs- und Schutzgeräte mit weiteren 50 Jobs — plus mehr als 200 zusätzliche Stellen bis 2028. In South Carolina kommen über Spartanburg und Roebuck zusammen 150 Arbeitsplätze hinzu.

Die Logik dahinter: Vorgefertigte Systeme verkürzen die Installationszeit vor Ort erheblich und helfen Rechenzentrumsbetreibern, Kapazitäten schneller hochzufahren. „Die Kundennachfrage ist auf einem Allzeithoch", erklärte Ruth Gratzke, Präsidentin von Siemens Smart Infrastructure U.S.

Das operative Fundament gibt ihr recht. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 kletterte der Auftragsbestand auf einen historischen Höchstwert von 120 Milliarden Euro — ein Zeichen, dass die Bücher prall gefüllt sind.

Softwarekauf und Regierungspartnerschaft

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Parallel zur Fertigungsoffensive schloss Siemens die Übernahme von Dotmatics ab, einem Anbieter von Life-Sciences-F&E-Software, für 5,1 Milliarden Dollar. Das Unternehmen rechnet mittelfristig mit rund 100 Millionen Dollar jährlichen Umsatzsynergien, langfristig sogar mit über 500 Millionen Dollar. Der adressierbare Markt für Industriesoftware wächst damit um 11 Milliarden Dollar.

Am 11. März unterzeichnete Siemens zudem ein Memorandum of Understanding mit dem US-Energieministerium zur Unterstützung der Genesis Mission — einer Bundesinitiative zur Modernisierung wissenschaftlicher Infrastruktur. Anders als Mitunterzeichner wie OpenAI oder xAI positioniert sich Siemens dabei explizit als Anbieter domänenspezifischer KI-Workflows statt generischer Modelle.

Healthineers-Abspaltung als offener Faktor

Trotz der operativen Dynamik steht die Aktie unter Druck. Mit einem Minus von rund zehn Prozent seit Jahresbeginn notiert sie deutlich unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 261,55 Euro. Auch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell knapp neun Prozent.

Hauptgrund für die Zurückhaltung der Anleger ist die geplante Abspaltung von Siemens Healthineers. Rund 30 Prozent der Anteile sollen direkt an die eigenen Aktionäre abgegeben werden, womit Siemens die Kontrolle über die Medizintechniksparte verliert. Die genauen Konditionen sollen Anfang des zweiten Quartals 2026 bekanntgegeben werden — bis dahin dürfte die Unsicherheit den Kurs weiter belasten, unabhängig davon, wie stark das operative Geschäft läuft.

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