TeamViewer Aktie: Unter Druck
Ein großer Investor steigt aus, Leerverkäufer setzen nach und der Kurs nähert sich seinem Jahrestief: Bei der TeamViewer Aktie überlagern derzeit Vertrauensverlust und technische Schwäche jede Erholungsfantasie. Im Mittelpunkt steht der Rückzug der norwegischen Norges Bank – ein Signal, das im Markt genau registriert wird. Wie stark belastet diese Kombination aus institutionellen Verkäufen und Short-Positionen die weitere Entwicklung?
Norges Bank reduziert Beteiligung deutlich
Auslöser der aktuellen Schwäche ist eine Stimmrechtsmitteilung aus Norwegen. Die Norges Bank, einer der größten Staatsfonds der Welt, hat ihre direkte Beteiligung an TeamViewer unter die Meldegrenze von 3 Prozent gesenkt und hält nun 2,98 Prozent der Stimmrechte.
Der Schritt wird im Markt als klares Warnsignal interpretiert:
- Direkte Beteiligung der Norges Bank: 2,98 % der Stimmrechte
- Unterschreiten der 3-%-Marke: formaler und psychologischer Einschnitt
- Ein Teil der Anteile steht für Wertpapierleihe zur Verfügung
Zwar bleibt der Fonds über Wertpapierleihe theoretisch weiter engagiert, doch der Rückgang unter die 3-Prozent-Schwelle nährt Zweifel an einer raschen operativen Erholung. Für viele Marktteilnehmer gilt: Wenn ein langfristig orientierter Großinvestor seine Position merklich zurückfährt, ist der Vertrauensvorschuss deutlich kleiner geworden.
Short-Seller verstärken den Druck
Parallel dazu ist die Aktivität der Leerverkäufer hoch. Mehrere Hedgefonds halten spürbare Netto-Shortpositionen in der Aktie und setzen damit weiter auf fallende Kurse. Laut jüngsten Meldungen im Bundesanzeiger sind unter anderem folgende Adressen engagiert:
- Qube Research & Technologies: 1,72 % Netto-Leerverkaufsposition (Stand: 02.01.2026)
- Two Sigma Investments: 1,30 % Short-Quote
- AQR Capital Management: 2,30 % Short-Position (Stand: Ende Dezember)
Brisant ist der Zusammenhang mit den Beständen der Norges Bank: Rund 1,5 Prozent der Anteile des Fonds stehen für Aktienleihe zur Verfügung. Marktbeobachter halten es für möglich, dass genau diese Stücke von Short-Sellern genutzt werden, um den Verkaufsdruck weiter zu erhöhen. Das verstärkt den Eindruck eines Marktes, in dem professionelle Adressen vor allem auf die Unterseite setzen.
Charttechnik: Nähe zum Jahrestief
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Gestern schloss die Aktie bei 5,70 Euro und liegt damit nur wenige Prozent über dem 52‑Wochen‑Tief von 5,42 Euro. Das ehemalige Unterstützungsniveau bei 6 Euro wurde nach unten durchbrochen, was offenbar Stop-Loss-Orders ausgelöst und den Abwärtstrend zusätzlich beschleunigt hat.
Die Entwicklungen der vergangenen Monate zeigen das Ausmaß der Schwäche:
- 12‑Monats-Performance: rund –40,8 %
- Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch (13,42 Euro): etwa –57,6 %
- Abstand zum 200‑Tage‑Durchschnitt (8,67 Euro): etwa –34,3 %
- RSI (14 Tage): 27,6 – ein Bereich, der technisch als überverkauft gilt
Kurzfristig ist die Unterstützung um das jüngste Tief bei 5,42 Euro zentral. Nur gut 5 Prozent trennen den aktuellen Kurs noch von dieser Marke. Ein Bruch dieses Niveaus würde den bestehenden Abwärtstrend bestätigen und könnte aus charttechnischer Sicht weiteren Verkaufsdruck nach sich ziehen.
Gedämpfte Erwartungen belasten weiter
Auf fundamentaler Seite wirkt die im Oktober 2025 gesenkte Mittelfristprognose weiterhin nach. Das Management musste die Umsatzziele für 2026 von zuvor bis zu 870 Millionen Euro auf eine Spanne von 790 bis 825 Millionen Euro zurücknehmen. Diese Anpassung bremst jeden Erholungsversuch, weil sie die Wachstumsperspektive sichtbar einengt.
Zwar verweist das Unternehmen auf neue KI-Funktionen und Weiterentwicklungen der Tensor-Plattform, doch diese Innovationsmeldungen gehen bislang im Schatten der schwächeren Finanzziele und des belasteten Sentiments unter. Solange Großinvestoren ihren Einsatz reduzieren und Short-Seller ihre Positionen hoch halten, bleibt die Story klar defensiv geprägt.
Zum aktuellen Zeitpunkt verdichtet sich das Bild aus reduzierten Erwartungen, institutionellen Verkäufen und einer technisch angeschlagenen Kursstruktur. Für die nähere Zukunft wird entscheidend sein, ob die Zone um das 52‑Wochen‑Tief hält und ob es dem Management gelingt, den Spagat zwischen gedämpften Zielen und glaubhaften Wachstumsimpulsen mit konkreten Zahlen zu untermauern.
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