UnitedHealth kommt nicht aus den Schlagzeilen – und die Aktie nicht aus dem Abwärtstrend. Auslöser sind ein schwächerer Ausblick für 2026 und die Sorge, dass die geplanten Medicare-Advantage-Sätze für 2027 praktisch auf der Stelle treten. Genau diese Kombination trifft das Geschäftsmodell an einer empfindlichen Stelle.

In den letzten zwölf Monaten verlor der Kurs rund 48%. Das hat die Bewertungsdebatte neu entfacht: Ist das schon ein „neues Normal“ – oder steckt im Kursrutsch vor allem Regulierungsangst?

  • Geplante Erhöhung der Zahlungen an private Versicherer für 2027: nur +0,09% (Vorschlag der CMS)
  • Umsatz 2025: 447,6 Mrd. USD (+12%)
  • Umsatz-Ausblick 2026: >439 Mrd. USD (entspricht -2%)
  • Bereinigte Medical Care Ratio 2025: 88,9% (2024: 85,5%)

Medicare Advantage als Hebel – und Risiko

Besonders im Fokus steht das Segment „Medicare und Retirement“. Es steuerte 2025 etwa 171,3 Mrd. USD bei und damit rund 38% des Konzernumsatzes. Gleichzeitig lag das Wachstum dort bei 23% gegenüber dem Vorjahr. Die Kehrseite: Je größer dieser Block, desto stärker wirken sich staatliche Vergütungssätze auf die Ertragskraft aus.

UnitedHealth ist dabei weiterhin der größte Medicare-Advantage-Anbieter in den USA. Ende 2025 betreute das Unternehmen laut Bericht mehr als 8,4 Mio. Kunden in diesem Bereich – ein Volumen, das bei einer mageren Rate für 2027 direkt in den Modellen der Anleger landet.

Kursdruck durch Regulierung und Prognosewechsel

Der jüngste Ausverkauf bekam Ende Januar zusätzlichen Schub: Nachdem die US-Behörde CMS für 2027 lediglich +0,09% höhere Zahlungen vorgeschlagen hatte, fiel die Aktie laut Bericht am 27. Januar an einem Tag um rund 20%.

Am selben Tag meldete UnitedHealth zudem die Zahlen für 2025 – stark beim Umsatz, aber mit einem Ausblick, der auffällt. Denn für 2026 stellt der Konzern mehr als 439 Mrd. USD Umsatz in Aussicht. Das wäre ein Rückgang gegenüber 2025 und damit eine klare Zäsur für ein Unternehmen, das lange auf verlässliches Wachstum getrimmt war.

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Hinzu kommt regulatorische Unsicherheit: Laut Bericht steht UnitedHealth unter intensiver Beobachtung, einschließlich einer Untersuchung durch das US-Justizministerium. Das erhöht die Unwägbarkeiten in einem ohnehin angespannten Umfeld.

Bewertung rückt in den Mittelpunkt

Der Kursrückgang hat die Kennzahlen sichtbar gedrückt. Auf Basis des Schlusskurses von 273,22 USD (gestern) und eines verwässerten Gewinns je Aktie 2025 von 13,23 USD ergibt sich ein KGV von etwa 20,7. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 250 Mrd. USD. Die erwartete Dividendenrendite wird mit rund 3,2% angegeben (jährliche Dividende: 8,84 USD je Aktie).

Bei Analystenbewegungen gab es ebenfalls Anpassungen: Mizuho bestätigte zwar „Outperform“, senkte das Kursziel aber am 5. Februar deutlich von 430 auf 350 USD.

Im Ausblick für 2026 nennt UnitedHealth zudem Zielmarken für den Gewinn:
- Verwässertes EPS: >17,10 USD
- Bereinigtes EPS: >17,75 USD

Belastend in den 2025er-Zahlen war außerdem eine Belastung von 2,8 Mrd. USD im Zusammenhang mit Cyberangriff-Kosten, Desinvestitionen und Restrukturierung.

Zum nächsten Prüfstein wird, wie sich die Kostenentwicklung und die Medicare-Rahmenbedingungen in den kommenden Quartalen niederschlagen: 2025 stieg die bereinigte Medical Care Ratio auf 88,9% (nach 85,5% in 2024) – laut Unternehmen getrieben durch geringere Medicare-Finanzierung und anziehende medizinische Kosten.

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