TUI liefert zum Jahresstart bessere operative Zahlen als erwartet – und trotzdem schaut der Markt skeptisch auf die kommenden Monate. Denn ausgerechnet bei den Vorausbuchungen kühlt die Dynamik ab. Wie passt das zusammen?

Starker Start ins Geschäftsjahr

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Oktober bis Dezember 2025) hat TUI operativ zugelegt. Das Underlying EBIT stieg auf 77,1 Mio. Euro und lag damit klar über der von Reuters genannten Analystenerwartung von 66,7 Mio. Euro. Auch der Verlust je Aktie fiel deutlich geringer aus als im Vorjahr.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Underlying EBIT: 77,1 Mio. € (Vorjahr: 51,0 Mio. €)
  • Umsatz: 4,86 Mrd. € (nahezu stabil zum Vorjahr)
  • Underlying EPS: -0,08 € (Vorjahr: -0,17 €)
  • Nettoverschuldung: 3,62 Mrd. € (Vorjahr: 4,10 Mrd. €)

Treiber waren vor allem die Bereiche Kreuzfahrt sowie Touren und Aktivitäten. Der Ergebnisbeitrag von TUI Cruises legte um 29,6 Mio. Euro auf 62,7 Mio. Euro zu. Bei TUI Musement stieg der Umsatz um 5,6% auf 244 Mio. Euro. Zusätzlich meldete der Konzern Fortschritte in der Digitalisierung: App-Verkäufe machten 11,3% des Gesamtumsatzes aus, 26% mehr als im Vorjahr.

Vorausbuchungen geben nach – das bremst die Stimmung

Trotz des Ergebnis-Überraschers blieb die Reaktion verhalten. Der Hintergrund: Die Vorausbuchungen zeigten zuletzt nach unten. Für den Winter 2025/26 meldete TUI -1%, für den Sommer 2026 -2%. Reuters zufolge verwies Bernstein in diesem Zusammenhang auf einen „erheblichen Nachfragerückgang“, während TUI betonte, die Entwicklung liege im Rahmen der eigenen Erwartungen.

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Das Management nannte mehrere Faktoren, die die Buchungslage beeinflussen:
- schlechtes Wetter in Deutschland und Großbritannien mit weniger Reisebüro-Besuchen
- anhaltender Trend zu kurzfristigeren Buchungen
- Nachfrageverschiebung weg von den USA hin zu Asien
- Karibik bleibt für europäische Urlauber attraktiv

Zusätzlich belasteten Schäden durch Hurrikan Melissa an Hotels in Jamaika das Ergebnis.

An der Börse zeigt sich die Nervosität auch im Kursbild: Heute steht die Aktie bei 8,56 € und liegt damit rund 5% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (9,04 €). Auf Sicht von 7 Tagen beträgt das Minus 6,76%.

Prognose steht – Dividende und Strategie liefern Rahmen

Unterm Strich hält TUI an der im Dezember veröffentlichten Prognose fest. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Konzern (bei konstanten Wechselkursen) 2 bis 4% Umsatzwachstum sowie 7 bis 10% Plus beim operativen Ergebnis.

Zudem kündigte TUI eine neue Dividendenlogik an:
- 0,10 € Dividende je Aktie für das Geschäftsjahr 2025
- ab Geschäftsjahr 2026: Ausschüttungsquote von 10 bis 20% des bereinigten Gewinns je Aktie
- Ex-Dividenden-Tag: 11. Februar 2026

Strategisch treibt der Konzern die internationale Expansion weiter, zuletzt mit dem Vertriebsstart in Rumänien im Januar 2026. Geplant sind dort über 200 Vertriebspartner sowie eine Medienkampagne ab Februar.

Zumindest kurzfristig bleibt der zentrale Spannungsbogen damit klar: Das Quartal liefert operativ Rückenwind, aber die rückläufigen Vorausbuchungen setzen den Takt für die nächsten Monate. Entscheidend wird sein, ob TUI mit der angekündigten Kapazitätssteuerung im Eigenrisiko-Geschäft Auslastung und Margen stabilisieren kann, während die bestätigte Jahresprognose als Leitplanke für 2026 dient.

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