Tesla Aktie: Software im Fokus
Tesla stellt sein Softwaregeschäft neu auf und bindet gleichzeitig wichtige Führungskräfte enger an das Unternehmen. Im Zentrum steht ein radikaler Umbau des Geschäftsmodells rund um „Full Self-Driving“ (FSD), der direkten Einfluss auf künftige Umsätze – und auf die Vergütung von CEO Elon Musk – hat. Parallel dazu sorgen ein hoch bewerteter Aktienkurs, rechtliche Risiken und zunehmender Wettbewerb im Bereich autonomes Fahren für ein anspruchsvolles Umfeld.
FSD nur noch per Abo
Die wichtigste Änderung für Aktionäre: Tesla schafft die Einmal-Kaufoption für das Fahrerassistenzpaket „Full Self-Driving (Supervised)“ ab. Elon Musk kündigte am 14. Januar an, dass ab dem 14. Februar 2026 keine dauerhafte Lizenz mehr erworben werden kann; zuletzt lag der Preis für den Einmalkauf bei 8.000 US‑Dollar. Künftig soll FSD ausschließlich über ein Monatsabo laufen, das in den USA derzeit bei 99 US‑Dollar liegt.
Ziel ist es, die Einstiegshürde für Kunden zu senken und die Verbreitung zu erhöhen – aktuell wird die FSD-Nutzung auf etwa 15 % der Tesla-Flotte geschätzt. Gleichzeitig zahlt die Umstellung direkt auf Musks erfolgsabhängige Vergütung ein: Sein Performance-Paket für 2025 sieht eine Schwelle von 10 Millionen aktiven FSD-Abos vor. Indem Tesla die Dauerlizenz streicht, lenkt das Unternehmen seine Nutzer konsequent in Richtung wiederkehrender Softwareerlöse, die nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen.
Damit tauscht Tesla hohe Einmalzahlungen pro Fahrzeug gegen planbarere, aber zunächst kleinere monatliche Einnahmen. Für Investoren steht damit die Frage im Raum, ob die höhere Abo-Durchdringung den Verzicht auf sofortige 8.000‑Dollar-Zahlungen pro Kunde mittel- bis langfristig aufwiegen kann – genau auf diesen Hebel setzt das Management.
Führungskräfte binden, Analysten reagieren
Parallel zur Softwareoffensive stärkt Tesla seine Managementriege. Laut einer SEC-Mitteilung vom 12. Januar 2026 erhält Tom Zhu, Senior Vice President und maßgeblich beteiligt am Erfolg der Gigafactory in Shanghai, ein umfangreiches Aktienoptionspaket. Die 520.021 Optionen haben einen Ausübungspreis von 435,80 US‑Dollar und werden langfristig zwischen 2027 und März 2031 fällig.
Die Konstruktion zwingt Zhu faktisch zu einem Verbleib im Unternehmen über mehrere Jahre. Das adressiert Sorgen am Markt über mögliche Managementfluktuation und sichert Tesla in einer Phase strategischer Neuausrichtung zusätzliche personelle Stabilität.
Auf Analystenseite zeigen sich gemischte Signale. UBS bestätigte am 14. Januar zwar ihr „Sell“-Votum, erhöhte das Kursziel aber deutlich von 247 auf 307 US‑Dollar und trägt damit den veränderten Bewertungsannahmen Rechnung. Gleichzeitig bleiben größere Adressen taktisch: ARK Investment von Cathie Wood veräußerte am 15. Januar Tesla-Aktien im Volumen von rund 38 Millionen US‑Dollar, obwohl der Fonds weiterhin grundsätzlich positiv auf das Thema Robotaxis blickt und damit eher Gewinne mitnimmt als die langfristige Story in Frage stellt.
In der Rechtsfront versucht Tesla, ein belastendes Thema zu entschärfen. Das Unternehmen hat sich mit der US-Behörde EEOC auf ein privates Mediationsverfahren zu einer Klage wegen systematischer rassistischer Belästigung im Werk Fremont geeinigt. Die Mediation soll im März oder April 2026 starten, eine Frist für einen Lösungsvorschlag ist auf den 17. Juni 2026 gesetzt. Damit liegt ein klarer Zeitrahmen für eine mögliche außergerichtliche Einigung auf dem Tisch.
Bewertung, Marktumfeld und Konkurrenzdruck
An der Börse wird Tesla weiterhin als Hochwachstumstitel mit hohem Risikoaufschlag gehandelt. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis um 293 spiegelt vor allem die Erwartungen an autonome Mobilität und hohe Softwaremargen wider, weniger das klassische Autogeschäft. Die Umstellung auf ein FSD-Abo ist in diesem Kontext ein zentraler Baustein, um das Narrativ wiederkehrender, margenstarker Softwareumsätze mit Leben zu füllen.
Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Weltweit stiegen die Verkäufe von Elektroautos 2025 um 20 %, in den USA jedoch nur um 1 %, was vor allem an veränderten Förderbedingungen liegt. Wachstum verlagert sich damit stärker in andere Regionen, während Tesla im Heimatmarkt mit einem weitgehend gesättigten und politisch sensiblen Umfeld konfrontiert ist.
Der Wettbewerbsdruck im Bereich autonomes Fahren nimmt zu. Nvidia präsentierte auf der CES 2026 eine neue Generation seiner DRIVE-Plattform mit „Alpamayo“-KI-Modellen. Damit rüstet der Chipkonzern traditionelle Hersteller wie Mercedes-Benz und Hyundai aus, die technologisch aufholen und ihre eigenen Software-Stacks etablieren wollen. Parallel dazu meldet Alphabet-Tochter Waymo inzwischen rund 450.000 autonome Fahrten pro Woche. Das stellt Teslas Deutungshoheit im Robotaxi-Segment zunehmend in Frage und zwingt das Unternehmen, seine FSD-Strategie operativ zu untermauern.
Technisches Bild und nächste Termine
Nach dem Rücklauf von den Hochs nahe 485 US‑Dollar hat die Tesla-Aktie zuletzt oberhalb von 420 US‑Dollar einen Boden ausgebildet. Gestern schloss der Titel bei 447,20 US‑Dollar und liegt damit rund 34 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt, während der 14‑Tage-RSI mit 73,7 auf ein bereits überkauftes Niveau hindeutet. Der starke Abstand zu den gleitenden Durchschnitten zeigt, wie viel Zukunftsfantasie bereits eingepreist ist.
In den kommenden Wochen rücken zwei Termine in den Vordergrund: Am 28. Januar 2026 veröffentlicht Tesla die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. Besonders im Fokus stehen dann die Automobilbruttomargen und Aussagen zum Produktionsstart des Robotaxis „Cybercab“, der für Ende 2026 angepeilt ist. Zudem läuft am 14. Februar die Frist für den Kauf der FSD-Lizenz auf Lebenszeit aus, was kurzfristig für einen zusätzlichen Schub bei den Softwareerlösen sorgen dürfte, bevor das reine Abo-Modell greift. Zusammen liefern diese Ereignisse entscheidende Hinweise darauf, ob Tesla die ambitionierten Erwartungen an sein Software- und Autonomiegeschäft operativ einlösen kann.
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