Thyssenkrupp Aktie: Jindal investiert
Der Essener Industriekonzern bringt seine Transformation auf die Zielgerade. Während die Verhandlungen mit dem indischen Stahlriesen Jindal Steel konkrete Formen annehmen, plant Thyssenkrupp parallel den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der profitablen Wälzlagersparte Rothe Erde. Die Hauptversammlung am 30. Januar dürfte für zusätzliche Klarheit sorgen.
Die wichtigsten Entwicklungen:
- Jindal Steel signalisiert substanzielle Investitionen in den Standort Duisburg
- Gestaffeltes Übernahmemodell: Zunächst 60%, später restliche 40% der Stahlsparte
- Rothe Erde könnte 30%-Minderheit abstoßen – Bewertung: 1,5 Mrd. Euro für Gesamtsparte
- Pensionsverpflichtungen von 2,5 Mrd. Euro belasten Verhandlungen
Jindal setzt auf klimaneutralen Stahl
CEO Miguel Lopez hat kurz vor der Hauptversammlung wichtige Details zu den Gesprächen mit Jindal Steel International preisgegeben. Der indische Konzern teilt die Einschätzung des Managements, dass klimaneutraler Stahl marktfähig ist – eine Grundvoraussetzung für die geplante Transaktion.
Das Übernahmemodell ist mehrstufig konzipiert: In einer ersten Phase soll Jindal Steel rund 60 Prozent der Anteile erwerben. Die verbleibenden 40 Prozent würden in ein oder zwei weiteren Tranchen folgen. Hintergrund dieser Staffelung sind Pensionsverpflichtungen von etwa 2,5 Milliarden Euro, die eine komplexe Verhandlungsbasis schaffen.
Die Gespräche mit Daniel Kretinskys EP Group wurden einvernehmlich beendet. EPG hat seinen 20-Prozent-Anteil an der Stahlsparte zurückgegeben.
Rothe Erde als Finanzierungsbaustein
Parallel zur Stahlsparte treibt Thyssenkrupp den möglichen Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der Wälzlagersparte Rothe Erde voran. Laut Reuters könnte ein 30-Prozent-Anteil veräußert werden. Die potenzielle Bewertung der gesamten Sparte liegt bei 1,5 Milliarden Euro.
Rothe Erde gehört zum Geschäftsbereich Decarbon Technologies und gilt als eines der profitablen Assets im Konzernportfolio. Ein Teilverkauf würde dem Konzern zusätzliche Liquidität verschaffen, ohne die operative Kontrolle aufzugeben.
Welthandel als Unsicherheitsfaktor
Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm warnt vor strukturellen Veränderungen im globalen Handel. Instabilität sei zur neuen Normalität geworden, das regelbasierte Welthandelssystem erodiere. Für Industrieunternehmen wie Thyssenkrupp erschwert dies Langfristplanung und Investitionsentscheidungen erheblich.
Die Hauptversammlung am 30. Januar in Bochum soll eine unveränderte Dividende von 0,15 Euro je Aktie beschließen. Der Ex-Dividenden-Tag ist für den 2. Februar angesetzt. Mit den anstehenden Weichenstellungen bei Stahl und Rothe Erde dürfte die Versammlung richtungsweisend für die weitere Entwicklung des Konzerns werden.
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