Die Jahresbilanz für 2025 liest sich wie ein Krisenszenario: Ein fast halbierter Nettogewinn, eine kollabierende Marge bei der Vorzeigetochter Porsche und der geplante Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland. Dennoch reagieren Anleger am heutigen Dienstag erstaunlich gelassen auf die Zahlen von Europas größtem Autobauer. Steckt das Schlimmste für den Konzern bereits in den Kursen?

Historisches Tief und das Porsche-Problem

Der Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht den Ernst der Lage. Das operative Ergebnis fiel im abgelaufenen Jahr um 53 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig schmolz die Umsatzrendite auf magere 2,8 Prozent zusammen – das schlechteste Niveau seit der Abgaskrise 2016. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung ist ausgerechnet die einstige Ertragsperle Porsche. Die Sportwagentochter verzeichnete einen beispiellosen operativen Absturz um 98 Prozent auf nur noch 90 Millionen Euro. Belastungen durch US-Zölle und ein teurer Strategieschwenk zur Verlängerung der Verbrennermotoren schlugen hier massiv auf die Konzernmutter durch.

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Radikaler Stellenabbau und Verkauf von Sparten

Um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken, greift das Management nun hart durch. Konzernchef Oliver Blume kündigte an, bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Das betrifft nicht mehr nur die Kernmarke, sondern auch Audi, Porsche und die Softwaretochter Cariad. Gleichzeitig forciert das Unternehmen den Konzernumbau, um frisches Kapital für die Transformation zu generieren. So stößt die Auktion für die Verbrennungsmotor-Tochter Everllence auf starkes Interesse bei Finanzinvestoren: Die vorläufigen Gebote liegen mit rund acht Milliarden Euro bereits mehr als 30 Prozent über den ursprünglichen Erwartungen.

Warum die Aktie trotzdem steigt

Trotz einer um 17 Prozent gekürzten Dividende von 5,26 Euro je Vorzugsaktie honoriert der Markt den Ausblick für das laufende Jahr. Volkswagen peilt für 2026 wieder eine operative Marge zwischen 4 und 5,5 Prozent an. Zudem stiegen die Auslieferungen von Elektroautos zuletzt um 55 Prozent, und der Netto-Cashflow im Automobilgeschäft verbesserte sich auf 6,4 Milliarden Euro. Diese operativen Lichtblicke stützen den Kurs. Am heutigen Handelstag verzeichnet das Papier ein leichtes Plus von 1,34 Prozent auf 90,76 Euro. Seit Jahresbeginn (YTD) steht zwar weiterhin ein Minus von 14,46 Prozent zu Buche, doch der von Marktbeobachtern befürchtete tiefe Absturz unmittelbar nach den schwachen Zahlen blieb aus.

Der Konzern hat mit der Vorlage der 2025er-Bilanz reinen Tisch gemacht und das Ausmaß der operativen Schwäche offengelegt. Nun hängt die weitere Entwicklung maßgeblich davon ab, ob das Management die ambitionierten Restrukturierungspläne und den massiven Stellenabbau planmäßig umsetzen kann. Die zügige Stabilisierung der Porsche-Rendite und die Bewältigung der Zoll-Herausforderungen auf dem US-Markt werden dabei die entscheidenden Faktoren für den Unternehmenserfolg im laufenden Geschäftsjahr sein.

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