Die frisch vorgelegten Jahreszahlen für 2025 offenbaren bei Valneva tiefgreifende strategische Verschiebungen. Während das Basisgeschäft solide wächst, reißt der vollständige Rückzug des Chikungunya-Impfstoffs aus dem US-Markt eine spürbare Lücke. Umso stärker rückt nun ein entscheidender Meilenstein in den Fokus der Anleger, der die Bewertung des Unternehmens in den kommenden Monaten dominieren dürfte.

IXCHIQ-Rückzug zwingt zur Neuausrichtung

Im Januar 2026 zog das Management die Konsequenzen und nahm die Zulassungsanträge für den Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ in den Vereinigten Staaten freiwillig zurück. Vorausgegangen war eine Suspendierung durch die FDA im vergangenen August. Die Behörde hatte reagiert, nachdem Berichte über mehr als 20 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse sowie ein Todesfall durch Enzephalitis im direkten Zusammenhang mit dem Vakzin aufgetreten waren.

Als Ausgleich versucht das Unternehmen nun, den Vertrieb auf Schwellenländer zu verlagern. In Brasilien startete im Februar bereits eine Pilot-Impfkampagne in Zusammenarbeit mit dem Instituto Butantan. Ziel ist es, 20 bis 40 Prozent der dortigen Zielbevölkerung zu erreichen, wobei das Management von einer vielversprechenden Resonanz spricht.

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Solides Basisgeschäft federt Verluste ab

Abseits des US-Rückschlags zeigte sich das kommerzielle Portfolio widerstandsfähig. Der Reiseimpfstoff IXIARO verzeichnete ein leichtes Plus und trug 98,4 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von 174,7 Millionen Euro bei. Dennoch stieg der Nettoverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich auf 115,2 Millionen Euro an. Dieser optisch drastische Sprung gegenüber dem Vorjahresverlust von lediglich 12,2 Millionen Euro resultiert primär aus einem fehlenden Sondereffekt: 2024 hatte der Verkauf eines Priority Review Vouchers noch knapp 91 Millionen Euro in die Kassen gespült.

Gleichzeitig stiegen die Forschungs- und Entwicklungskosten auf 85,3 Millionen Euro, getrieben durch das Phase-2-Shigella-Programm und Verpflichtungen rund um IXCHIQ. Für das laufende Jahr 2026 peilt das Management nun Produktumsätze zwischen 155 und 170 Millionen Euro bei einem sinkenden Cash-Burn an.

Pfizer-Kooperation als zentraler Kurstreiber

Die langfristige Perspektive des Unternehmens hängt nun maßgeblich am Lyme-Borreliose-Kandidaten VLA15. Partner Pfizer hat die Phase-3-Impfungen der entscheidenden Wirksamkeitsstudie bereits abgeschlossen. Die Daten sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2026 veröffentlicht werden. Bei einem positiven Ausgang plant Pfizer die Einreichung der Zulassungsanträge in den USA und Europa noch im selben Jahr. Ein Erfolg würde Valneva nicht nur initiale Meilensteinzahlungen von 143 Millionen US-Dollar bescheren, sondern auch langfristige Umsatzbeteiligungen von bis zu 22 Prozent sichern.

Mit einem extrem niedrigen RSI-Wert von aktuell 14,7 gilt die Aktie, die am Freitag bei 4,52 Euro aus dem Handel ging, technisch als stark überverkauft. Die fundamentale Neubewertung des Papiers hängt in den kommenden Monaten fast ausschließlich von den anstehenden Phase-3-Daten zur Lyme-Borreliose ab. Fallen diese positiv aus, steht der Weg für eine lukrative Vermarktung offen. Enttäuschen die Ergebnisse, fehlt Valneva nach dem US-Aus von IXCHIQ ein entscheidender kommerzieller Wachstumsmotor.

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