Die Weichen für die Zukunft der Schweizer Großbank werden neu gestellt, doch der Weg ist keineswegs frei von Hindernissen. Während der langjährige Konzernchef Sergio Ermotti seinen Rückzug für 2027 plant und damit das Ende einer Ära einleitet, braut sich an der regulatorischen Front ein gewaltiger Konflikt zusammen. Anleger müssen nun abwägen: Überwiegt die erfolgreiche Integration der Credit Suisse oder die drohende Kapitallast durch die Politik?

  • Kurs aktuell: 47,36 USD
  • Performance 30 Tage: +30,40%
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -1,56%

Der Fahrplan für die Nachfolge steht

Die Ära nach der historischen Übernahme der Credit Suisse nimmt konkrete Formen an. Interne Quellen bestätigen, dass CEO Sergio Ermotti seinen Rücktritt für das Frühjahr 2027 anvisiert. Dieser Zeitplan ist strategisch gewählt: Er korreliert exakt mit dem geplanten Abschluss der komplexen IT- und Datenmigration der ehemaligen Credit Suisse, die bis Ende 2026 finalisiert sein soll. Ermotti will die kritischste Phase der Integration – inklusive der Abwicklung von Non-Core-Assets – noch persönlich verantworten.

Mit dieser Perspektive ist das Rennen um den Chefposten faktisch eröffnet. Als aussichtsreiche interne Kandidaten positionieren sich Iqbal Khan und Rob Karofsky aus dem Wealth Management, COO Beatriz Martin sowie Asset-Management-Leiter Aleksandar Ivanovic.

Regulatorischer Gegenwind verschärft sich

Während die Personalfragen geklärt werden, droht Ungemach durch die Schweizer Regierung. Im Kern geht es um verschärfte "Too-Big-to-Fail"-Regeln, die von der UBS zusätzliches Kapital in einer Größenordnung von 23 bis 24 Milliarden USD fordern könnten. Die Bank bezieht hierzu klar Stellung: Eine Umsetzung in dieser Härte würde signifikante Wettbewerbsnachteile für den Finanzplatz Schweiz bedeuten.

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Dieser Konflikt wirft Schatten auf die künftige Ausschüttungspolitik. Sollten die höheren Kapitalpuffer tatsächlich ab 2027 greifen, könnte dies die Möglichkeiten für Dividenden und Aktienrückkäufe spürbar einschränken. Das KOF Institut der ETH schlägt als Kompromiss eine schrittweise Erhöhung bis 2031 vor, doch die politische Entscheidung steht noch aus.

Diskrepanz zwischen Chart und Analysten

Operativ gab es zuletzt Dämpfer, darunter der Abgang eines Beraterteams mit einem verwalteten Vermögen von 1,3 Milliarden USD. Auch die britische Bank Barclays hält an ihrer skeptischen Einschätzung fest und bestätigte das "Sell"-Rating.

Der Aktienkurs spricht jedoch eine andere Sprache und zeigt sich von den Warnungen unbeeindruckt. Mit einem beachtlichen Anstieg von über 30 Prozent allein in den letzten 30 Tagen notiert das Papier bei 47,36 USD in unmittelbarer Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 48,11 USD. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 63,7 signalisiert ein robustes Momentum, ohne bereits als extrem überkauft zu gelten.

Der entscheidende Faktor für die weitere Entwicklung bleibt der Abschluss der Credit-Suisse-Integration bis Ende 2026. Gelingt es der UBS, die Synergieziele operativ zu heben und gleichzeitig einen politischen Kompromiss bei den Eigenkapitalvorschriften zu erzielen, steht dem langfristigen Erfolg wenig im Wege. Solange die regulatorische Debatte um die 24-Milliarden-Forderung jedoch ungelöst bleibt, dient sie als latente Bremse für weitere Kursfantasien.

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