Die Aktie von Taiwan Semiconductor (TSMC) setzt ihren Höhenflug fort. Nach starken Kursgewinnen in Taipei ziehen heute auch die in New York gehandelten ADRs deutlich an. Auslöser ist ein optimistischer Analystenbericht von Goldman Sachs mit deutlich angehobenen Erwartungen für Umsatz, Investitionen und Margen.

  • Goldman Sachs hebt das Kursziel um 35 % auf NT$ 2.330 an (ca. 466 US-Dollar je ADR)
  • Geschätztes Aufwärtspotenzial: rund 46 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag
  • Geplantes Investitionsvolumen 2026–2028: über 150 Mrd. US-Dollar
  • Erwartetes Umsatzwachstum: +30 % (2026), +28 % (2027)
  • Bruttomarge laut Prognose weiterhin über 60 %

Kursreaktion und Marktumfeld

Im vorbörslichen US-Handel steigen die TSMC-ADRs heute um rund 3,4 % auf etwa 330,50 US-Dollar. In Taipei war die Aktie zuvor bereits um 6,9 % nach oben gelaufen. Damit trug sie wesentlich dazu bei, dass der Taiwan Taiex Index erstmals die Marke von 30.000 Punkten überschritt.

Die starke Bewegung folgt auf das neue Goldman-Sachs-Research, das TSMC ein deutlich höheres Bewertungspotenzial einräumt und die Rolle des Konzerns im AI-Boom noch einmal neu einordnet.

Goldman sieht Investitionsoffensive

Goldman Sachs geht davon aus, dass TSMC zwischen 2026 und 2028 mehr als 150 Mrd. US-Dollar in neue Kapazitäten investiert. Hintergrund sind anhaltend hohe Bestellungen für KI-Chips und eine bis mindestens 2027 erwartete Knappheit bei modernsten Fertigungslinien.

Trotz der massiven Investitionen rechnen die Analysten mit kräftigem Wachstum:

  • Umsatzplus 2026: rund 30 %
  • Umsatzplus 2027: rund 28 %
  • Bruttomargen: dauerhaft über 60 %

Die argumentierte Begründung: TSMC kann aufgrund seiner technologischen Führungsposition hohe Preise durchsetzen und arbeitet bei fortschrittlichen Fertigungsstufen mit hohen Ausbeuten. Im Bericht wird explizit auf den Abstand zu Wettbewerbern wie Samsung und Intel verwiesen, die bei modernen Nodes weiter mit geringeren Ausbeuten kämpfen sollen.

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2nm-Start stärkt Technologievorsprung

Operativ meldet TSMC ebenfalls Fortschritte. Zu Beginn des Jahres hat das Unternehmen die Volumenproduktion seiner 2-Nanometer-Technologie (N2) aufgenommen. Berichten zufolge ist TSMC derzeit die einzige Foundry, die Gate-All-Around-(GAA)-Transistoren für externe Kunden in Serie anbietet.

Die Nachfrage nach dem N2-Knoten übersteigt bereits das aktuelle Angebot. Zu den zentralen Abnehmern zählen nach Markteinschätzung Schwergewichte wie Apple und Nvidia, die für ihre Hochleistungs- und KI-Chips auf modernste Fertigung angewiesen sind. Das stärkt die Preissetzungsmacht von TSMC zusätzlich.

Rechtliche Entwicklung ohne große Finanzwirkung

Parallel gab es eine Bewegung auf der juristischen Seite. Staatsanwälte in Taiwan haben neue Anklagen gegen die Taiwan-Einheit von Tokyo Electron und drei weitere Personen wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen von TSMC erhoben.

Für die lokale Einheit von Tokyo Electron steht laut Anklage ein mögliches Bußgeld von bis zu 120 Mio. Taiwan-Dollar (rund 3,8 Mio. US-Dollar) im Raum. Das Mutterunternehmen wurde jedoch nicht angeklagt und bewertet die finanziellen Auswirkungen als gering. Vor dem Hintergrund der inzwischen mehr als eine Billion US-Dollar schweren Marktkapitalisierung von TSMC ist der Fall aus Marktsicht klar nachrangig.

TSMC im Zentrum des AI-Zyklus

Mit der Rally festigt TSMC seine Position oberhalb der Marke von 1 Billion US-Dollar Börsenwert. Der Konzern steht damit für rund 40 % der gesamten taiwanischen Aktienmarktkapitalisierung. Die Kursentwicklung spiegelt auch die Rolle Taiwans als unverzichtbarer Knotenpunkt der globalen Halbleiterindustrie wider.

Der Sektor befindet sich insgesamt in einer freundlichen Phase. Speicherpreise steigen infolge von Engpässen, zudem planen GPU-Hersteller wie AMD und Nvidia laut aktuellen Berichten, ihre Preise Anfang 2026 anzuheben, um höhere Kosten zu kompensieren. TSMC profitiert davon indirekt, da der Konzern einen Großteil der Logikchips für führende KI-Anbieter fertigt. Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie bereits mehr als 45 % gewonnen und damit die meisten Technologiewerte deutlich hinter sich gelassen.

Ausblick: Quartalszahlen im Fokus

Im Mittelpunkt steht nun die anstehende Berichtssaison Mitte Januar. TSMC will um den 15. Januar herum die Zahlen zum vierten Quartal vorlegen und einen Ausblick auf das Jahr 2026 geben.

Besonders genau dürfte der Markt dabei auf die offizielle Capex-Planung schauen und prüfen, wie nah diese an der von Goldman Sachs skizzierten Marke von über 150 Mrd. US-Dollar liegt. Charttechnisch bewegt sich die Aktie nach dem Sprung auf Rekordstände in einem Bereich ohne historische Widerstände. Solange die Kapazitäten für Advanced Packaging und 2nm-Wafer knapp bleiben, sehen viele Analysten die Preissetzungsmacht von TSMC als entscheidenden Treiber für die erste Jahreshälfte 2026.

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