Thyssenkrupp Aktie: Zwischenberichte erwartet
Der Start in das Börsenjahr 2026 hätte für den Essener Industriekonzern kaum besser laufen können. Angetrieben von Hoffnungen auf politische Schützenhilfe aus Brüssel ignorieren Anleger vorerst die tiefgreifenden fundamentalen Probleme und hieven den Kurs über eine psychologisch kritische Marke. Doch trägt die Hoffnung auf Schutzzölle die jüngste Rallye auch nachhaltig, oder droht beim Blick in die Bücher die Ernüchterung?
Hier sind die wichtigsten Kennzahlen zum heutigen Handelsschluss:
- Schlusskurs: 10,03 €
- Performance 7 Tage: +7,61%
- Abstand zum 50-Tage-Schnitt: +8,42%
- Performance 12 Monate: +151,06%
Politik beflügelt die Fantasie
Auslöser für den starken Auftakt ist weniger die operative Stärke des Konzerns, sondern vielmehr die Spekulation auf externe Unterstützung. Investoren setzen darauf, dass die EU-Kommission ihre Gangart gegen chinesische Billigstahlimporte verschärft. Pläne aus dem Oktober 2025, die eine Verdopplung der Zölle und eine Reduzierung der zollfreien Importmengen vorsehen, rücken wieder in den Fokus.
Dieses Szenario sorgt im gesamten europäischen Stahlsektor für Aufatmen. Die Aussicht auf fairere Wettbewerbsbedingungen wirkt wie ein Katalysator, der auch Wettbewerber wie Salzgitter mit nach oben zieht. Geopolitische Faktoren, die die Metallmärkte aktuell stützen, liefern zusätzlichen Rückenwind für die laufende Aufwärtsbewegung.
Charttechnik: Wichtige Hürden genommen
Mit dem heutigen Schlusskurs von 10,03 Euro gelang den Bullen ein wichtiges Signal: Die psychologisch relevante 10-Euro-Marke wurde zurückerobert. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt (9,25 Euro) hat sich auf über 8 Prozent ausgeweitet, was das kurzfristige Momentum unterstreicht.
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Dennoch ist der Weg zu alten Höchstständen noch weit. Das 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro liegt derzeit noch rund 24 Prozent entfernt. Angesichts einer hohen Volatilität von 80 Prozent (annualisiert) müssen sich Anleger weiterhin auf starke Schwankungen einstellen. Solange die Aktie jedoch über der Unterstützung im Bereich von 9 Euro notiert, bleibt das technische Bild konstruktiv.
Warnsignale bleiben bestehen
Trotz der Euphorie zum Jahresstart bleibt die fundamentale Lage angespannt. Der Konzern selbst dämpfte erst Anfang Dezember die Erwartungen mit einer Prognose, die für das Geschäftsjahr 2025/2026 einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro in Aussicht stellt. Hauptgrund sind die immensen Restrukturierungskosten der Stahlsparte.
Parallel dazu laufen die Verhandlungen über die Zukunft der Stahlsparte weiter. Die Gespräche mit dem indischen Interessenten Jindal Steel dauern an, wobei CEO Miguel Lopez betont, auch einen "Plan B" in der Tasche zu haben. Zusätzlich schwebt ein Rechtsstreit mit Salzgitter wie ein Damoklesschwert über dem Konzern, bei dem es um Forderungen in Milliardenhöhe geht. Die Diskrepanz zwischen der Kursverdopplung auf Jahressicht (+151%) und den operativen Baustellen ist unübersehbar.
Für die weitere Kursentwicklung werden die kommenden Wochen entscheidend sein. Am 30. Januar 2026 steht die Hauptversammlung in Bochum an, von der sich Investoren Klarheit über die Strategie erhoffen. Kurz darauf, am 12. Februar, werden die Zahlen zum ersten Quartal zeigen, ob die operative Realität mit den aktuellen Vorschusslorbeeren mithalten kann.
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