The Trade Desk Aktie: Analysten uneins
Nach einem Jahr mit heftigem Kursrutsch steht The Trade Desk am Scheideweg. Während viele Anleger nach dem Absturz verunsichert sind, legt ausgerechnet Stifel jetzt ein ausgesprochen optimistisches Votum vor. Im Kontrast dazu treten andere Häuser auf die Bremse – ein Spannungsfeld, das die nächsten Monate prägen dürfte.
Stifel macht The Trade Desk zur „Top Pick“
Trotz der deutlichen Kursschwäche bekräftigt Stifel seine positive Sicht. Am Freitag stuften die Analysten um Mark Kelley die Aktie erneut mit „Buy“ ein und kürten The Trade Desk gleichzeitig zur „Top Pick“ im Adtech-Sektor.
Die Begründung: Die Belastungsfaktoren aus der zweiten Jahreshälfte 2025 sollten nachlassen. Stifel verweist vor allem auf zwei Punkte:
- Nachlassende Sondereffekte rund um den US-Wahlzyklus
- Eine Stabilisierung beim Rollout der „Kokai“-Plattform
Auf dieser Basis erwartet Stifel, dass sich das Umsatzwachstum ab dem zweiten Quartal 2026 wieder spürbar beschleunigen könnte. Aus Sicht der Analysten wäre damit die Basis für eine Gegenbewegung nach dem schwachen Jahr 2025 gelegt.
Deutlich unterschiedliche Kursziele
Während Stifel klar auf Erholung setzt, reagieren andere Adressen deutlich vorsichtiger auf die Kursverluste.
- Guggenheim: senkte das Kursziel von 55 auf 50 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Als Hauptgrund nennt das Haus die wachsende Konkurrenz im digitalen Werbemarkt.
- Truist Securities: reduzierte das Kursziel auf 85 US-Dollar. Die Analysten verweisen zwar auf starke frühere Resultate, sehen aber ein verändertes Bewertungsumfeld, das höhere Multiples erschwert.
Damit prallen zwei Lesarten aufeinander: Stifel sieht in den aktuellen Kursniveaus die Chance auf eine kräftige Erholung, während Guggenheim und Truist vor allem die verschärfte Wettbewerbssituation und eine vorsichtigere Bewertung betonen.
Fundamentale Bremsklötze
Der Kursverfall im Jahr 2025 war deutlich. Über zwölf Monate summiert sich das Minus auf rund 68 Prozent. Auslöser war vor allem eine spürbare Abschwächung des Wachstums: In den ersten neun Monaten 2025 sank die Umsatzdynamik auf etwa 20 Prozent, nach rund 27 Prozent im Vorjahr.
Wesentliche Kennziffern aus dem Marktbild:
- Kurs um 37 US-Dollar, nach zwölf Monaten fast 70 Prozent unter Wasser
- 52-Wochen-Performance: -68,17 %, Abstand zum Hoch bei mehr als -69 %
- Bewertungsniveau: etwa 43-faches Ergebnis, Marktkapitalisierung rund 18 Mrd. US-Dollar (laut Quelltext)
Trotz des starken Rückgangs notiert die Aktie also weiterhin mit einem Bewertungsaufschlag gegenüber dem Gesamtmarkt. Ein klassischer „Value-Case“ ist das Papier damit noch nicht.
Konkurrenzdruck und Branchenwandel
Auf die Stimmung drückt insbesondere der strukturelle Wandel in der Werbeindustrie. Investoren fürchten, dass sich der Wettbewerb deutlich verschärft:
- Amazon baut sein Geschäft als Demand-Side-Plattform (DSP) konsequent aus und greift damit direkt das Kerngeschäft von The Trade Desk an.
- Google und Meta treiben den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Anzeigensteuerung massiv voran. Das stellt das offene Internet-Modell von The Trade Desk vor die Herausforderung, technologisch mitzuhalten und Mehrwert gegenüber den geschlossenen Ökosystemen zu bieten.
Hinzu kommt: Die aktuelle Bewertung von rund dem 43-fachen Gewinn spiegelt weiterhin die Erwartung an solides Wachstum wider. Der Markt unterstellt damit, dass The Trade Desk ab 2026 wieder stärker zulegen kann und die Marke um 35 US-Dollar als Boden verteidigt.
Technische Marke und Ausblick
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Mit einem Kurs von 37,39 US-Dollar notiert die Aktie zwar etwas über dem 52-Wochen-Tief von 30,80 US-Dollar, aber weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 121,08 US-Dollar und klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Die entscheidenden Punkte für die kommenden Monate sind damit klar umrissen: Gelingt es dem Unternehmen, das Wachstum wie von Stifel erwartet zu beschleunigen und den technologischen Vorsprung der großen Plattformen einzugrenzen, stützt das die These einer Erholung. Bleibt die Dynamik hingegen schwach, während Amazon, Google und Meta weiter Marktanteile und KI-Kompetenz ausbauen, dürfte der Bewertungsaufschlag zunehmend unter Druck geraten.
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