Während Volkswagen in Deutschland den Konzernumbau mit einem weitreichenden Vorruhestandsprogramm vorantreibt, meldet der Konzern aus China einen technischen Durchbruch. Die Aktie schloss die Woche dennoch im Minus – bei 102,65 Euro und einem Tagesverlust von 0,87 Prozent. Kann die China-Offensive die Belastungen im Heimatmarkt kompensieren?

Die wichtigsten Fakten:
- Vorruhestand ab 57 Jahren für Jahrgänge 1969/1970
- Neue Software-Architektur startet in Serienproduktion
- Rückruf von über 44.000 ID.4-Fahrzeugen wegen Brandrisiko
- Absatz 2025 leicht rückläufig auf 8,9 Millionen Einheiten

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Sozialverträglicher Jobabbau läuft an

Die Konditionen sind konkret: Mitarbeiter der Jahrgänge 1969 und 1970 können seit dem 26. Januar in den vorzeitigen Ruhestand wechseln. Volkswagen bietet eine Entgeltaufstockung auf bis zu 95 Prozent des Nettolohns und übernimmt die vollen Rentenkassenbeiträge. Der Konzern rechnet damit, dass etwa 70 Prozent der Berechtigten das Angebot annehmen.

Hinter der Maßnahme steht ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 sollen rund 35.000 Stellen abgebaut werden. Der Personalumbau ist Teil einer umfassenden Kostensenkungsstrategie, die Volkswagen im globalen Wettbewerb wettbewerbsfähig halten soll.

China-Architektur in Rekordzeit entwickelt

Parallel läuft die technologische Aufholjagd in Fernost auf Hochtouren. Am 29. Januar startete die Serienproduktion der ersten lokal entwickelten "China Electronic Architecture" (CEA). Die zonale Hochleistungs-Elektronikarchitektur reduziert die Anzahl der Steuergeräte um 30 Prozent und soll deutliche Kosteneinsparungen ermöglichen.

Bemerkenswert: Die Entwicklungszeit betrug lediglich 18 Monate. Das erste Modell auf der neuen Plattform, der ID.Unyx 07, demonstriert Volkswagens Tempo bei der Lokalisierung. Flankiert wird die Strategie durch eine neue Partnerschaft mit der Cheche Group für datenbasierte Versicherungslösungen im E-Mobilitätsbereich.

Operative Belastungen bleiben

Die Fortschritte werden durch operative Herausforderungen konterkariert. Ein aktueller Rückruf betrifft über 44.000 Einheiten des ID.4 wegen eines möglichen Brandrisikos im Batteriesystem. Die globalen Absatzzahlen für 2025 zeigen zudem einen leichten Rückgang von 0,5 Prozent auf 8,9 Millionen Fahrzeuge. Toyota baute seine Marktführerschaft mit über 11,3 Millionen verkauften Einheiten weiter aus.

Die politische Diskussion um die deutschen Standorte hält an. Ende Januar diskutierte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Bürgern über die Zukunft des Werks in Zwickau-Mosel – ein Indikator für die anhaltende Standortunsicherheit.

Die Volkswagen-Aktie notiert aktuell rund 10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 114,20 Euro. Ob die China-Strategie den Konzernumbau schnell genug kompensiert, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Die nächsten Absatzzahlen dürften erste Hinweise liefern, ob die lokale Entwicklungskompetenz in China die erhoffte Marktdynamik entfacht.

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