Volkswagen liefert zum Wochenausklang ein deutlich stärkeres Signal als erwartet: Ein kräftiger Sprung beim Netto-Cashflow der Autosparte, ein rigoros vereinfachtes Management sowie neue Recyclingpläne in Zwickau setzen neue Akzente in der Transformation des Konzerns. Im Zentrum steht die Frage, ob der verbesserte Mittelzufluss und der Umbau im „Core“-Geschäft ausreichen, um den zunehmenden Druck in China abzufedern. Die Vorzugsaktie reagiert mit einem klaren Plus und setzt sich an die DAX-Spitze.

Starker Netto-Cashflow und straffer Umbau

Volkswagen meldet für das Automobilgeschäft 2025 einen Netto-Cashflow von rund 6 Milliarden Euro. Damit liegt der Wert:

  • etwa 1 Milliarde Euro über dem Vorjahr
  • deutlich über den Markterwartungen, die lediglich mit einem Cashflow nahe Null gerechnet hatten

Analysten – unter anderem bei Jefferies – zeigen sich von der operativen Cash-Generierung klar positiv überrascht. Für einen kapitalintensiven Hersteller ist ein solcher Überschuss ein wichtiges Signal: Er verschafft Spielraum für Investitionen in Elektromobilität, Software und neue Technologien, ohne die Bilanz übermäßig zu belasten.

Parallel dazu treibt der Konzern den Umbau seiner Markengruppe „Core“ voran. Diese umfasst:

  • VW Pkw
  • Škoda
  • SEAT/CUPRA
  • VW Nutzfahrzeuge

Ab Januar 2026 wird die Führungsstruktur dieser Gruppe deutlich gestrafft, bis Juli soll die Neuorganisation abgeschlossen sein. Rund ein Drittel der bisherigen Vorstands- und Managementpositionen entfällt. Künftig werden zentrale Funktionen wie Produktion, Entwicklung und Einkauf markenübergreifend gesteuert. Ziel ist es, Doppelstrukturen abzubauen, Entscheidungen zu beschleunigen und die Kostenbasis spürbar zu senken.

Volkswagen nennt als konkrete Zielgröße Einsparungen von rund 1 Milliarde Euro bis 2030. Die Kombination aus höherem Cashflow und Kostensenkungsprogramm stützt die Investmentstory: Der Konzern will seine Profitabilität im Kerngeschäft erhöhen, um die Transformation aus eigener Kraft zu finanzieren.

Zwickau wird Recycling-Drehscheibe

Flankierend meldet Volkswagen einen weiteren Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Am Standort Zwickau startet der Aufbau eines neuen Kompetenzzentrums für Recycling und Demontage. Geplant ist ein Investitionsvolumen von bis zu 90 Millionen Euro, unterstützt durch Fördergelder des Freistaats Sachsen.

Ab 2030 sollen dort jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zerlegt und recycelt werden. Der Schritt zahlt auf mehrere Ziele ein:

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  • effizientere Nutzung von Rohstoffen
  • Verringerung von Entsorgungs- und Umweltkosten
  • Aufbau von Know-how für geschlossene Materialkreisläufe, etwa bei Batterien

Für Volkswagen ist das ein Baustein, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig langfristig Kosten zu senken.

Marktumfeld, Bewertung und Risiken

Die positiven Unternehmensnachrichten treffen auf ein insgesamt freundliches Marktumfeld. Der DAX notiert nahe seinem Allzeithoch, gestützt durch:

  • zurückgenommene US-Zollandrohungen durch Präsident Trump
  • angepasste deutsche E-Auto-Subventionen, die laut Warburg Research das Sentiment für den Sektor verbessert haben

Operativ kann der Konzern seine Position im Elektrosegment untermauern. Für 2025 meldet Volkswagen:

  • rund 1 Million verkaufte vollelektrische Fahrzeuge (BEV), ein Plus von 32 %
  • über 400.000 Plug-in-Hybride, ein Zuwachs von 58 %

Trotz dieser Volumenausweitung bleibt die Bewertung moderat. Für 2026 wird ein erwartetes KGV von 4,4 genannt, die Dividendenrendite liegt bei über 6 %. Historisch gesehen wirkt das günstig, insbesondere vor dem Hintergrund des jetzt besser als erwarteten Cashflows.

Gleichzeitig blendet Volkswagen die Risiken nicht aus. Der Konzern warnt vor:

  • sinkenden Gewinnen aus den chinesischen Joint Ventures
  • einem weiter angespannten Preisumfeld im Jahr 2026

Damit ist klar: Die starke Cash-Entwicklung und der Umbau der „Core“-Gruppe sind auch eine Antwort auf strukturellen Gegenwind in einem seiner wichtigsten Märkte.

Chartbild und Kennzahlen

Charttechnisch profitiert die Aktie vom jüngsten Impuls. Der Kurs liegt heute bei 105,60 Euro und damit spürbar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 102,92 Euro. Vom 52‑Wochen-Tief bei 83,16 Euro hat sich der Titel deutlich entfernt, der Abstand beträgt knapp 27 %. Zum Hoch der vergangenen zwölf Monate bei 109,95 Euro fehlen hingegen nur rund 4 %.

Aus technischer Sicht hat sich das Bild damit aufgehellt. Marktbeobachter sehen die Zone um 115 Euro – ein aktuelles Kursziel verschiedener Analysten – als nächsten relevanten Widerstand. Der heutige Kurs knüpft an die jüngste positive Sieben-Tage-Entwicklung von gut 4 % an, während die Performance seit Jahresanfang mit leicht negativem Vorzeichen (-0,66 %) zeigt, dass die aktuelle Bewegung noch relativ frisch ist.

Nächster Termin: 10. März bringt Klarheit

Der nächste zentrale Termin steht bereits fest: Am 10. März 2026 legt Volkswagen die vollständigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 sowie den detaillierten Ausblick für 2026 vor. Im Fokus werden dann vor allem die Margen der Markengruppe „Core“ stehen und die Frage, wie schnell die angekündigten Kostensenkungen im Ergebnis sichtbar werden.

Ebenfalls entscheidend wird sein, in welchem Ausmaß der Konzern den erwarteten Gegenwind aus China in seinen Prognosen einpreist. Gelingt es Volkswagen, die heute gemeldete Cashflow-Stärke mit einer klaren Strategie für Profitabilität und Preisdruck zu unterlegen, könnte der Bereich um 115 Euro zur Bewährungsprobe für den aktuellen Aufwärtstrend werden.

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