Tui Aktie: Trotz Rekordquartal abgestraft
Der Reisekonzern Tui hat heute seine Zahlen für das erste Geschäftsquartal vorgelegt – und lieferte das beste Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte ab. Doch die Börse zeigt sich unbeeindruckt: Die Aktie verlor 4,9 Prozent auf 8,89 Euro. Was steckt hinter dieser paradoxen Reaktion?
Starke Zahlen, verhaltene Buchungslage
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) kletterte im ersten Quartal bis Ende Dezember 2025 um über 50 Prozent auf 77,1 Millionen Euro – ein historischer Bestwert für diese traditionell schwache Jahreszeit. Der Umsatz blieb mit rund 4,9 Milliarden Euro stabil, während der Nettoverlust von 88 Millionen auf 44 Millionen Euro halbiert werden konnte.
Die Nettoverschuldung sank deutlich um eine halbe Milliarde auf 3,6 Milliarden Euro. CEO Sebastian Ebel zeigte sich zufrieden: Die Erwartungen für das Auftaktquartal seien erfüllt worden.
Dennoch bleiben Anleger vorsichtig. Grund ist das Buchungsverhalten für den Sommer 2026: Die Pauschalreisen liegen aktuell zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Kunden buchen zunehmend später, was die Planbarkeit erschwert. Die Gästezahl im Pauschalreisegeschäft fiel im ersten Quartal um zwei Prozent auf 3,7 Millionen – Tui hatte bewusst weniger Kontingente fest eingekauft, um Rabattschlachten zu vermeiden.
Rückkehr ins Massengeschäft geplant
Ebel kündigte eine strategische Neuausrichtung an: Binnen drei bis sechs Monaten will Tui eine "Abverkaufsmarke" für günstigere Pauschalreisen einführen. "Im Budget-Segment sind wir deutlich unterrepräsentiert", erklärte der Manager. Nach dem Wegfall von Konkurrenten wie Thomas Cook, Neckermann und FTI sieht das Unternehmen zusätzliches Wachstumspotenzial in diesem Bereich.
Die neue Zweitmarke soll mit niedrigen Kosten wirtschaften und dabei die höherpreisige Hauptmarke Tui schützen, die aktuell vor allem im Segment der teureren Reisen positioniert ist. Eine Rückkehr zum früheren Markenwirrwarr ist allerdings nicht geplant.
Erstmals wieder Dividende nach Corona
Die Aktionäre können sich über die erste Dividendenzahlung seit der Corona-Krise freuen: Je Aktie werden 10 Cent ausgeschüttet. Für die kommenden Geschäftsjahre hat Tui eine neue Dividendenpolitik beschlossen – künftig sollen 10 bis 20 Prozent des bereinigten Gewinns je Aktie an die Anteilseigner fließen.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 (bis Ende September) bestätigte Ebel die Prognose: Der Umsatz soll währungsbereinigt um zwei bis vier Prozent steigen, das bereinigte EBIT um sieben bis zehn Prozent wachsen. Das Unternehmen bleibt zudem auf Kurs bei seinem Kostensenkungsprogramm, das 250 Millionen Euro im Veranstaltergeschäft einsparen soll.
Belastet wurde das Quartalsergebnis durch Hurrikan "Melissa", der im Oktober 2025 auf Jamaika Hotels beschädigte. Die Schließungen kosteten Tui 10 Millionen Euro operativen Gewinn, hinzu kamen 6 Millionen Euro durch Flugausfälle. Auch im zweiten Quartal sind noch Auswirkungen zu erwarten.
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