UBS meldet heute zwei bedeutende Schritte in ihren Kernwachstumsmärkten USA und China – die Aktie gibt dennoch leicht nach. Eine bedingte US-Banklizenz und der geplante Zugang zum chinesischen Anleihemarkt unterstreichen die internationale Expansion der Bank. Warum reagiert der Markt darauf so verhalten?

Im frühen Handel verliert der Titel an der SIX rund 1,2 Prozent auf etwa 37,03 CHF. Nach der kräftigen Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen nutzen Anleger das Kursniveau nahe dem 52-Wochen-Hoch für Gewinnmitnahmen. Fundamental sind die Nachrichten dagegen klar positiv einzuordnen.

US-Banklizenz als Schlüsselprojekt

Der wichtigste Punkt des Tages betrifft das US-Geschäft. Die US-Bankenaufsicht Office of the Comptroller of the Currency (OCC) hat UBS eine bedingte Genehmigung für eine nationale Banklizenz („National Bank Charter“) erteilt. Damit ist ein zentraler regulatorischer Meilenstein erreicht, der den Weg für ein breiteres Geschäftsmodell in den USA öffnet.

Mit der finalen Lizenz, die noch im Laufe des Jahres 2026 erwartet wird, könnte UBS:

  • direkten Zugang zu US-Einlagen erhalten und damit die Refinanzierungskosten senken
  • das Produktangebot im Privatkundengeschäft deutlich ausweiten, etwa um Hypotheken und Girokonten
  • als erste Schweizer Bank diesen Status erreichen und ihre Position gegenüber US-Großbanken stärken

Die Zulassung ist zudem vor dem Hintergrund der Integration der Credit Suisse bedeutsam. Während in der Schweiz über strengere Kapitalanforderungen für global systemrelevante Institute diskutiert wird, schafft UBS sich im US-Markt zusätzliche Ertrags- und Refinanzierungsquellen. Die Entscheidung der OCC signalisiert, dass die amerikanischen Regulatoren das integrierte Modell der „neuen UBS“ grundsätzlich mittragen.

Finanzierungsoffensive in China

Parallel treibt CEO Sergio Ermotti die Expansion in Asien voran. UBS plant die Emission sogenannter „Panda Bonds“ – auf Renminbi lautende Anleihen ausländischer Emittenten am chinesischen Onshore-Markt. Der Antragsprozess für diese Emissionen läuft nach Angaben des Managements bereits.

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Ziel ist es, das wachsende China-Geschäft direkt vor Ort zu refinanzieren. Die Zahlen für 2025 liefern den Hintergrund:

  • Erlöse in China stiegen um mehr als 40 Prozent
  • der Vorsteuergewinn im Land hat sich im selben Zeitraum verdoppelt

Mit der Nutzung des lokalen Anleihemarktes kann UBS von vergleichsweise niedrigen Kapitalkosten profitieren und ihre Präsenz auf dem chinesischen Festland weiter absichern. Während sich andere westliche Institute aus China teilweise zurückziehen, setzt UBS damit bewusst auf weiteres Wachstum in einem strategisch wichtigen Markt.

Gedämpfte Kursreaktion trotz positiver Nachrichten

Trotz dieser Fortschritte dominieren kurzfristig technische Faktoren. Die Aktie fiel am Vormittag von einem Eröffnungskurs von 37,29 CHF auf 37,03 CHF zurück. Marktteilnehmer verweisen auf das nahe 52-Wochen-Hoch bei 38,39 CHF, das als Gelegenheit für Gewinnmitnahmen dient.

Zusätzlich wurde bekannt, dass UBS ihre Beteiligung an der Vista Group geringfügig unter die 5-Prozent-Meldeschwelle reduziert hat. Dieser Schritt wird als technischer Vorgang ohne strategische Bedeutung gewertet und dürfte den Kurs kaum beeinflusst haben.

Die heutigen Meldungen fügen sich in die „Strategie 2028“ ein, mit der UBS ihr Profil verbreitert. Ziel ist eine stärkere Diversifizierung weg vom reinen Wealth Management hin zu einem umfassenderen Bankgeschäft in den Schlüsselmärkten USA und Asien-Pazifik.

Ausblick: Zahlen und Chartmarken im Fokus

Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf die Veröffentlichung der Jahreszahlen 2025, die für den 4. Februar 2026 angekündigt ist. Im Mittelpunkt steht dabei, ob das starke Wachstum in China sich spürbar in der globalen Marge niederschlägt und ob die Kosten für den US-Lizenzprozess die Profitabilität merklich dämpfen.

Charttechnisch gilt die Zone um 37,00 CHF als wichtige Unterstützung für den mittelfristigen Aufwärtstrend. Ein Bruch dieser Marke könnte Abgaben in Richtung 36,50 CHF nach sich ziehen. Der Analystenkonsens bleibt derzeit positiv; insbesondere die Fortschritte in den USA werden als möglicher Treiber für Kursziele über der Marke von 40 CHF gesehen.

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