Nach einem starken Lauf legt die TUI Aktie eine Verschnaufpause ein. Kurz nach dem Sprung auf ein frisches 52‑Wochen-Hoch prallen technische Widerstände, Gewinnmitnahmen und sehr unterschiedliche Analystenmeinungen aufeinander. Gleichzeitig liefert der Konzern Rekordzahlen, reduziert Schulden und bringt die Dividende zurück – ein Spannungsfeld, das den nächsten Kursschub vorbereiten könnte.

Technische Lage: Rallye trifft Widerstand

Am Freitag schloss die TUI Aktie bei 9,19 Euro und damit leicht im Minus. Nach der jüngsten Rallye steht der Kurs aber weiterhin komfortabel über wichtigen Durchschnittslinien: Der Abstand zur 200‑Tage-Linie von 7,91 Euro liegt bei gut 16 Prozent, zur 50‑Tage-Linie von 8,76 Euro bei knapp 5 Prozent. Der Titel notiert nur rund 3 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch bei 9,45 Euro.

Charttechnisch rückt damit vor allem eine Marke in den Fokus: Der Bereich um 10 Euro gilt als zentraler Widerstand. Der aktuelle Rücklauf wirkt vor diesem Hintergrund wie eine normale technische Korrektur nach einem steilen Anstieg, nicht wie ein Trendbruch. Unterstützt wird dieses Bild vom RSI um 45, der weder eine Überhitzung noch eine Übertreibung nach unten signalisiert.

Wichtige technische Eckdaten:

  • Schlusskurs Freitag: 9,19 Euro
  • 52‑Wochen-Spanne: 5,86 – 9,45 Euro
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief: rund +57 %
  • Abstand zur 200‑Tage-Linie: ca. +16 %

Kurzfristig dominiert also eine Konsolidierung nahe der Jahreshochs – aus technischer Sicht eine Phase, in der der Markt entscheidet, ob die Kraft für den nächsten Ausbruch reicht.

Fundamentale Basis: Rekordergebnis und Dividenden-Comeback

Unter der Oberfläche der Kursbewegung stehen die Zahlen: TUI hat für das Geschäftsjahr 2025 ein operatives Rekordergebnis von 1,46 Milliarden Euro gemeldet. Nach den Jahren der Pandemie ist das ein klares Signal einer operativen Erholung.

Zentrale Punkte der jüngsten Bilanz- und Strategieaussagen:

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  • Dividende: Erstmals seit der Pandemie ist wieder eine Ausschüttung geplant. Vorgesehen sind 0,10 Euro je Aktie – noch keine hohe Rendite, aber vor allem ein symbolischer Schritt zurück zur Normalität.
  • Schuldenabbau: Die Nettoverschuldung wurde von 1,6 auf 1,3 Milliarden Euro gesenkt. Das verschafft dem Konzern mehr finanziellen Spielraum.
  • Ausblick 2026: TUI peilt für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent an – kein Sprung, aber ein solides Plus auf Basis des bereits erreichten Niveaus.
  • Effizienzprogramm: Ein Sparprogramm soll bis 2028 zusätzliche 250 Millionen Euro an Einsparungen bringen. Das könnte die Profitabilität weiter verbessern, wenn das Reisevolumen stabil bleibt.

Diese Kombination aus Rekord-EBIT, Schuldenabbau und Dividenden-Rückkehr liefert ein Fundament, das die jüngste Kurserholung nachvollziehbar macht. Der Markt preist damit nicht nur die Gegenwart, sondern auch eine strukturell robustere Ausgangslage ein.

Analysten gespalten: 12 Euro oder 7,90 Euro?

Bemerkenswert ist, wie weit die Spannbreite der Analystenmeinungen aktuell auseinanderliegt. Einige Häuser sehen TUI klar in der Verlängerung des Aufwärtstrends, andere warnen vor Rückschlägen.

Auf der optimistischen Seite steht unter anderem die Deutsche Bank. Sie bestätigte am 21. Januar ihr „Buy“-Rating und ein Kursziel von 12,00 Euro. Auch Barclays kommt in einer Analyse vom 14. Januar auf 12,00 Euro und stuft die Aktie mit „Overweight“ ein. Ausgehend vom aktuellen Kursbereich wäre das ein Aufwärtspotenzial von deutlich über 20 Prozent.

Deutlich vorsichtiger zeigt sich Bernstein Research. Die Analysten belassen ihr Votum bei „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 7,90 Euro. Das liegt spürbar unter dem aktuellen Niveau und würde im Falle einer Annäherung einen klaren Rückschlag bedeuten. Als zentrale Risiken nennt Bernstein geopolitische Unsicherheiten, darunter die jüngste Zoll-Eskalation und Spannungen im Umfeld Grönlands, die auf die Nachfrage im Reisesektor drücken könnten.

Die Aktie steht damit symbolisch zwischen zwei Szenarien: auf der einen Seite eine Story von fortgesetzter Erholung und weiterem Kurspotenzial, auf der anderen Seite eine Bewertung, die anfällig für Rückschläge bei Störungen des Reiseverkehrs bleibt.

Strategie und Termine: Expansion und Entscheidungstag im Februar

Parallel zur finanziellen Stabilisierung arbeitet TUI an der Erweiterung seines geografischen Fußabdrucks. Am Freitag wurde bekannt, dass CEO Sebastian Ebel mit dem jamaikanischen Tourismusminister Gespräche über eine Expansion in Lateinamerika führt. Ziel ist es, zusätzliche Quellmärkte zu erschließen und das Geschäft breiter aufzustellen. Gelingt dies, könnten neue Regionen in den kommenden Jahren einen Beitrag zum Wachstum leisten.

Kurzfristig rückt jedoch ein anderes Datum in den Mittelpunkt: der 10. Februar 2026. An diesem Tag stehen gleich zwei Ereignisse an:

  • Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres
  • Hauptversammlung mit der Entscheidung über die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung

Dieser Tag dürfte zum nächsten Belastungstest für die aktuelle Bewertung werden. Bestätigen Quartalszahlen und HV-Beschlüsse den eingeschlagenen Kurs, könnte die Konsolidierung über der 200‑Tage-Linie den Boden für einen Angriff auf die 10‑Euro-Marke und darüber hinaus bereiten. Schwächere Zahlen oder neue Belastungsfaktoren würden dagegen eher die skeptischeren Kursziele in den Vordergrund rücken.

Unter dem Strich befindet sich die TUI Aktie somit in einer konstruktiven, aber sensiblen Phase: Fundamentale Erholung, solide Charttechnik und ein klarer Termin am 10. Februar bilden den Rahmen, in dem sich entscheidet, ob aus der aktuellen Pause ein neuer Aufwärtsimpuls oder eine merklichere Korrektur wird.

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