Thyssenkrupp Aktie: Durchbruch bei Stahlverkauf?
Jahrelang scheiterte der Verkauf der defizitären Stahlsparte an unlösbaren Finanzierungsfragen. Nun könnte ein gestaffeltes Modell mit dem indischen Konzern Jindal Steel den Weg frei machen. Die Aktie reagiert mit deutlichen Kursgewinnen – doch die Hürden bleiben gewaltig.
Die wichtigsten Fakten:
- Verhandlungen über stufenweisen Verkauf von 60% als Einstieg
- Pensionsverbindlichkeiten von 2,5 Milliarden Euro als Haupthindernis
- Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro für 2025/2026 prognostiziert
- Marine-Tochter TKMS expandiert mit Rekord-Auftragsbestand
Gestaffelter Verkauf soll Pensionsproblem lösen
Nach Informationen von Reuters prüfen Thyssenkrupp und Jindal Steel International eine phasenweise Übernahme der Stahlsparte TKSE. In einer ersten Tranche würden 60 Prozent der Anteile übertragen, die restlichen Anteile sukzessive zu einem späteren Zeitpunkt.
Das Konstrukt zielt darauf ab, das zentrale Problem zu entschärfen: Die rund 2,5 Milliarden Euro an Pensionsverbindlichkeiten, die mit der Stahlsparte verknüpft sind. Der Buchwert von TKSE liegt aktuell bei 2,4 Milliarden Euro. Vier mit den Gesprächen vertraute Personen bestätigten die laufenden Verhandlungen.
Belastungen drücken auf die Bilanz
Trotz der Fortschritte bei der Transformation warnt der Konzern vor massiven Belastungen im laufenden Geschäftsjahr. Der erwartete Nettoverlust könnte bis zu 800 Millionen Euro erreichen. Der Free Cashflow vor Fusionen und Übernahmen dürfte zwischen minus 300 und minus 600 Millionen Euro liegen.
Hauptursache sind Restrukturierungsrückstellungen für das Stahlgeschäft. Im Dezember einigten sich Stahlvorstand und IG Metall auf einen Tarifvertrag zur Neuausrichtung. Die jährliche Versandkapazität soll von 11,5 Millionen auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen schrumpfen.
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TKMS wird zum Wachstumstreiber
Einen Lichtblick bietet die im Oktober abgespaltene Marinetochter TKMS. Das Unternehmen legte Anfang Januar ein unverbindliches Angebot für die German Naval Yards vor und konkurriert dabei mit der britischen Inocea Group. TKMS verfügt über einen Rekord-Auftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro.
Das Marine-Segment trieb im Geschäftsjahr 2024/2025 den Auftragseingang auf 37,7 Milliarden Euro – ein Plus von 15 Prozent. Das bereinigte EBIT verbesserte sich auf 640 Millionen Euro, obwohl die Umsätze rückläufig waren.
Analysten bleiben skeptisch
Die Expertenmeinungen zur weiteren Kursentwicklung fallen verhalten aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 10,51 Euro nur knapp über dem aktuellen Niveau von 10,20 Euro. Morgan Stanley bewertet die Aktie mit "Underweight" und einem Kursziel von 8,70 Euro. Moody's senkte den Ausblick von "positiv" auf "stabil", bestätigte aber das Ba3-Rating.
Der Erfolg des Konzernumbaus hängt entscheidend davon ab, ob die Verhandlungen mit Jindal Steel zu einem tragfähigen Abschluss kommen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Thyssenkrupp mit einem bereinigten EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro.
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