UBS Aktie: 22 Milliarden auf dem Prüfstand
Noch vor Ende April entscheidet der Schweizer Bundesrat über eine Verordnung, die UBS bis zu 10,8 Milliarden Dollar an Kapital kosten könnte. Gleichzeitig signalisieren führende Parlamentarier, dass sie den härtesten Teil der Reform entschärfen wollen — bevor das Gesetz überhaupt in Kraft tritt.
Zwei Baustellen, eine Bank
Das regulatorische Paket besteht aus zwei Komponenten. Die erste betrifft immaterielle Aktiven: Ab Anfang 2027 sollen systemrelevante Schweizer Banken Software-Werte und latente Steueransprüche nicht mehr als Eigenkapital anrechnen dürfen. Analysten der Bank of America gehen allerdings davon aus, dass die Verordnung latente Steueransprüche aus temporären Differenzen bis zu einer Obergrenze von zehn Prozent als CET1-Kapital zulässt — im Einklang mit Basel-III-Standards. Das würde die Kapitalbelastung aus dieser Komponente von geschätzten 10,8 auf 6,2 Milliarden Dollar drücken.
Die zweite Komponente ist ungleich brisanter: die vollständige Kapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften. UBS selbst beziffert die kombinierten Anforderungen beider Maßnahmen auf rund 22 Milliarden Dollar zusätzlich gegenüber Ende 2024 — eine Größenordnung, die die Bank öffentlich als inakzeptabel bezeichnet hat.
Parlament sucht Spielraum
Kurz vor dem Bundesratsentscheid haben führende Parlamentarier UBS-Managern in privaten Gesprächen signalisiert, dass sie einen Kompromiss anstreben. Konkret geht es darum, einen Teil der Kapitalanforderungen mit AT1-Kapital erfüllen zu können — das ist günstiger als das vom Ministerium geforderte CET1-Kapital und würde die Belastung spürbar senken.
Allerdings warnte eine beteiligte Person, dass die Bedingungen eines solchen Kompromisses noch nicht feststehen. Ab Mai übernimmt die Nationalratskommission für Wirtschaft und Steuern den Prozess — erst dann gewinnt das Parlament nach eigener Einschätzung echte Entscheidungsgewalt. Die parlamentarische Debatte ist für den 4. Mai 2026 angesetzt; ein Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird nicht vor Ende 2026 erwartet. Selbst wenn die Reformen beschlossen werden, träten sie frühestens Anfang 2028 in Kraft — mit einer zusätzlichen Übergangsfrist von sechs bis acht Jahren für UBS.
Rückenwind aus den USA, Termine im April
Abseits der Schweizer Regulierungsdebatte erhielt UBS Anfang März 2026 in den USA grünes Licht für die Umwandlung von UBS Bank USA in eine national zugelassene Bank — als erste Schweizer Bank mit einer nationalen Bankcharta in den USA ein symbolisch bedeutsamer Schritt.
Am 15. April hält UBS ihre Generalversammlung in Basel ab. Auf der Tagesordnung stehen neben einer Dividende von 1,10 USD je Aktie auch Neuwahlen in den Verwaltungsrat: Nominiert sind Agustín Carstens, ehemaliger BIZ-Generaldirektor, und Luca Maestri, bekannt als langjähriger CFO von Apple. Die Aktie notiert mit einem Jahresverlust von rund 16 Prozent deutlich unter dem Januarhoch — der Ausgang der Regulierungsdebatte dürfte entscheidend dafür sein, wann sich das ändert.
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