Trotz Rekordumsätzen kommt die Tilray-Aktie nicht zur Ruhe. Während das Cannabis-Unternehmen auf der Einnahmenseite glänzt, sorgt ein massiver Verlust unter dem Strich für Entsetzen bei den Anlegern. Die Diskrepanz zwischen Wachstum und Profitabilität wirft eine zentrale Frage auf: Kann die Hoffnung auf eine US-Legalisierung die fundamentalen Probleme überhaupt noch überdecken?

Umsatz hui, Gewinn pfui

Im zweiten Geschäftsquartal 2026 präsentierte Tilray auf den ersten Blick starke Zahlen. Der Umsatz kletterte auf einen Rekordwert von 217,51 Millionen Dollar und übertraf damit die Prognosen der Wall Street. Besonders das internationale Geschäft erwies sich als Wachstumsmotor mit einem Plus von 36 Prozent, während der kanadische Markt für Erwachsenen-Cannabis um solide 6 Prozent zulegte.

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Doch der Glanz verblasst beim Blick auf die Profitabilität. Der Verlust pro Aktie fiel mit 0,41 Dollar fast dreimal so hoch aus wie die von Analysten erwarteten 0,14 Dollar. Diese deutliche Verfehlung der Gewinnerwartungen lastet schwer auf dem Kurs.

Die Zahlen im Überblick:
* Umsatz: 217,51 Mio. Dollar (Rekordquartal)
* Ergebnis je Aktie: -0,41 Dollar (Prognose: -0,14 Dollar)
* Wachstum International: +36 Prozent
* Netto-Marge: -251,69 Prozent

Analysten ziehen die Reißleine

Die Reaktion der Experten auf das verfehlte Ergebnis fiel deutlich aus. Zacks Research stufte das Papier in dieser Woche von „Halten“ auf „Strong Sell“ herab. Auch der breite Marktkonsens tendiert mittlerweile zur Empfehlung „Reduzieren“.

Das charttechnische Bild untermauert die Skepsis. Die Aktie notiert aktuell unter den wichtigen 50- und 200-Tage-Linien, was technisch orientierte Händler oft als Verkaufssignal werten. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 23,20 Dollar hat der Titel bereits über 59 Prozent an Wert eingebüßt. Zudem ist die institutionelle Unterstützung mit einer Quote von nur gut 9 Prozent auffällig gering, was die Anfälligkeit für hohe Schwankungen erhöht.

Politische Hoffnung und Strategiewechsel

Das Management setzt indes weiter auf zwei strategische Pfeiler: Diversifizierung und Politik. Um die Abhängigkeit vom reinen Cannabis-Geschäft zu reduzieren, baut Tilray seine Getränkesparte aus, unter anderem mit alkoholfreien Bieren und THC-haltigen Getränken.

Gleichzeitig bleibt der Blick starr auf Washington gerichtet. Die jüngste Anordnung von US-Präsident Trump zur Neueinstufung von Cannabis (Schedule 3) hatte im Dezember kurzzeitig für eine Rally gesorgt. Tilray sieht sich gut positioniert, um bei einer weiteren Marktöffnung in den USA sofort zu expandieren.

Der weitere Kursverlauf dürfte kurzfristig von der hohen Volatilität geprägt bleiben. Ohne eine signifikante Verbesserung der Margen oder konkrete regulatorische Durchbrüche in den USA fehlt den Bullen derzeit die Argumentationsgrundlage für eine nachhaltige Trendwende.

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