Valneva Aktie: Brasilien-Offensive
Nach dem Rückzug aus den USA setzt Valneva auf Südamerika: Gemeinsam mit dem Instituto Butantan startet der französische Impfstoffentwickler eine groß angelegte Pilot-Impfkampagne mit dem umstrittenen Chikungunya-Vakzin IXCHIQ in Brasilien. Bis zu 500.000 Dosen werden kostenlos zur Verfügung gestellt – doch geht es weniger um Altruismus als um dringend benötigte Real-World-Daten nach dem FDA-Debakel.
Die Eckdaten der Kampagne:
- Umfang: Bis zu 500.000 Impfdosen für zehn ausgewählte Gemeinden
- Zielgruppe: Erwachsene zwischen 18 und 59 Jahren
- Impfquote: 20 bis 40 Prozent der Zielbevölkerung
- Zweck: Post-Marketing-Studien zur Wirksamkeit unter Realbedingungen
Neustart nach FDA-Suspendierung
Die Brasilien-Kampagne kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Im August 2025 hatte die FDA die US-Zulassung von IXCHIQ nach Berichten über schwerwiegende unerwünschte Ereignisse ausgesetzt. Valneva zog die Lizenz im Januar 2026 freiwillig zurück. Die Partnerschaft mit dem Serum Institute of India wurde im Dezember 2025 beendet.
Brasilien bietet nun die Gelegenheit zur Rehabilitation: Als weltweit am stärksten betroffenes Land mit über einer Million Chikungunya-Fällen zwischen 2019 und 2024 ist der medizinische Bedarf real. Allein 2024 führten 263.502 Infektionen zu 246 Todesfällen. Das durch Aedes-Mücken übertragene Virus verursacht starke Gelenk- und Muskelschmerzen, die Monate bis Jahre anhalten können.
Pipeline als Hoffnungsträger
Während IXCHIQ unter Bewährung steht, fokussiert sich Valneva auf vielversprechendere Kandidaten. Der Lyme-Borreliose-Impfstoff VLA15 durchläuft planmäßig die Phase-3-Studie VALOR, erste Daten werden in den kommenden Wochen erwartet. Zudem meldete das Unternehmen im November 2025 positive Phase-1-Ergebnisse für den Zika-Impfstoff VLA1601.
Finanziell zeigt sich Valneva stabil: Die Produktumsätze stiegen in den ersten neun Monaten 2025 auf 119,4 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2025 peilt das Unternehmen Gesamterlöse zwischen 165 und 180 Millionen Euro an. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende September auf 143,5 Millionen Euro.
Die Brasilien-Kampagne ist mehr als eine humanitäre Geste – sie ist eine strategische Notwendigkeit. Nur mit überzeugenden Daten aus endemischen Regionen kann Valneva das Vertrauen in IXCHIQ wiederherstellen und den Zugang zu lateinamerikanischen Märkten sichern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Rechnung aufgeht.
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