Volkswagen muss zum Wochenstart zwei sehr unterschiedliche Baustellen gleichzeitig managen: Bei MAN gibt es eine Einigung, die dem Werk Salzgitter für Jahre Planungssicherheit gibt. Gleichzeitig startet der zweite Strafprozess im Audi-Dieselskandal – ein juristischer Altlasten-Block, der den Konzern weiter begleitet. Wie stark überlagern solche Gegensignale die operative Story?

Salzgitter: Deal bringt Ruhe

Beim seit Monaten laufenden Streit um die Zukunft des MAN-Werks in Salzgitter haben sich IG Metall und Betriebsrat auf eine umfassende Vereinbarung verständigt. Kern ist ein verbindlicher Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis Ende 2035. Für den Standort ist das vor allem eins: ein Stück Kalkulierbarkeit.

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Wichtig dabei: MAN gehört zur TRATON Group und damit zum Volkswagen-Konzern. Der Hintergrund der Verhandlungen ist der bereits angekündigte Stellenabbau bei MAN: Im November 2025 hatte das Unternehmen 2.300 Jobs in Deutschland über zehn Jahre in Aussicht gestellt, davon 600 in Salzgitter.

Die wichtigsten Punkte der Einigung:
- Kündigungsschutz bis 31. Dezember 2035, mit Option auf Verlängerung bis 2040
- 59 Mio. Euro Investitionszusage für den Standort
- Personalanpassungen nur im Rahmen der demografischen Entwicklung

Audi-Diesel: Zweiter Prozess läuft an

Parallel dazu begann am Montag der zweite Strafprozess im Audi-Dieselskandal. Angeklagt sind vier ehemalige Manager, darunter der frühere Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Die Verteidigung weist die Vorwürfe zurück.

Im Kern geht es um Betrugsvorwürfe rund um Dieselmotoren, bei denen Software Abgastests manipuliert haben soll. Bei Hackenberg bezieht sich die Anklage laut Angaben auf rund 239.000 Fahrzeuge. Der Komplex erinnert daran, dass der 2015 öffentlich gewordene Dieselskandal den Konzern bis heute rechtlich beschäftigt.

Umbau und nächster Termin

Die aktuellen Meldungen fallen in eine Phase, in der Volkswagen seinen Konzernumbau weiter vorantreibt. Erst am 21. Januar 2026 hatte der Konzern die Neuordnung seiner Massenmarken bekanntgegeben: Produktion, Technische Entwicklung und Einkauf werden in einem markenübergreifenden Markengruppenvorstand gebündelt. Ziel sind laut Unternehmen Einsparungen von 1 Mrd. Euro bis 2030 im Produktionsbereich.

Am Kapitalmarkt bleibt der Blick zudem auf den nächsten harten Fixpunkt gerichtet: Am 10. März 2026 will Volkswagen die Zahlen für Q4 2025 vorlegen. Im Januar hatte der Konzern bereits betont, die Automobile-Sparte habe Prognosen bei Cashflow und Liquidität deutlich übertroffen.

Auch chartseitig wirkt die Lage eher abwartend: Der Schlusskurs lag am Montag bei 103,10 Euro, nahe am 50-Tage-Durchschnitt (103,94 Euro). Auffällig ist der RSI von 27,8, der auf eine deutlich überverkaufte Situation hindeutet. Der nächste klare Impuls dürfte damit eher aus den Quartalszahlen am 10. März kommen – während die juristische Aufarbeitung bei Audi als Dauerrauschen im Hintergrund bleibt.

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