TUI Aktie: Nahost-Krise kostet Millionen
Die militärische Eskalation im Nahen Osten zwingt den weltgrößten Reisekonzern zu einem massiven logistischen Kraftakt. Tausende Kreuzfahrt-Passagiere sitzen fest, während erste Schätzungen bereits von empfindlichen Gewinneinbußen ausgehen. Kann TUI diese Millionenbelastung abfedern, ohne seine ambitionierten Jahresziele zu gefährden?
Seit den Luftangriffen Ende Februar sind weite Teile des Luftraums in der Golfregion gesperrt. Für TUI bedeutet das den vorläufigen Stopp der dortigen Kreuzfahrten: Die „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ stecken mit rund 5.000 Gästen in Abu Dhabi und Doha fest. Konzernchef Sebastian Ebel hat rasch reagiert und eine großangelegte Rückholaktion initiiert. Bis spätestens Mittwoch sollen alle verbliebenen Urlauber mithilfe von Partner-Airlines wie Emirates nach Deutschland ausgeflogen werden. Für die Pauschalreisenden entstehen dabei keine Zusatzkosten.
Millionen-Schäden und teure Umwege
Der logistische Aufwand hat jedoch seinen Preis. Analysten von mwb research beziffern den zu erwartenden Umsatzausfall auf rund 50 Millionen Euro, was das operative Ergebnis (EBIT) um etwa 25 Millionen Euro drücken dürfte. Sollte eine Rückführung der Schiffe nach Europa über das Kap der Guten Hoffnung notwendig werden, kämen weitere 22 Millionen Euro für Treibstoff und längere Transitzeiten hinzu.
Diese handfesten fundamentalen Sorgen spiegeln sich deutlich auf dem Parkett wider: Mit einem Kursrückgang von knapp 21 Prozent in den vergangenen 30 Tagen quittierten Anleger die geopolitischen Verwerfungen. Bei einem aktuellen Kurs von 7,29 Euro notiert das Papier damit spürbar unter der wichtigen 50-Tage-Linie.
Jahresziele bleiben trotz Belastung intakt
Trotz der akuten Einschränkungen gibt sich das Management widerstandsfähig. Zwar weichen Urlauber laut Ebel derzeit verstärkt auf andere Regionen wie die Karibik aus, an der langfristigen Strategie ändert das jedoch nichts. TUI treibt seine weltweiten Hotelprojekte in China und auf den Kapverden planmäßig voran und hält bemerkenswerterweise an den Wachstumszielen für das laufende Jahr fest. Das Unternehmen rechnet für 2026 weiterhin mit einem EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent – zwingende Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die Lage im Nahen Osten im Laufe des Aprils beruhigt.
Ob dieses kalkulierte Szenario aufgeht, wird sich spätestens zur Präsentation der Halbjahreszahlen am 13. Mai belegen lassen. Bis dahin hängt die weitere finanzielle Entwicklung maßgeblich davon ab, wie schnell sich der zivile Luftverkehr über den Drehkreuzen am Persischen Golf wieder normalisiert und ob TUI seine Flotte ohne den teuren Umweg um den afrikanischen Kontinent nach Europa überführen kann.
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