Tilray Aktie: Wachstum schwächelt
Tilray hat im zweiten Geschäftsquartal 2026 einen Umsatzrekord gemeldet, gleichzeitig aber deutlich schwächere Gewinne ausgewiesen. Die Aktie liegt rund 20 % unter dem Niveau von vor 30 Tagen und handelt bei etwa 8,63 US‑Dollar. Im Markt stellt sich die Frage, wie tragfähig das Geschäftsmodell bei dieser Mischung aus Umsatzplus und anhaltend hohen Verlusten ist.
Rekordumsatz, aber kaum Dynamik
Tilray erzielte im Quartal einen Umsatz von 217,5 Millionen US‑Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen von 211,15 Millionen US‑Dollar leicht und erreichte den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte.
Das Wachstumstempo bleibt jedoch verhalten: Der Erlös legte im Jahresvergleich nur um 3 % zu. Für einen Anbieter, der sich als einer der führenden Cannabis-Konzerne positioniert, ist das ein eher flaches Profil.
Deutlich kritischer fällt der Blick auf das Ergebnis aus. Tilray meldete einen Verlust je Aktie von 0,41 US‑Dollar und verfehlte damit die Konsensschätzung von -0,14 US‑Dollar klar. Im Quartal stand ein Nettoverlust von 43,5 Millionen US‑Dollar zu Buche. Kennzahlen wie
- eine negative Nettomarge von -251,69 % und
- eine negative Eigenkapitalrendite von -6,35 %
unterstreichen die weiterhin schwache Profitabilität.
Unterschiedliche Entwicklungen in den Sparten
In der Segmentbetrachtung zeigt sich ein gemischtes Bild. Das internationale Geschäft mit medizinischem Cannabis legte im Jahresvergleich um 36 % zu und sticht als klarer Wachstumstreiber hervor. Auch der kanadische Freizeitmarkt brachte ein Plus, hier wuchsen die Umsätze um 6 %.
Dem gegenüber steht ein deutlicher Rückgang im Getränkegeschäft. Diese Sparte, die früher als wichtige Diversifizierung galt, brach um 21 % auf 50,1 Millionen US‑Dollar ein. Die Schwäche in diesem Bereich belastet den Ansatz eines breit aufgestellten Konzerns und wirft Fragen zur Wirksamkeit der akquisitionsgetriebenen Expansion in Getränke auf.
Analystenreaktionen und Bewertung
Die jüngsten Zahlen führten zu einer schnellen Reaktion von Analystenseite. Roth Capital senkte das Kursziel von 20 auf 10 US‑Dollar, behielt jedoch eine neutrale Einstufung bei. Trotz der deutlichen Reduktion liegt das neue Ziel noch rund 12,8 % über dem aktuellen Kurs, spiegelt aber einen spürbaren Vertrauensverlust wider.
Daten von MarketBeat zufolge lautet die durchschnittliche Analystenempfehlung „Reduce“, das Konsenskursziel liegt bei 13,33 US‑Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit etwa 1,03 Milliarden US‑Dollar.
Operativer Verlust sinkt – aber strukturell
Auf den ersten Blick wirkt die Entwicklung beim operativen Ergebnis positiv: Der operative Verlust verringerte sich von 42,2 auf 22,3 Millionen US‑Dollar. Der Rückgang beruht aber im Wesentlichen auf Sondereffekten und geringeren Abschreibungen.
Konkret profitierte Tilray von:
- um knapp 6 Millionen US‑Dollar niedrigeren Restrukturierungskosten
- um fast 19 Millionen US‑Dollar gesunkenen Amortisationsaufwendungen
Gleichzeitig zeigte sich die operative Basis angespannt. Der Bruttogewinn sank um 6 % auf 57,5 Millionen US‑Dollar, die Bruttomarge schrumpfte von 29 % auf 26 %. Damit verdeckt die verbesserte operative Verlustzahl eine Verschlechterung der grundlegenden Ertragskraft.
US-Rescheduling: Chancen mit Bremsklotz
Die Einstufung von Marihuana von Schedule I auf Schedule III durch eine Verfügung von Präsident Trump hat neue Fantasie für den US‑Markt ausgelöst. Tilray reagierte mit der Einführung von Tilray Medical USA und will das erwartete globale Geschäft mit medizinischem Cannabis im Volumen von rund 150 Millionen US‑Dollar nutzen.
Die regulatorische Anpassung bedeutet jedoch keine vollständige Legalisierung. Cannabis bleibt auf Bundesebene illegal, und der Transport von Produkten über Staatsgrenzen hinweg ist weiterhin untersagt. Für kanadische Anbieter wie Tilray begrenzt dies den unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen dieser Änderung und macht deutlich, dass größere Effekte eher mittelfristig zu erwarten sind.
Langfristige Bilanz weiterhin schwach
Auf Fünfjahressicht fällt die Bilanz der Aktie sehr negativ aus. Der Kurs ist in diesem Zeitraum um etwa 95 % gefallen. Die Spanne der vergangenen zwölf Monate reicht von 3,51 bis 23,20 US‑Dollar und steht für eine hohe Volatilität, die stark von regulatorischen Entwicklungen und Erwartungen geprägt ist.
Aktuell notiert die Aktie deutlich unter dem 200‑Tage‑Durchschnitt von 10,84 US‑Dollar. Damit bestätigt sich der bestehende Abwärtstrend, obwohl regulatorische Impulse zuletzt für Aufmerksamkeit gesorgt haben.
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