Tesla Aktie: Kritische Woche
Tesla geht mit viel Erwartungsdruck in die Berichtswoche vor den Zahlen zum vierten Quartal 2025. Nach rückläufigen Auslieferungen im Kerngeschäft und großen Versprechen bei Robotaxis und Robotik richtet sich der Blick der Anleger nun auf den kommenden Earnings-Call Ende Januar.
Im Markt steht der Titel bei rund 437 US‑Dollar und ist extrem hoch bewertet, während Gewinn und Umsatz eher rückläufig sind. Entscheidend wird, ob Elon Musk auf der Zahlenkonferenz glaubhaft machen kann, dass Robotaxis und der humanoide Roboter „Optimus“ die aktuelle Schwäche im Autogeschäft perspektivisch ausgleichen können.
Schwächere Auslieferungen, Rekord bei Speicherlösungen
Tesla hatte die Produktions- und Auslieferungszahlen für das vierte Quartal bereits Anfang des Monats gemeldet. Die Bilanz fällt im Autogeschäft deutlich schwächer aus:
- Q4 2025 Produktion: über 434.000 Fahrzeuge
- Q4 2025 Auslieferungen: über 418.000 Fahrzeuge (–16 % gegenüber Vorjahr)
- Gesamtjahr 2025 Auslieferungen: 1,64 Mio. Fahrzeuge (fast –9 % vs. 2024)
- Q4 2025 Energiespeicher: 14,2 GWh (Quartalsrekord)
- Gesamtjahr Energiespeicher: 46,7 GWh
Damit verzeichnet Tesla bereits das zweite Jahr in Folge sinkende Fahrzeugauslieferungen – ein deutlicher Bruch mit der früheren Phase, in der das Unternehmen zeitweise knapp 50 % jährliches Wachstum vorweisen konnte.
Gleichzeitig legt der Bereich Energiespeicher zu: Die installierte Kapazität erreicht neue Höchststände und wird als wichtige zweite Säule neben dem Autogeschäft immer sichtbarer.
Erwartungen an die Q4-Zahlen
An der Wall Street sind die Erwartungen für das vierte Quartal verhalten. Die Analysten rechnen im Konsens mit:
- einem Ergebnis je Aktie (EPS) von 0,45 US‑Dollar (–38 % im Jahresvergleich)
- einem Umsatz von rund 24,76 Mrd. US‑Dollar (etwa –4 % zum Vorjahresquartal)
Besonders ins Auge fällt die Bewertung: Die Aktie wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 303 auf Basis der letzten zwölf Monate gehandelt. Das signalisiert extrem hohe Erwartungen an das künftige Wachstum, obwohl das Kerngeschäft mit Fahrzeugen unter Druck steht.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
- Marktkapitalisierung: ca. 1,5 Billionen US‑Dollar
- 52‑Wochen-Spanne: 214,25 bis 498,83 US‑Dollar
- Bruttomarge (TTM): 17,01 %
- Umsatz (TTM): 95,6 Mrd. US‑Dollar
- EPS (TTM): 1,44 US‑Dollar
Robotaxis: Hohe Ziele, langsame Umsetzung
Ein zentrales Anlagethema bleibt das Robotaxi-Geschäft. Die Umsetzung verläuft jedoch deutlich langsamer als ursprünglich von CEO Elon Musk in Aussicht gestellt.
Tesla startete im Juni 2025 einen Ride-Hailing-Dienst mit Roboterautos in Austin (Texas). Musk hatte das Ziel ausgegeben, bis Jahresende etwa die Hälfte der US‑Bevölkerung zu erreichen. Im Oktober wurde dieses Ziel auf acht bis zehn Metropolregionen nach unten angepasst.
Aktuell sind Robotaxis nur in zwei Regionen verfügbar: Austin und die San Francisco Bay Area. Zudem muss in jedem Fahrzeug noch ein Tesla‑Mitarbeiter an Bord sein. Von vollautonomen Flotten im Masseneinsatz ist das Unternehmen damit noch ein Stück entfernt.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat bislang acht gemeldete Unfälle im Zusammenhang mit dem Robotaxi-Dienst in Austin registriert – obwohl Mitarbeiter mitfahren. Mehrere Untersuchungen zu Teslas autonomen Fahrfunktionen laufen weiter.
Energiesparte als Wachstumstreiber
Deutlich besser präsentiert sich die Energiesparte. Die Energiespeicherlösungen liefern robuste Wachstumsraten und deutlich höhere Margen als das Autogeschäft. Nach Unternehmensangaben liegen die Margen in diesem Bereich etwa doppelt so hoch wie im Fahrzeugsegment.
Der Umsatzanteil der Energiesparte ist inzwischen auf rund 20 % der Konzernerlöse gestiegen. Damit etabliert sich das Geschäft mit stationären Speicherlösungen als wichtiger Ertragspfeiler neben den Fahrzeugen.
Der Erfolg ruft allerdings auch Wettbewerber auf den Plan. Ford kündigte im Dezember an, ein bestehendes Batteriewerk in Kentucky auf die Produktion von Energiespeichern umzustellen und dafür zusätzlich 2 Mrd. US‑Dollar zu investieren. GM Energy meldete für 2025 eine Verfünffachung der Umsätze und ein monatliches Umsatzwachstum von 30 %.
Wettbewerb auf allen Ebenen
Die Konkurrenz für Tesla nimmt in allen wichtigen Geschäftsbereichen zu:
- Elektrofahrzeuge: Der chinesische Hersteller BYD hat Tesla als weltgrößten Verkäufer von Elektroautos überholt.
- Robotaxis: Waymo meldete 2025 rund 14 Mio. vollautonome, bezahlte Fahrten ohne Mitarbeiter an Bord und operiert bereits in fünf Metropolregionen.
- Energiespeicher: Ford und GM bauen ihre Investitionen in Batterietechnologie und Speicherlösungen deutlich aus.
Der frühere Vorsprung im Elektroautobereich ist damit spürbar geschrumpft, während sich der Wettbewerb um Marktanteile bei Robotaxis und Energiespeichern verschärft.
Blick auf den Earnings-Call
Die für den 28. Januar angesetzte Telefonkonferenz zu den Q4‑Zahlen dürfte weniger von den bereits bekannten Auslieferungsdaten geprägt sein. Im Fokus stehen voraussichtlich:
- konkrete Pläne zur weiteren Expansion des Robotaxi-Dienstes
- ein Update zum humanoiden Roboter „Optimus“
- Aussagen zum Stellenwert der Energiesparte im Konzernmix
Elon Musk hat wiederholt erklärt, dass langfristig rund 80 % des Unternehmenswertes aus dem Optimus‑Programm stammen sollen. Wedbush‑Analyst Dan Ives bleibt optimistisch und erwartet, dass Tesla 2026 Robotaxis in etwa 30 Städten im Einsatz haben könnte. Kritiker verweisen hingegen auf die Historie verfehlter Zielvorgaben und stellen die Umsetzbarkeit der ehrgeizigen Pläne in Frage.
Für die Bewertung der Aktie wird insbesondere entscheidend sein, ob Tesla mit Robotaxis, Optimus und der Energiesparte einen belastbaren Pfad aufzeigen kann, der die aktuelle Schwäche im Autogeschäft und die sehr hohe Bewertung an der Börse rechtfertigt.
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