Eutelsat Communications schließt gestern sein milliardenschweres Refinanzierungsprogramm ab. Mit der Emission einer €1,5-Milliarden-Anleihe setzt der europäische Satellitenbetreiber den Schlusspunkt unter eine umfassende Umschuldung im Gesamtvolumen von rund €5 Milliarden. Das Ziel: die Kapitalstruktur vereinfachen und den Ausbau des wachsenden LEO-Geschäfts finanzieren – während das traditionelle GEO-Segment weiter unter Druck steht.

Zweiteilige Anleihe löst teure Altschulden ab

Die gestern geschlossene Emission umfasst zwei Tranchen: €850 Millionen mit fünfjähriger Laufzeit und 5,75 Prozent Kupon sowie €650 Millionen mit siebenjähriger Laufzeit und 6,25 Prozent Kupon. Mit den Erlösen tilgt Eutelsat zwei bestehende Anleihen der Eutelsat SA vollständig – eine €600-Millionen-Tranche mit 2,25 Prozent (Fälligkeit 2027) und eine weitere €600-Millionen-Tranche mit 9,75 Prozent (Fälligkeit 2029).

Die Schließung war die letzte Vorbedingung für das Inkrafttreten weiterer Schuldenvereinbarungen, darunter ein €900-Millionen-Kreditpaket aus November 2025 sowie rund €1 Milliarde an Export Credit Agency (ECA)-Finanzierungen aus Februar 2026. Letztere sichern die Beschaffung von 440 LEO-Satelliten von Airbus Defence and Space ab – ein operativer Kraftakt zur Absicherung der OneWeb-Konstellation.

LEO-Expansion trifft auf GEO-Schwäche

Die operative Realität zeigt sich zweigeteilt: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 blieb der Gesamtumsatz bei €592 Millionen stabil, das bereinigte EBITDA sank jedoch um 8 Prozent auf €308 Millionen. Treiber war ausschließlich das LEO-Segment – die Erlöse aus OneWeb-Diensten legten um knapp 60 Prozent zu. Das Management rechnet bis Jahresende mit LEO-Umsätzen von bis zu €280 Millionen.

Das traditionelle GEO-Geschäft hingegen schwächelt weiter. LEO ist aktuell der einzige Bereich im Konnektivitätsmarkt, der echtes Wachstum generiert – und verdrängt zunehmend die Nachfrage nach geostationären Kapazitäten. Die Unternehmenskommunikationschefin Joanna Darlington verweist auf Prognosen, wonach die B2B-Nachfrage nach LEO-Kapazitäten bis Ende des Jahrzehnts um das Fünffache steigen könnte.

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Investitionsplan und Verschuldungskennzahlen

Eutelsat plant im Zeitraum 2026 bis 2029 Investitionen von rund €4 Milliarden. Nach den Kapitalerhöhungen vom Dezember 2025 wird das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA bis Jahresende auf etwa das 2,7-fache geschätzt. Für das Geschäftsjahr 2028/2029 peilt das Management Umsätze zwischen €1,5 und €1,7 Milliarden an.

Die vier unbesicherten Schuldinstrumente werden auf Ebene der Eutelsat Communications SA angesiedelt und rangieren pari passu, abgesichert durch vorgelagerte Garantien von Eutelsat SA und OneWeb Holdings. Die Struktur eliminiert die frühere strukturelle Nachrangigkeit und beseitigt Beschränkungen im Cashflow-Verkehr zwischen Konzerngesellschaften.

Staatliche Unterstützung als strategischer Faktor

Die wachsende Nachfrage nach souveräner, sicherer Konnektivität spielt Eutelsat in die Karten. Ende 2025 flossen €1,5 Milliarden von der französischen Regierung und weiteren Kerninvestoren, zuletzt kamen €975 Millionen an staatlichen Exportkreditfinanzierungen hinzu. Programme wie das EU-Projekt IRIS² werden zunehmend als strategische Vermögenswerte betrachtet, um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren.

Die Refinanzierung ist abgeschlossen, die Finanzierungsbasis gestärkt. Doch ob das neue LEO-Momentum ausreicht, um die GEO-Schwäche strukturell zu kompensieren und nachhaltige operative Profitabilität zu erreichen, wird sich in den kommenden Geschäftsjahren zeigen. Die Weichen sind gestellt – nun muss die operative Umsetzung liefern.

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