Valneva Aktie: Brasilien-Offensive gestartet
Nach dem Rückzug aus den USA setzt Valneva auf Schwellenländer. Gemeinsam mit dem brasilianischen Instituto Butantan startet der französische Impfstoffhersteller eine großangelegte Pilotimpfkampagne gegen das Chikungunya-Virus. Bis zu 500.000 Dosen sollen in zehn ausgewählten Gemeinden verimpft werden – ein strategischer Neuanfang nach dem FDA-Debakel?
Die wichtigsten Fakten:
- Start der Pilot Vaccination Strategy in Brasilien am 3. Februar 2026
- Bis zu 500.000 gespendete IXCHIQ-Dosen für zehn Gemeinden
- Zielgruppe: Erwachsene zwischen 18 und 59 Jahren
- Angestrebte Impfquote: 20 bis 40 Prozent der Zielbevölkerung
- US-Zulassungsantrag im Januar 2026 zurückgezogen
Von der FDA gestoppt
Im Januar 2026 zog Valneva seinen Zulassungsantrag für IXCHIQ in den USA freiwillig zurück. Die FDA hatte im August 2025 die Lizenz suspendiert und einen klinischen Stopp verhängt. Auslöser war ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis bei einem jüngeren Erwachsenen, der drei Impfstoffe gleichzeitig erhalten hatte. Einen kausalen Zusammenhang konnte Valneva nicht ausschließen, auch wenn dieser nicht bestätigt wurde.
Der Verlust des US-Marktes wiegt schwer. Doch IXCHIQ bleibt in Europa, Kanada, Großbritannien und Brasilien zugelassen. Die brasilianische ANVISA genehmigte den Impfstoff im April 2025 als erste Behörde in einem Land, in dem Chikungunya endemisch vorkommt.
Schwellenländer als neue Priorität
Das Pilotprogramm in Brasilien verfolgt einen doppelten Zweck. Es soll die Impfstoffversorgung in betroffenen Regionen verbessern und gleichzeitig Daten für Post-Marketing-Studien liefern. Valneva erhofft sich Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit von IXCHIQ unter realen Bedingungen – eine Grundlage, die nach dem US-Rückschlag umso wichtiger wird.
Die zehn ausgewählten Gemeinden wurden nach epidemiologischen und operativen Kriterien bestimmt. Das brasilianische Gesundheitsministerium erhält die Dosen als Spende über Instituto Butantan, der als lokaler Partner auftritt.
Finanzen unter Druck
In den ersten neun Monaten 2025 steigerte Valneva den Gesamtumsatz auf 127,0 Millionen Euro – ein Plus von knapp neun Prozent. Die Produktumsätze kletterten auf 119,4 Millionen Euro. Doch unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 65,2 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 24,7 Millionen Euro zu Buche stand. Allerdings enthielt dieser einen Einmalerlös von 90,8 Millionen Euro aus dem Verkauf eines Priority Review Vouchers.
Die liquiden Mittel beliefen sich Ende September 2025 auf 143,5 Millionen Euro. Damit verfügt das Unternehmen über finanzielle Spielräume, während es seine Strategie neu ausrichtet. Die Phase-3-Studie VALOR zum Borreliose-Impfstoffkandidaten VLA15, entwickelt mit Pfizer, läuft planmäßig und gilt als künftiger Wachstumstreiber.
Die Brasilien-Initiative zeigt, wie Valneva nach dem US-Rückschlag operiert: pragmatisch, mit Fokus auf Märkte mit hohem medizinischem Bedarf. Ob diese Strategie die Verluste kompensieren kann, hängt vom Erfolg der Pipeline und der Akzeptanz von IXCHIQ in den verbleibenden Märkten ab.
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