Der Einstand als eigenständiges Börsenunternehmen hätte kaum besser laufen können. Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) nutzte die erste ordentliche Hauptversammlung seit dem Spin-off nicht nur für formale Beschlüsse, sondern überraschte Anleger mit einer angehobenen Umsatzprognose und vollen Auftragsbüchern. Ist der Rüstungskonzern damit bereit für die Führungsrolle in der europäischen Marine-Konsolidierung?

Zahlenwerk überzeugt

Vorstand und Aufsichtsrat präsentierten am Freitag in Essen eine Bilanz, die das Wachstumspotenzial des erst im Oktober 2025 ausgegliederten Unternehmens unterstreicht. Der Auftragsbestand kletterte zum Ende des ersten Quartals (Stichtag 31. Dezember) auf den Rekordwert von 18,7 Milliarden Euro.

Noch relevanter für die kurzfristige Bewertung ist jedoch der optimistischere Blick in die Zukunft: Das Management hob die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 an. Statt der bisher erwarteten Spanne von minus 1 bis plus 2 Prozent rechnet TKMS nun mit einem Wachstum von 2 bis 5 Prozent. Das operative Margenziel von über 6 Prozent wurde bestätigt. Zudem stellten die Verantwortlichen die erste Dividendenzahlung für das Jahr 2027 in Aussicht.

Die operativen Erfolge spiegeln sich im Kursverlauf wider: Seit Jahresanfang legte das Papier um über 36 Prozent zu. Zwar schloss die Aktie am Freitag leicht schwächer bei 94,50 Euro, notiert damit aber weiterhin in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 100,60 Euro.

Technologischer Meilenstein und Übernahmepläne

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Unmittelbar vor dem Aktionärstreffen lieferte das Unternehmen zudem einen operativen Beweis seiner Leistungsfähigkeit. Gemeinsam mit Israel Aerospace Industries übergab TKMS das autonome Unterwasserfahrzeug (AUV) "BlueWhale" an die Bundeswehr. Das System, das zur U-Boot-Abwehr und Aufklärung dient, gilt als wichtiger Baustein der Marinestrategie „Kurs Marine 2035+“.

Gleichzeitig treibt CEO Oliver Burkhard die strategische Expansion voran. Er betonte die Notwendigkeit einer industriellen Konsolidierung in Europa, um Verteidigungsfähigkeiten effizienter aufzubauen. TKMS will hierbei eine aktive Rolle spielen: Ein unverbindliches Übernahmeangebot für den Wettbewerber German Naval Yards Kiel liegt bereits vor. Die Gespräche sollen in den kommenden Wochen intensiviert werden.

Fazit: Solide Basis für weiteres Wachstum

Trotz kritischer Stimmen von Aktionärsvereinigungen bezüglich Rüstungsexporten zeigt sich TKMS operativ gefestigt. Mit der Rolle als alleiniger Bieter für das F127-Fregatten-Programm und weiteren potenziellen Großaufträgen aus Kanada und Indien bleibt die Pipeline gut gefüllt. Für Investoren liegt das Augenmerk in den nächsten Monaten auf der konkreten Umsetzung der Übernahme von German Naval Yards sowie der Einhaltung der nun ehrgeizigeren Umsatzziele.

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