Tesla erlebt ein ungewohntes Jahr des Rückwärtsgangs. Die Auslieferungen schrumpfen, der chinesische Rivale BYD zieht vorbei – und der Markt beginnt, Tesla nicht mehr nur als Autobauer zu bewerten. Im Mittelpunkt steht nun die Frage, ob Energiegeschäft, KI und Robotaxis den Rückgang im Kerngeschäft auffangen können.

Schwächere Auslieferungen belasten

Tesla hat Anfang Januar seine Produktions- und Auslieferungszahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und damit die Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr zu kräftigem Wachstum gedämpft.

Im Schlussquartal lieferte der Konzern 418.227 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von 15,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal und liegt unter der eigenen Konsensschätzung von 422.850 sowie unter den höchsten Wall-Street-Erwartungen von rund 426.000 Fahrzeugen.

Auch auf Jahressicht zeigt sich die Trendwende: 2025 kam Tesla auf 1,636 Millionen Auslieferungen. Das sind rund 8,5–9 % weniger als im Vorjahr – das zweite Jahr in Folge mit sinkenden Volumina. Parallel dazu produzierte Tesla im vierten Quartal 434.358 Fahrzeuge und damit erneut mehr, als verkauft wurden. Die Lagerbestände bleiben damit ein Thema.

Ein wesentlicher Faktor für die schwächere Nachfrage war der Auslauf der US-Steuergutschrift von 7.500 US‑Dollar für Elektrofahrzeuge zum 30. September 2025. Viele Käufe wurden vorgezogen, sodass das dritte Quartal künstlich gestützt und das vierte entsprechend ausgedünnt wurde. Hinzu kommt zunehmender Wettbewerbsdruck, insbesondere im volumenstarken Mittelklassesegment.

BYD übernimmt die Spitze

Die schwächere Entwicklung bei Tesla fällt in ein Jahr, in dem sich das Kräfteverhältnis im globalen Elektroautomarkt deutlich verschoben hat. 2025 hat BYD Tesla als größten Hersteller von reinen Batterie-Elektrofahrzeugen (BEVs) abgelöst.

Die Zahlen zeigen die neue Rangordnung klar:

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  • BYD BEV-Verkäufe 2025: 2,26 Millionen Fahrzeuge (+28 % gegenüber Vorjahr)
  • Tesla BEV-Verkäufe 2025: 1,64 Millionen Fahrzeuge (–9 % gegenüber Vorjahr)
  • Volumenabstand: rund 620.000 Fahrzeuge

BYD profitiert von einer breiten, frischen Modellpalette und einer aggressiven Expansion, vor allem in preissensitiven Segmenten. Genau dort trifft die Konkurrenz auf Teslas in die Jahre gekommene Volumenmodelle Model 3 und Model Y, die inzwischen deutlich stärkeren Wettbewerbern gegenüberstehen.

Diese Entwicklung signalisiert mehr als nur ein verlorenes Etikett als Marktführer. Sie unterstreicht, dass der Kampf im EV-Massenmarkt zunehmend über Preis, Modellvielfalt und lokale Präsenz entschieden wird – Disziplinen, in denen chinesische Anbieter ihre Stärken ausspielen.

Energiesparte legt kräftig zu

Während das Autogeschäft schwächelt, liefert die Energiesparte ein deutlich anderes Bild. Tesla meldete im vierten Quartal einen Rekord bei der Installation von Energiespeicher-Systemen: 14,2 GWh wurden ausgeliefert, fast 50 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr summieren sich die Speicher-Auslieferungen auf 46,7 GWh.

Dieses Geschäftsfeld gewinnt an Bedeutung, weil es zusätzliche Erlösquellen erschließt und die Abhängigkeit von Autoverkäufen mindert. Gleichzeitig bietet es Potenzial für stabilere Margen, gerade in Phasen, in denen Preisdruck und Rabattschlachten im Fahrzeugbereich die Profitabilität belasten. Der jüngste Rekord unterstreicht, dass Tesla hier eine zweite Säule aufbaut, die zunehmend ins Gewicht fällt.

Aktie nach Rücksetzer – Analysten gespalten

Die Börse reagierte negativ, aber ohne Ausverkauf. Die Tesla-Aktie verlor am Freitag rund 2,3 % auf 439,29 US‑Dollar. Damit liegt der Kurs zwar knapp 10 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber immer noch deutlich über den viel tieferen Ständen vom Frühjahr 2025; auch der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten bleibt komfortabel, was auf einen weiterhin intakten Aufwärtstrend hindeutet.

Analysten kommen zu unterschiedlichen Schlüssen. Bei Truist wurde das Kursziel leicht auf 439 US‑Dollar gesenkt, das Rating bleibt auf „Hold“. Hier dominiert die Sicht, dass die aktuelle Bewertung die Unsicherheiten im Autogeschäft bereits weitgehend widerspiegelt. Wedbush dagegen hält an „Outperform“ fest und nennt ein Kursziel von 600 US‑Dollar. Dort lautet die Argumentation, dass sich die Investmentstory von reinen Stückzahlen hin zu KI, Software und autonomem Fahren verschoben hat.

Die Spanne der Kursziele macht deutlich: Der Markt ringt weniger um die Interpretation der aktuellen Zahlen, sondern um die Frage, wie viel Zukunftsfantasie man den neuen Geschäftsfeldern zubilligt.

Blick auf Robotaxi und Quartalszahlen

Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 28. Januar 2026 legt Tesla die Zahlen für das vierte Quartal vor und erläutert den Ausblick. Dann dürfte es nicht nur um Margen und Volumen im Fahrzeuggeschäft gehen, sondern vor allem um den Zeitplan für das Robotaxi-Projekt „Cybercab“.

CEO Elon Musk hat angedeutet, dass der Produktionsstart im April oder Mai 2026 erfolgen könnte. Gelingt es dem Management, diesen Fahrplan glaubwürdig zu untermauern und die Rolle von KI und Autonomie im Geschäftsmodell klarer zu quantifizieren, könnte das die aktuelle Übergangsphase stützen. Andernfalls bleibt das Bild eines Jahres, in dem der schrumpfende Automobilsektor stärker im Vordergrund steht als die wachstumsstarken Zukunftsprojekte.

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