UnitedHealth Aktie: Senatsbericht belastet
UnitedHealth steht unter Druck. Ein Untersuchungsbericht des US-Senats wirft dem Gesundheitskonzern vor, systematisch Medicare-Zahlungen in die Höhe getrieben zu haben. Gleichzeitig sorgt Präsident Trumps neue Gesundheitsreform für Unsicherheit in der Branche. Die Quartalszahlen am 27. Januar könnten zur Richtungsentscheidung werden.
Senat wirft UnitedHealth aggressive Praktiken vor
Der Justizausschuss des Senats hat nach Durchsicht von über 50.000 Seiten interner Dokumente ein vernichtendes Urteil gefällt: UnitedHealth habe das sogenannte Risk Adjustment – ein System zur Anpassung von Medicare-Zahlungen – zu einem Profitcenter ausgebaut. Senator Chuck Grassley, der die Untersuchung leitete, kommt zu dem Schluss, dass der Konzern höhere Zahlungen vom staatlichen Versicherungssystem CMS erhält als jeder seiner Wettbewerber.
Die Vorwürfe im Detail:
- Gezielte Strategien zur Maximierung von Risk-Adjustment-Scores
- Hinzufügen von Diagnosen zu Patientenakten, die teilweise nicht behandelt wurden
- Nutzung der Unternehmensgröße, um regulatorischen Maßnahmen einen Schritt voraus zu bleiben
- Risk Adjustment als zentraler Bestandteil der Gewinnstrategie
Der Bericht basiert auf einer Recherche des Wall Street Journal aus 2024, die aufdeckte, wie UnitedHealth durch das systematische Ergänzen von Diagnosen Milliarden an zusätzlichen Bundeszahlungen auslöste.
Imagepflege mit Landkrankenhaus-Programm
Wenige Tage nach Veröffentlichung des Senatsberichts kündigte UnitedHealthcare ein neues Pilotprogramm für ländliche Krankenhäuser an. Ab sofort sollen unabhängige Kliniken in Oklahoma, Idaho, Minnesota und Missouri ihre Medicare-Advantage-Zahlungen statt in unter 30 Tagen bereits in unter 15 Tagen erhalten. Das sechsmonatige Programm richtet sich gezielt an finanziell unter Druck stehende Einrichtungen auf dem Land.
"Ländliche Krankenhäuser sind das Rückgrat ihrer Gemeinden", betonte Bobby Hunter, CEO von UnitedHealthcare Government Programs. Der Zeitpunkt der Ankündigung lässt sich allerdings kaum als Zufall interpretieren.
Trumps Gesundheitsreform bringt neue Spielregeln
Präsident Trump stellte am 15. Januar "The Great Healthcare Plan" vor – mit direkten Auswirkungen auf UnitedHealth. Kernpunkte der Reform:
- Direkte Zahlungen an Verbraucher statt Subventionen an Versicherer
- Schärfere Regulierung von Pharmacy Benefit Managern (PBMs)
- Pflicht zur Veröffentlichung von Ablehnungsquoten bei Ansprüchen
- Transparenzpflicht für Gewinnmargen auf Prämien
Die Aktie legte nach der Ankündigung rund zwei Prozent zu. Wie sich der Wegfall staatlicher Subventionen zugunsten direkter Verbraucherzahlungen langfristig auf das Geschäftsmodell auswirkt, bleibt aber offen.
Quartalszahlen als Bewährungsprobe
Am 27. Januar legt UnitedHealth die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Investoren achten besonders auf die Entwicklung der Medical Care Ratio, die im jüngsten Quartal bei 89,9 Prozent lag – deutlich über den 82,3 Prozent von vor zwei Jahren. Diese Verschlechterung hat die Betriebsmargen 2025 spürbar belastet.
Analysten bleiben trotz des regulatorischen Gegenwinds optimistisch und sehen im Konsens ein durchschnittliches Kursziel von 408 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 20 Prozent. Die Bewertung mit einem KGV von 17,2 liegt unter dem Branchendurchschnitt von 23,1.
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