Der drohende Abbruch der Verkaufsgespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel & Power trifft Thyssenkrupp an einem empfindlichen Punkt. Laut Berichten zweifeln interne Kreise zunehmend daran, dass der geplante Teilverkauf der Stahlsparte Steel Europe noch zustande kommt — eine Entwicklung, die den gesamten Konzernumbau ins Wanken bringen könnte.

Warum der Deal so entscheidend ist

Die Stahlsparte belastet die Konzernbilanz erheblich. Im ersten Quartal 2025/26 erzielte Thyssenkrupp zwar 7,2 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro — doch allein die Restrukturierungskosten bei Steel Europe von 401 Millionen Euro drückten das Konzernergebnis in einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro. Ohne frische Mittel aus einem Verkauf fehlt dem Konzern der finanzielle Spielraum, sich als spezialisierter Industriegüterkonzern neu aufzustellen.

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Thyssenkrupp hat die laufenden Gespräche offiziell bestätigt. Jindal Steel & Power lehnte jeden Kommentar ab. Diese Informationslücke hat die Skepsis des Marktes weiter genährt — die Aktie fiel zuletzt auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,80 Euro, mehr als 40 Prozent unterhalb des Oktober-Hochs von 13,24 Euro.

Drei Baustellen, ein Zeitplan

Neben den Stahlverhandlungen drängen weitere strategische Entscheidungen. Bis Ende März muss die Handelssparte Materials Services eine operative Verbesserung vorweisen — davon hängt ab, ob ein IPO, eine Abspaltung oder ein Verkauf noch im Herbst realisierbar ist. Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant.

Als stabiler Gegenpart gilt die Rüstungstochter TKMS: Seit dem Börsengang im Oktober 2025 hat die Aktie rund 50 Prozent zugelegt. Mit laufenden Großprogrammen — darunter 12 U-Boote der Klasse 212CD und das F127-Fregattenprogramm — bleibt TKMS der am höchsten bewertete Teil des Portfolios, an dem Thyssenkrupp 51 Prozent hält.

Halbjahresbericht als nächster Prüfstein

Scheitert der Jindal-Deal endgültig, müsste Thyssenkrupp rasch eine tragfähige Alternative für eine Stahlsparte entwickeln, die strukturell von schwachen Margen, hohen Energiekosten und globalem Überangebot geprägt ist. Am 12. Mai 2026 legt der Konzern den Halbjahresbericht vor. Bis dahin dürften vor allem die Fortschritte bei Materials Services und der nächste Schritt rund um Steel Europe zeigen, ob der Umbau noch im Zeitplan liegt.

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