Der größte europäische Autobauer hat ein historisch schwaches Geschäftsjahr hinter sich, das in einer Halbierung des operativen Gewinns gipfelte. Gleichzeitig verschärft das Management den geplanten Stellenabbau drastisch. Doch warum reagiert der Markt auf dieses vermeintliche Desaster mit vorsichtigem Optimismus?

Die Bilanz für das abgelaufene Jahr 2025 liest sich tiefrot. Das operative Ergebnis brach um 53 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro ein und verfehlte damit die Markterwartungen deutlich. Besonders die sonst so verlässliche Ertragsperle Porsche entwickelte sich zum Bremsklotz: Die operative Marge der Sportwagenmarke kollabierte von 14,5 auf magere 0,3 Prozent. Ursächlich dafür waren schwache China-Verkäufe und die teure strategische Kehrtwende zurück zum Verbrennermotor. In der Folge wird auch die Dividende für Vorzugsaktionäre um rund 17 Prozent auf 5,26 Euro je Anteilsschein gekürzt.

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Harte Einschnitte für das Kerngeschäft

Um gegenzusteuern, greift Konzernchef Oliver Blume hart durch. Bis 2030 sollen in Deutschland nun 50.000 Arbeitsplätze wegfallen – deutlich mehr als die zuvor mit den Gewerkschaften vereinbarten 35.000 Stellen. Parallel treibt das Unternehmen die Fokussierung auf das automobile Kerngeschäft voran. Für die Industrieeinheit Everllence, ehemals MAN Energy Solutions, läuft bereits die zweite Bieterrunde. Vorläufige Gebote bewerten die Sparte, an der VW künftig nur noch einen Minderheitsanteil halten will, mit rund 8 Milliarden Euro.

Dass Investoren den harten Schnitt grundsätzlich positiv aufnehmen, liegt am Ausblick. Für das laufende Jahr 2026 peilt das Management eine operative Umsatzrendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent an, gestützt durch strikte Kostendisziplin und einen soliden Netto-Cashflow von zuletzt 6,4 Milliarden Euro im Autobereich. Die langfristigen Herausforderungen spiegeln sich dennoch im Chart wider: Bei einem aktuellen Kurs von 91,42 Euro verzeichnet das Papier auf 12-Monats-Sicht ein Minus von 16,47 Prozent und notiert spürbar unter der 200-Tage-Linie von 97,50 Euro.

Analysten bleiben gespalten

Angesichts der komplexen Gemengelage aus US-Zöllen, starkem Wettbewerb in China und dem teuren Umbau zur Elektromobilität positionieren sich Marktbeobachter uneinheitlich. Die jüngsten Einschätzungen der Großbanken nach der Zahlenvorlage zeigen ein gemischtes Bild:

  • Kepler Capital: Kaufempfehlung bestätigt (12. März)
  • Barclays: Positive Einschätzung beibehalten (11. März)
  • UBS: Neutrale Bewertung (10. März)
  • Goldman Sachs: Neutrale Bewertung (10. März)

Der Volkswagen-Konzern durchläuft eine schmerzhafte, aber notwendige Transformation. Die Kombination aus drastischem Stellenabbau und dem geplanten Verkauf von Randbereichen wie Everllence soll die Basis für künftiges Wachstum schaffen. Gelingt es dem Management, die für 2030 anvisierte operative Marge von 8 bis 10 Prozent durch die neue Produktoffensive in China und günstigere E-Modelle zu realisieren, dürfte sich auch die fundamentale Bewertung des Unternehmens nachhaltig aufhellen.

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