Die Verhandlungen mit dem indischen Interessenten Jindal Steel International über den Verkauf der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) sind ins Stocken geraten. Gewerkschaften und Betriebsräte verschärfen ihre Forderungen nach weitreichenden Standort- und Beschäftigungsgarantien – und gefährden damit den Zeitplan der Transaktion. Die Aktie verlor am Dienstag deutlich und schloss bei 9,59 Euro.

Die wichtigsten Fakten:
- Kursrückgang von 4,3 Prozent auf 9,59 Euro
- Verhandlungen mit Jindal Steel verzögern sich
- Arbeitnehmervertreter fordern verbindliche Zusagen
- Morgan Stanley bestätigt "Underweight"-Rating

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Arbeitnehmerseite blockiert Deal

Aus Verhandlungskreisen wurde bekannt, dass die Arbeitnehmervertreter vor einer Zustimmung deutlich weitergehende Garantien fordern als bisher angeboten. Die Unsicherheit, ob und zu welchen Konditionen der Verkauf der zyklischen Stahlsparte finalisiert werden kann, belastet den Kurs merklich.

Ein Scheitern der Gespräche würde die strategische Neuausrichtung des Konzerns empfindlich treffen. Die "Green Transformation", auf die Thyssenkrupp setzt, steht und fällt mit der erfolgreichen Entkonsolidierung des Stahlgeschäfts.

Analysten bleiben skeptisch

Morgan Stanley hält an seiner negativen Einschätzung fest. Die US-Investmentbank bestätigte am Dienstag das "Underweight"-Rating für die Aktie. Die Analysten sehen trotz der Rally im vergangenen Jahr weiterhin strukturelle Risiken und begrenztes Aufwärtspotenzial, solange die Stahlsparte nicht verkauft ist.

Einen Lichtblick bietet die Marine-Sparte: Bernstein stufte Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), im Oktober 2025 an die Börse gebracht, auf "Market-Perform" hoch. Da der Konzern weiterhin maßgeblich an TKMS beteiligt ist, wirkt dies stabilisierend.

Kontext: Phänomenales 2025 im Rücken

Der aktuelle Rücksetzer steht im Kontrast zur Performance des Gesamtjahres 2025, in dem die Aktie um 187 Prozent zulegte. Die Fantasie einer vollständigen Aufspaltung des Konglomerats hatte Investoren scharenweise zurückgebracht.

Operativ gab es zuletzt ebenfalls Erfolge: Die Wasserstoff-Tochter Thyssenkrupp nucera sicherte sich Mitte Dezember einen wichtigen Großauftrag für eine Chlor-Alkali-Anlage im Nahen Osten. Dieser Auftrag unterstreicht die langfristige Perspektive im Bereich grüner Technologien – wird jedoch aktuell von den Sorgen um die Stahlsparte überlagert.

Die nächsten Gesprächsrunden mit Jindal Steel entscheiden, ob die Aktie die Marke von 10 Euro zurückerobern kann. Technisch muss die Unterstützung bei 9,50 Euro halten, um eine größere Korrektur zu vermeiden. Im Februar folgen die Quartalszahlen, bei denen Investoren ein Update zum Stand der Verkaufsverhandlungen erwarten.

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