Tesla Aktie: 2026 im Härtetest
Tesla startet angeschlagen ins Jahr 2026. Zwei Jahre in Folge sinkende Auslieferungen und ein immer stärkerer Wettbewerbsdruck setzen die Erfolgsstory des E-Auto-Pioniers sichtbar unter Spannung. Gleichzeitig hängt ein großer Teil der Hoffnung am Zukunftsthema autonomes Fahren – doch auch hier verschieben sich Zeitpläne und Konkurrenz drückt aufs Tempo. Wie robust ist die aktuelle Bewertung vor diesem Hintergrund wirklich?
Absatz schrumpft, Konkurrenz zieht vorbei
2025 war für Tesla beim Kerngeschäft ein deutlicher Rückschritt. Die globalen Auslieferungen gingen im zweiten Jahr in Folge zurück, während BYD Tesla bei reinen Elektrofahrzeugen weltweit überholt hat. Damit verschiebt sich die Kräfteverteilung im EV-Markt spürbar.
Besonders schwach fiel das vierte Quartal 2025 aus: Mit 418.227 ausgelieferten E-Autos blieb Tesla unter der Wall-Street-Erwartung von 422.850 Fahrzeugen. Auf Jahressicht kam der Konzern auf 1,63 Millionen Auslieferungen – ein Rückgang von 8,5 % gegenüber 2024 und der größte Einbruch in der Unternehmensgeschichte.
Rund drei Viertel der Erlöse stammen weiterhin aus dem klassischen Automobilgeschäft. Genau dieser Bereich leidet unter einer immer breiteren Konkurrenz und einem in die Jahre kommenden Modellportfolio. Preissenkungen und Margendruck der vergangenen Quartale spiegeln diese Belastung wider, auch wenn sie im Ausgangstext nicht detailliert quantifiziert werden.
Charttechnisch steht die Aktie trotz der operativen Delle noch deutlich über ihren längerfristigen Durchschnitten: Am Freitag schloss das Papier bei 445,01 US‑Dollar, rund 35 % über dem 200‑Tage-Schnitt von 329,13 US‑Dollar.
Analysten uneins zur Bewertung
An der Wall Street ergibt sich derzeit ein sehr gemischtes Bild zur Tesla-Aktie. Konkrete Einschätzungen aus dem Analystenlager:
- Evercore ISI bestätigte am 6. Januar das Rating „In Line“. Die Experten rechnen kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung zwischen schwacher Entwicklung im Stammgeschäft und immer neuen Schlagzeilen zur Autonomie-Strategie.
- New Street Research (Analyst Peter Vogel) bleibt bei „Buy“ mit einem Kursziel von 600 US‑Dollar und begründet dies mit möglichem Aufwärtspotenzial aus Robotaxi-Initiativen.
- GLJ Research hält an „Sell“ fest, hat das sehr niedrige Kursziel zuletzt aber von 19,05 auf 25,28 US‑Dollar angehoben.
- Truist Securities bleibt bei „Hold“ und senkte das Kursziel von 444 auf 439 US‑Dollar.
Trotz der schwächeren Auslieferungen ist die Bewertung sehr ambitioniert: Die Aktie wird auf Basis der aktuellen Schätzungen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 300 gehandelt. Die Marktkapitalisierung liegt bei 1,45 Billionen US‑Dollar – etwa das Elffache von Ford und General Motors zusammen. Das verdeutlicht, wie stark die Börse schon heute künftiges Wachstum und neue Geschäftsfelder einpreist.
Autonomes Fahren: Anspruch und Realität
Beim Thema vollautonomes Fahren rückt Tesla die Messlatte selbst höher. CEO Elon Musk räumte ein, dass das Unternehmen rund 10 Milliarden gefahrene Meilen an Daten benötige, um „sicheres unbeaufsichtigtes Fahren“ zu erreichen. Ende 2025 lagen die kumulierten FSD‑Kilometer bei etwa 7 Milliarden Meilen – deutlich unter dieser neuen Zielgröße und im Kontrast zu früheren, optimistischeren Zeitlinien.
Aktuelle Eckpunkte im Bereich Autonomie:
- Die gesammelte FSD‑Fahrleistung bleibt klar unter der nun genannten Schwelle von 10 Milliarden Meilen.
- Interne Projektionen gehen davon aus, dass Tesla diese Marke ungefähr im Juli 2026 erreicht.
- Nvidia hat mit „Alpamayo“ eine eigene Level‑4‑Plattform für Mercedes-Benz angekündigt und erhöht damit den Wettbewerbsdruck bei Hardware und Software für autonomes Fahren.
- Wedbush Securities erwartet, dass die Volumenproduktion des Robotaxis „Cybercab“ im April/Mai 2026 startet.
Diese Mischung aus technischem Fortschritt, verschobenen Zeithorizonten und wachsender Konkurrenz sorgt dafür, dass die Story „Autonomes Fahren“ zwar intakt erscheint, aber deutlich weniger geradlinig verläuft, als es vergangene Ankündigungen nahegelegt hatten.
Auffällig ist zudem der Stimmungsindikator RSI: Mit einem 14‑Tage‑Wert von 73,7 notiert die Aktie im überkauften Bereich, während die annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von knapp 60 % auf kräftige Schwankungen hindeutet.
2026 als Bewährungsprobe
Der nächste große Fixpunkt ist der Quartalsbericht am 28. Januar 2026. Angesichts der schwachen Auslieferungen im vierten Quartal rechnen Marktteilnehmer mit einem deutlichen Gewinnrückgang. Fällt die Profitabilität so stark wie erwartet, würde die ohnehin hohe Bewertungsmultipel auf Basis der dann ausgewiesenen Gewinne nochmals anspruchsvoller wirken.
Parallel dazu steckt Tesla in einer Übergangsphase: Das Kerngeschäft mit E‑Autos wächst nicht mehr wie zuvor, während Projekte wie der Cybercab-Robotaxi-Dienst und der humanoide Roboter Optimus noch Jahre von nennenswerten Umsätzen entfernt sind. Musk selbst hat vor „einigen schwierigen Quartalen bis zur Mitte 2026“ gewarnt.
Für 2026 ist damit klar umrissen, woran der Markt Tesla messen wird: Ob es dem Unternehmen gelingt, im Kerngeschäft wieder Tritt zu fassen und gleichzeitig glaubhafte operative Fortschritte bei Robotaxis und Robotik zu liefern, wird entscheidend für die weitere Kursentwicklung sein.
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