Die österreichische Voestalpine hat zum Wochenende einen Doppelschlag gelandet: Erst hebt die Wiener Privatbank das Kursziel kräftig an, dann folgt ein strategischer Großauftrag aus der Ukraine. Kann der Stahlkonzern damit die Skepsis am Markt endgültig abschütteln? Ein Blick auf die Fakten zeigt: Hier bahnt sich mehr an als nur eine kurzfristige Erholung.

Analystenschock: Kursziel um 30% nach oben

Die Wiener Privatbank hat am Freitag für Aufsehen gesorgt. Analyst Nicolas Kneip katapultierte das Kursziel von 28,20 Euro auf 36,50 Euro – eine Anhebung um fast 30 Prozent. Der Grund: solide Quartalszahlen und vor allem eine deutlich angehobene Prognose beim Free Cash Flow.

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Statt der ursprünglich avisierten 300 Millionen Euro erwartet der Konzern nun rund 350 Millionen Euro. Kneip sieht sogar noch Luft nach oben. Die wichtigsten Eckdaten der neuen Studie:

  • Gewinn je Aktie 2025/26: 2,43 Euro
  • Dividendenprognose: 0,87 bis 1,68 Euro in den kommenden Jahren
  • Faire Bewertung: knapp unter dem aktuellen Kursniveau von über 37 Euro

Interessant: Trotz der kräftigen Anhebung stuft die Bank das Papier faktisch als Halteposition ein. Der faire Wert liegt mittlerweile nur noch knapp unter der aktuellen Notierung – ein Zeichen dafür, dass die Rally der vergangenen Monate bereits viel vorweggenommen hat.

Ukraine-Deal: Kleine Tonnage, große Signalwirkung

Parallel zum Analystenupgrade verkündete Voestalpine einen Zusatzauftrag aus Kiew. Die Ukrainische Eisenbahn (Ukrzaliznytsia) ordert weitere 10.000 Tonnen Schienen, die ab Mai 2026 geliefert werden sollen. Das erhöht das Gesamtvolumen bestehender Rahmenverträge auf rund 46.000 Tonnen.

Finanziert wird das Projekt durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im Rahmen der „Emergency Support for Ukrainian Railways"-Initiative. Für Voestalpine bedeutet das:

  • Null Zahlungsausfallrisiko dank EBRD-Deckung
  • Strategische Positionierung als Partner für europäische Infrastruktur – selbst in Krisengebieten
  • Gesicherte Auslastung im Walzwerk Donawitz

Zugegeben: 10.000 Tonnen klingen bei einer Jahresproduktion von etwa 800.000 Tonnen Schienen überschaubar. Doch die symbolische Wirkung wiegt schwer. Während Wettbewerber wie Salzgitter mit Pipeline-Projekten punkten, beweist Voestalpine seine Stärke in der Nische.

Cashflow-Disziplin überzeugt – aber bleibt das Momentum?

Der Markt honoriert derzeit vor allem eines: die strikte Kontrolle über den Cashflow. Die angehobene Prognose von 350 Millionen Euro zeigt, dass das Management die Kostenseite im Griff hat – trotz schwierigem Umfeld in den Kernmärkten Automobil und Bau.

Charttechnisch bleibt die Lage spannend. Der Bereich um 36,50 Euro – nun deckungsgleich mit dem neuen Kursziel der Wiener Privatbank – fungiert als wichtige Unterstützung. Ein nachhaltiger Ausbruch über 37,50 Euro könnte weiteres Momentum freisetzen. Doch Vorsicht: Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben volatil. Ob die Aktie ihre beeindruckende Performance fortsetzen kann, hängt maßgeblich davon ab, ob die Erholung in den Industriemärkten Fahrt aufnimmt – oder sich als Strohfeuer erweist.

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