Tilray Aktie: Druck nach Zahlen
Tilray hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Fantasie am Markt gebremst. Zwar meldet das Unternehmen einen neuen Umsatzrekord, gleichzeitig fällt der Ergebnisrückstand gegenüber den Erwartungen deutlich aus. Die Aktie hat in den vergangenen vier Wochen rund 30 % verloren und steht charttechnisch wie fundamental unter Druck.
Umsatzrekord, aber klares Ergebnis-Minus
Tilray erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 217,5 Millionen US‑Dollar und lag damit über der Analystenerwartung von 211,15 Millionen US‑Dollar. Im Jahresvergleich entspricht das einem Plus von 3 %.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
- Nettoumsatz: 217,5 Mio. US‑Dollar (Rekord, +3 % gegenüber Vorjahr)
- Wachstum internationales Cannabis: +36 %
- Wachstum kanadischer Freizeitmarkt: +6 %
- GAAP-Verlust je Aktie: -0,41 US‑Dollar (Konsens: -0,14 US‑Dollar)
- Bereinigter Verlust je Aktie (Non-GAAP): -0,02 US‑Dollar
- Nettomarge: -251,69 %
- Bereinigtes EBITDA: 8,4 Mio. US‑Dollar
Auf GAAP-Basis verringerte sich der Nettoverlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,8 Mio. US‑Dollar auf 43,5 Mio. US‑Dollar. Bereinigt lag das Minus nur noch bei 2,0 Mio. US‑Dollar, was sich in einem bereinigten Ergebnis je Aktie von -0,02 US‑Dollar widerspiegelt. Operativ zeigt sich damit eine gewisse Verbesserung, die jedoch von den schwachen GAAP-Zahlen überlagert wird.
Analysten werden skeptischer
Die Reaktion der Analysten fiel klar negativ aus. Zacks Research senkte die Einstufung der Aktie nach dem Bericht von „Hold“ auf „Strong Sell“.
Daten von MarketBeat zufolge liegt das durchschnittliche Votum derzeit bei „Reduce“, verbunden mit einem mittleren Kursziel von 15,00 US‑Dollar.
Die aktuelle Verteilung der Empfehlungen:
- 1 Kaufempfehlung
- 4 Halteempfehlungen
- 2 Verkaufsempfehlungen
Technisches Bild verschlechtert sich
Charttechnisch hat sich die Ausgangslage deutlich eingetrübt. Die Aktie notiert unter beiden wichtigen gleitenden Durchschnitten:
- 50-Tage-Linie: 9,91 US‑Dollar
- 200-Tage-Linie: 10,70 US‑Dollar
Seit dem 52‑Wochen-Hoch von 23,20 US‑Dollar im Oktober 2025 hat das Papier mehr als 59 % an Wert verloren. Der institutionelle Anteil am Streubesitz liegt mit 9,35 % vergleichsweise niedrig, was Schwankungen zusätzlich verstärken kann.
US-Rescheduling als möglicher Katalysator
Das Management verweist weiterhin auf die mögliche Neubewertung von Cannabis auf Bundesebene in den USA. Die von Präsident Trump unterzeichnete Executive Order zur Einstufung von Cannabis in „Schedule 3“ sorgte im Dezember 2025 kurzfristig für Kursauftrieb. CEO Irwin D. Simon bezeichnete eine solche Einstufung als „wichtigen Fortschritt für medizinisches Cannabis in den Vereinigten Staaten“.
Finanziell zeigt sich die Bilanz vergleichsweise solide:
- Barmittel und marktgängige Wertpapiere: 292 Mio. US‑Dollar
- Netto-Cash-Position: rund 30 Mio. US‑Dollar
- Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity): 0,19
Getränkesparte schwächelt
Die Diversifizierungsstrategie in Getränke steht inzwischen stärker unter Beobachtung. Der Segmentumsatz fiel im Quartal von 63,1 Mio. auf 50,1 Mio. US‑Dollar. Die Bruttomarge sank gleichzeitig von 40 % auf 31 %.
Mit der Einführung von Hanf-basierten THC-Cocktails und alkoholfreien Spirituosen zu „Dry January“ versucht Tilray, vom Trend zu bewussterem Konsum zu profitieren. Ob diese Produkte nachhaltig zur Erholung des Segments beitragen, ist noch offen.
Positiv sticht dagegen das Distributionsgeschäft hervor: Einschließlich Tilray Pharma erreichten die Vertriebserlöse einen Rekordwert von 85,3 Mio. US‑Dollar und liefern damit einen stabilisierenden Beitrag.
Ausblick: Wachstum hinter der Branche
Tilray kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,09 Milliarden US‑Dollar und weist ein deutlich negatives KGV aus. Die Prognose für das bereinigte EBITDA im Gesamtjahr 2026 wurde bestätigt und liegt weiter bei 62 bis 72 Mio. US‑Dollar.
Analysten rechnen in den kommenden drei Jahren allerdings nur mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 4,7 %. Das liegt klar unter der erwarteten Wachstumsrate der Cannabisbranche von rund 32 % und unterstreicht, dass Tilray trotz operativer Fortschritte vorerst nicht im Tempo des Gesamtmarktes wächst.
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