Pfizer bekommt in China grünes Licht für eine neue Abnehmspritze – und sichert sich damit ausgerechnet in einem der härtesten GLP‑1-Märkte einen Platz am Tisch. Das Timing ist kein Zufall: Am selben Tag wird auch die Quartalsdividende ausgezahlt. Doch wie viel Rückenwind kann die China-Zulassung liefern, wenn gleichzeitig Covid-Umsätze wegbrechen und Patentabläufe näher rücken?

Zulassung mit strategischem Gewicht

Chinas Arzneimittelbehörde NMPA hat Ecnoglutide für das chronische Gewichtsmanagement bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas zugelassen. Pfizer veröffentlichte die Entscheidung am Freitag über WeChat. Für den Konzern ist es die erste chinesische Zulassung für eine Therapie zur Gewichtsreduktion – und damit ein wichtiger Schritt in der Neuausrichtung nach dem Covid-Boom.

Besonders ist dabei der Mechanismus: Ecnoglutide ist laut Pfizer der weltweit erste zugelassene „cAMP-biased“ GLP‑1-Rezeptoragonist zur Gewichtsreduktion. Das soll das Präparat von den bereits verfügbaren GLP‑1-Angeboten in China abheben.

Die Vermarktungsrechte in China hat sich Pfizer erst im Februar gesichert: Der Deal mit Hangzhou Sciwind Biosciences umfasst exklusive Kommerzialisierungsrechte, Sciwind kann dabei bis zu 495 Mio. US-Dollar über Vorauszahlungen sowie regulatorische und umsatzabhängige Meilensteine erhalten.

Die Studiendaten hinter dem „Ja“

Basis der Zulassung ist eine Phase‑3-Datenlage aus der SLIMMER-Studie mit chinesischen Erwachsenen. In der höchsten Dosis (2,4 mg) lag die durchschnittliche Gewichtsreduktion bei 15,4% gegenüber dem Ausgangswert, placebobereinigt 15,1%.

Auffällig: 92,8% der Teilnehmer erreichten mindestens 5% Gewichtsverlust – etwa siebenmal so häufig wie unter Placebo. Zudem kamen 79,6% auf mindestens 10%, und 63,5% auf 15% oder mehr. Laut den Studiendaten setzte sich der Gewichtsverlust bis Woche 48 fort, ohne dass ein klares Plateau erreicht wurde. Zusätzlich meldet Pfizer Verbesserungen bei kardiometabolischen Markern; bei Teilnehmern mit erhöhtem Leberfett (mindestens 8% zu Beginn) sank dieser Wert in Woche 40 in der 2,4‑mg‑Gruppe im Schnitt um 53,1%.

Ecnoglutide ist in China außerdem bereits zur Behandlung von Typ‑2‑Diabetes zugelassen.

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Konkurrenzdruck – und ein Patentdatum als Katalysator

Pfizer stößt in China in einen Markt vor, in dem GLP‑1-Präparate bereits von Novo Nordisk, Eli Lilly und Innovent Biologics angeboten werden. Gleichzeitig wächst das Segment stark – und genau hier wird es in den nächsten Wochen besonders spannend.

Denn: In China läuft der Patentschutz für Semaglutid (Wirkstoff in Novo Nordisks Wegovy) am 20. März 2026 aus – ausdrücklich nur in China. In Europa und Japan endet der Patentschutz erst 2031, in den USA 2032. Das heißt: Der Preisdruck durch mögliche Nachahmerprodukte wäre vor allem ein China-Thema, nicht automatisch ein globaler Umbruch.

Ganz so simpel ist es in China aber ebenfalls nicht. Novo Nordisk hat vor Chinas Supreme Court einen wichtigen juristischen Erfolg erzielt: Das Gericht stützte die Gültigkeit des Semaglutid-Patents als GLP‑1-Agonist. Das bringt zusätzliche rechtliche Komplexität in eine ohnehin umkämpfte Lage.

Zum Marktbild passt auch ein Blick auf die Plattformen: Jefferies beziffert die Wegovy-Verkäufe auf Alibabas Tmall und JD.com 2025 auf 260 Mio. Yuan, gegenüber 416 Mio. Yuan für Innovents Xinermei. Pfizer nannte bislang weder Preis noch Starttermin für Ecnoglutide.

Dividende heute – Geschäft im Umbau

Parallel zur China-Nachricht zahlt Pfizer heute die Q1/2026-Dividende von 0,43 US-Dollar je Aktie. Es ist die 349. Quartalsdividende in Folge – ein Signal von Kontinuität, während operativ der Umbau läuft.

Finanziell bleibt der Gegenwind sichtbar: Für 2026 erwartet Pfizer einen Umsatz von 59,5 bis 62,5 Mrd. US-Dollar. In der Prognose steckt unter anderem die Annahme, dass Covid-Produkte rund 1,5 Mrd. US-Dollar weniger einbringen als 2025. Zusätzlich rechnet Pfizer mit einem weiteren Minus von rund 1,5 Mrd. US-Dollar durch Produkte, die ihre Exklusivität verlieren.

An der Börse zeigt sich der Titel zuletzt eher träge: Der Kurs liegt heute bei 22,73 Euro und damit leicht im Minus.

Im Kalender wird es bei dem Thema Adipositas für Pfizer dennoch eng getaktet: Für 2026 plant der Konzern mehr als 20 Studien im Bereich, darunter 10 Phase‑3-Studien zu Gewichtsmanagement und Begleiterkrankungen. Die ersten potenziellen Zulassungen aus dieser breiteren Pipeline peilt Pfizer für 2028 an.

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