Voestalpine Aktie: Wandelanleihe drückt
Voestalpine greift erneut zum Kapitalmarkt – und das ausgerechnet kurz nach dem jüngsten Hoch. Der Konzern will eine bestehende Wandelanleihe aufstocken und damit zusätzlichen Spielraum bei der Refinanzierung schaffen. Für Aktionäre ist dabei vor allem entscheidend: Wie stark verwässert das am Ende – und was heißt das für den Kurs?
Mehr Volumen – ohne Bezugsrechte
Am Montag hat Voestalpine per Ad-hoc mitgeteilt, die Wandelanleihe aus dem Jahr 2023 um bis zu 35 Mio. Euro zu erhöhen. Damit könnte der gesamte Nennbetrag auf 285 Mio. Euro steigen. Geplant ist das Angebot – vorbehaltlich Aufsichtsratszustimmung und abhängig von den Marktbedingungen – frühestens für die zweite Märzhälfte. Es richtet sich ausschließlich an institutionelle Investoren außerhalb der USA und weiterer ausgeschlossener Jurisdiktionen.
Wichtig für bestehende Aktionäre: Bezugsrechte sind ausgeschlossen. Für mögliche Wandlungen setzt der Vorstand auf eigene Aktien. Im Bestand liegen 7.098.547 Stück, das entspricht 3,98% des Grundkapitals. Für alle Wandlungsrechte inklusive der Aufstockungstranche wären bis zu 7.039.227 Aktien (3,94%) nötig – also nahezu der gesamte aktuelle Bestand.
Am Markt kam die Nachricht zunächst nicht gut an: Die Aktie verliert heute 5,77% auf 43,10 Euro, nachdem sie gestern noch bei 45,74 Euro geschlossen hatte. Auf Wochensicht summiert sich das Minus damit auf 11,17%.
Operativ besser – Prognose bleibt stehen
Die Kapitalmaßnahme trifft allerdings nicht auf ein angeschlagenes Umfeld. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 (April bis Dezember 2025) meldete Voestalpine 11,1 Mrd. Euro Umsatz. Das EBITDA stieg um 7,2% auf 1,0 Mrd. Euro, das EBIT legte um 20,9% auf 473 Mio. Euro zu.
Trotz hoher Investitionen für das Dekarbonisierungsprojekt „greentec steel“ sank die Nettoverschuldung auf 1,4 Mrd. Euro (–27,4% zum Vorjahr). Das Eigenkapital stieg auf 7,6 Mrd. Euro, die Gearing Ratio verbesserte sich von 26,2% auf 18,7%. Am Ausblick hält der Konzern fest: Für 2025/26 bleiben 1,4 bis 1,55 Mrd. Euro EBITDA das Ziel.
Strukturthemen: CBAM, Greentec und Dividendenregel
Rückenwind kommt laut Meldung auch aus der Regulierung: Seit dem 1. Januar 2026 ist der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der EU in Kraft, der Importe aus Drittländern verteuert und damit den Preisdruck durch günstigen Stahl von außen verringern soll. Zusätzlich werden Nachfolgeregeln für Mitte 2026 auslaufende Schutzmaßnahmen erwartet – spätestens im Sommer, nach Zustimmung von EU-Parlament und Rat.
Strategisch bleibt „greentec steel“ ein zentraler Baustein: 1,5 Mrd. Euro sind für die Dekarbonisierung eingeplant, unter anderem für je einen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz. Ab 2027 soll CO₂-reduzierter Stahl produziert werden, das Ziel lautet –30% CO₂ bis 2029 gegenüber 2019.
Dazu kommt eine neue Dividendenpolitik: Ab dem Geschäftsjahr 2025/26 sollen 30% des Gewinns je Aktie ausgeschüttet werden, sofern die Verschuldungsquote nach Dividende unter 2,0 liegt; eine Mindestdividende von 0,40 Euro ist angekündigt.
Unterm Strich erklärt die Wandelanleihe-Aufstockung den jüngsten Druck im Kurs, während die operativen Kennzahlen und die bestätigte Prognose das Gegengewicht liefern. Der nächste konkrete Termin steht bereits: Am 3. Juni 2026 will Voestalpine den nächsten Quartalsbericht vorlegen.
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