Tilray liefert zwar einen Rekordumsatz, doch nicht alle Sparten ziehen mit. Vor allem das schwächere Getränkegeschäft lenkt den Blick darauf, wie robust das diversifizierte Modell wirklich ist. Gleichzeitig setzt das Unternehmen mit Auszeichnungen und Vertriebsinitiativen auf Internationalisierung und Reichweite.

Worauf kommt es jetzt an? Vor allem darauf, ob die stärkeren Segmente die Dellen bei Getränken ausgleichen können – und wie sich das regulatorische Umfeld für Cannabis weiterentwickelt.

  • Q2 GJ 2026 Nettoumsatz: 217,5 Mio. US-Dollar (Rekord)
  • Internationales medizinisches Cannabis: +36%
  • Kanadisches Freizeit-Cannabis: +6%
  • Nettoverlust: 43,5 Mio. US-Dollar (−49% zum Vorjahr)
  • Prognose: Ausblick für das Geschäftsjahr bei Adjusted EBITDA bestätigt

Die Zahlen: Wachstum ja, aber nicht überall

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Tilray einen Rekord beim Nettoumsatz von 217,5 Mio. US-Dollar. Treiber waren vor allem die internationalen Verkäufe von medizinischem Cannabis, die um 36% zulegten. Auch das kanadische Freizeitgeschäft wuchs, wenn auch deutlich moderater, um 6%.

Gleichzeitig zeigte sich eine Schwachstelle: Das Getränkesegment verzeichnete laut Unternehmen einen Rückgang. Unter dem Strich verbesserte sich der Nettoverlust dennoch auf 43,5 Mio. US-Dollar – eine Verbesserung um 49% gegenüber dem Vorjahresquartal. Zudem bestätigte Tilray seine Guidance für das Adjusted EBITDA im laufenden Geschäftsjahr.

Signale aus dem Tagesgeschäft: Pharma-Auszeichnung und US-Vertrieb

Neben den Quartalszahlen lieferte Tilray mehrere operative Meldungen. Am Dienstag teilte das Unternehmen mit, dass die deutsche Pharma-Distributions-Tochter CC Pharma in Deutschland als „TOP 100 Innovator“ ausgezeichnet wurde. CC Pharma ist im europäischen Pharmamarkt aktiv und beliefert nach Unternehmensangaben mehr als 13.000 Apotheken.

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Im US-Getränke- und Bar-Geschäft setzt Tilray derweil auf Reichweite und Distribution: Am Montag kündigte das Unternehmen landesweite Promotions in US-Taprooms rund um den bevorstehenden „Championship Sunday“ an. Ebenfalls am Dienstag gab die Breckenridge Distillery einen neuen Distributionspartner für Illinois bekannt.

Branche im Wandel: Medizin rückt in den Fokus

Sektorweit richtet sich der Blick zunehmend auf mögliche Änderungen bei der US-Bundesregulierung, insbesondere auf eine potenzielle Neueinstufung (Rescheduling) von Cannabis. Zudem wird in der Branche ein Trend hin zu stärkerem Fokus auf medizinisches Cannabis beschrieben, das als wachstums- und margenstärker gilt als das herausfordernde Konsumentengeschäft, etwa in Kanada.

Auch die Entwicklung in großen Märkten wie Kalifornien bleibt ein Thema: Regulierer versuchen dort, Teile des illegalen Marktes stärker in legale Strukturen zu überführen. Für 2026 werden außerdem science-basierte Vermarktung sowie bequemere Produktformate wie Getränke und Pre-Rolls als Branchentrends genannt.

In den kommenden Monaten dürfte sich damit vor allem an zwei Punkten zeigen, wie tragfähig Tilrays Kurs ist: ob das Umsatzwachstum in den internationalen und pharma-nahen Bereichen anhält – und ob das schwächere Getränkesegment wieder Tritt fasst, während die Branche auf regulatorische Signale aus den USA wartet.

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