Marktführer in China zurück, Nettogewinn halbiert — der Volkswagen-Konzern präsentiert sich an diesem Freitag in scharfen Widersprüchen. Während aus Wolfsburg die schwerste Ergebniskrise seit dem Dieselskandal aufgearbeitet wird, kommen aus Peking gleich zwei operative Erfolgsmeldungen.

Comeback in China: Marktanteil und Serienstart

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 hat Volkswagen gemeinsam mit Toyota den chinesischen Elektropionier BYD von der Spitze verdrängt. Die Joint Ventures mit FAW und SAIC erzielten laut China Passenger Car Association einen kombinierten Pkw-Marktanteil von 13,9 Prozent — knapp vor Geely mit 13,8 Prozent. Begünstigt wurde die Rückkehr an die Spitze durch das Auslaufen staatlicher Kaufsteuerbefreiungen für Elektrofahrzeuge, die lokalen Herstellern wie BYD jahrelang Rückenwind gegeben hatten.

Parallel dazu lief heute die Serienproduktion des ID. UNYX 08 an — ein vollelektrisches Full-Size-SUV, das auf einer 2023 geschlossenen Technologiepartnerschaft mit Xpeng basiert. Das chinesische Unternehmen liefert autonome Fahrsysteme und die eingesetzten Turing-AI-Chips. Volkswagen gibt an, mit der neuen China-Architektur die Fahrzeugentwicklung um 30 Prozent zu beschleunigen. Bis 2030 sollen insgesamt 50 neue NEVs für den chinesischen Markt folgen, davon mehr als 20 bereits in diesem Jahr.

Schwieriges Erbe aus 2025

Diese Signale aus China treffen auf eine belastete Bilanz. Das operative Ergebnis des Konzerns brach 2025 um 53 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro ein, der Nettogewinn fiel von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro — das schlechteste Ergebnis seit dem Abgasskandal. Als Haupttreiber nannte der Konzern US-Zölle, Währungseffekte und eine Neuausrichtung bei Porsche, dessen operative Marge von 14,5 auf 0,3 Prozent kollabierte.

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Die Reaktion des Managements ist weitreichend: CEO Oliver Blume kündigte an, bis 2030 rund 50.000 Stellen in deutschen Betrieben abzubauen — mehr als ursprünglich mit den Gewerkschaften vereinbart. Jährliche Einsparungen von 15 Milliarden Euro sind das Ziel. Auch die Aktionäre spüren den Druck: Die Dividende für Vorzugsaktien sinkt auf 5,26 Euro je Anteil, rund 17 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Ausblick: Margenaufbau als Leitlinie

Für 2026 peilt Volkswagen eine operative Marge zwischen 4,0 und 5,5 Prozent an, bei einem Umsatzwachstum von bis zu drei Prozent. Langfristig soll die Marge bis 2030 auf 8 bis 10 Prozent steigen. Im europäischen EV-Markt hält der Konzern mit einem Anteil von 27 Prozent eine starke Position — Anfang März lieferte Volkswagen sein viertes millionstes vollelektrisches Fahrzeug aus.

Die Aktie notiert aktuell bei rund 90 Euro und liegt damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von knapp 97,50 Euro. Der RSI von 27,8 signalisiert eine überverkaufte Lage. Ob die operativen Fortschritte in China ausreichen, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, wird sich an den nächsten Quartalsergebnissen ablesen lassen.

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