Der Börsengang der Fintech-Tochter PayPay hätte für SoftBank ein Grund zum Feiern sein sollen. Stattdessen rutscht die Aktie des japanischen Technologiekonzerns ins Minus. Während der Bezahldienst an der Nasdaq ein fulminantes Debüt hinlegt, zwingen eskalierende geopolitische Risiken und explodierende Energiekosten Investoren dazu, SoftBanks milliardenschwere KI-Ambitionen neu zu bewerten.

Historisches Debüt an der Nasdaq

Mit einem Volumen von knapp 880 Millionen US-Dollar markiert der Börsengang von PayPay das größte US-Listing eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Die Papiere starteten am Donnerstag stark und schlossen bei 18,16 US-Dollar deutlich über dem Ausgabepreis. Das beschert dem digitalen Bezahldienst eine Marktbewertung von rund 12,1 Milliarden Dollar. Für SoftBank und seine Telekommunikationssparte, die zusammen die Mehrheit halten, ist das ein lukrativer Meilenstein. Der PayPay-Chef schließt nach diesem Auftakt ein künftiges Dual-Listing in Tokio nicht aus.

Warum die Muttergesellschaft leidet

Trotz dieses Erfolgs geriet das Papier der Muttergesellschaft am Freitag unter die Räder und verlor zeitweise 3,6 Prozent bei hohem Handelsvolumen. Ein Grund dafür sind Umschichtungen institutioneller Anleger und Gewinnmitnahmen im Zuge des PayPay-Börsengangs. Das eigentliche Problem liegt jedoch tiefer. Ein plötzlicher Ölpreisschock, ausgelöst durch den Konflikt im Iran und Sorgen um die Straße von Hormus, treibt die Energiekosten in die Höhe. Das lässt den enormen Strombedarf für die globale KI-Infrastruktur zunehmend unkalkulierbar erscheinen.

Risse im KI-Fundament

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Diese makroökonomische Verschiebung trifft SoftBank an einem empfindlichen Punkt. Der Konzern hat seine Zukunft auf eine 100 Milliarden Dollar schwere Vision für künstliche Intelligenz ausgerichtet. Berichte über ein abrupt gestopptes Milliarden-Rechenzentrum von OpenAI und Oracle in Texas dämpfen die Stimmung im Sektor massiv.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Bonität der Japaner. Nachdem S&P Global den Ausblick wegen einer 30-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI auf negativ gesenkt hatte, stiegen die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) mit rund 355 Basispunkten auf den höchsten Stand seit April 2025. Die Ratingagentur warnt, dass die Wiederherstellung der Liquidität länger dauern könnte als geplant.

Lichtblicke und nächste Schritte

Um den Ausbau der nötigen Datenzentren abzusichern, treibt SoftBank die 4 Milliarden Dollar schwere Übernahme von DigitalBridge voran, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen sein soll. Stabilität liefert derweil das klassische Telekommunikationsgeschäft. Die Tochtergesellschaft meldete für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres Rekordumsätze von 5,2 Billionen Yen und hob die Jahresprognose an.

In den kommenden Wochen rücken nun konkrete Marktkatalysatoren in den Fokus. Neben den anstehenden Quartalszahlen im Mai und möglichen Aussagen der US-Notenbank zur Inflation werden Investoren vor allem die Ablaufdaten der PayPay-Haltefristen genau beobachten. Diese Faktoren bestimmen, wie gut SoftBank den Spagat zwischen dringend benötigter Liquidität und den enormen Kosten seiner KI-Strategie meistert.

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